Für einen Politikwechsel der anderen Art

Zwischenruf des Denkwerks Zukunft

Wir brauchen einen Politikwechsel, tönt es von Seiten der Sozialdemokraten, der Linken und der Gewerkschaften. In der Tat. Aber wir brauchen keinen Politikwechsel, der die Probleme durch mehr Milliarden für noch mehr Straßen, die Förderung material- und energieintensiver Arbeitsplätze oder eine umfassendere Versorgung mit staatlichen Transfers, kurz: durch breitere Güter- und Finanzströme zu lösen versucht.

Stefanie Wahl ist Geschäftsführerin der Denkwerk Zukunft - Stiftung kulturelle Erneuerung.
Vielmehr ist eine Politik gefragt, die nicht in erster Linie auf ökonomische Erfolge ausgerichtet ist, sondern sich auch an ökologischen, gesellschaftlichen und kulturellen Zielen orientiert. Erforderlich ist darüber hinaus eine Politik, die langfristig und in großen Zusammenhängen angelegt ist und ihre Folgen für Menschen in anderen Regionen ebenso berücksichtigt wie die für künftige Generationen. Und sie muss dezentralen, bürgernahen Lösungen den Vorrang vor zentralistischen geben.

Um Herausforderungen wie den demographischen oder den Klimawandel unter Bedingungen begrenzter öffentlicher Mittel zu meistern, bedarf es der Aktivierung aller gesellschaftlichen Kräfte. Energieproduktion, Straßenbau oder das Betreiben von Museen und Bibliotheken zeigen, dass engagierte Bürger viele gesellschaftliche Aufgaben in eigener Regie erfüllen können. Die Politik muss ihnen dazu Raum geben.

Eine ganzheitliche, langfristig angelegte, bürgernahe Politik würde nicht nur die Lebensqualität der Bürger erhöhen, sondern auch die Voraussetzungen dafür verbessern, dass sich der erforderliche Bewusstseins- und Verhaltenswandel hin zu nachhaltigeren Wirtschafts- und Lebensweisen vollziehen kann.


Die Autorin ist Mitglied im Kuratorium von forum Nachhaltig Wirtschaften.

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Quelle:
Gesellschaft | Politik, 26.10.2013

     
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