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Global Nature Fund und Deutsche Umwelthilfe kämpfen gemeinsam für Biodiversität

Biologische Vielfalt ist wichtig und nicht "umsonst"...

Global Nature Fund und Deutsche Umwelthilfe engagieren sich gemeinsam bei UN-Naturschutz-Konferenz in Indien und setzen sich für zusätzliche Finanzierung über neue, ergänzende Instrumente zum Erhalt der Biodiversität ein - Verbände fordern Wiederherstellung von Ökosystemen und mehr Verantwortung der Wirtschaft für den Erhalt der biologischen Vielfalt.

Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist unbedingt notwendig und er kostet Geld. Doch bislang investiert die Staatengemeinschaft viel zu wenig, um unsere Ökosysteme zu schützen, die ein Vielfaches an bisher kostenlosen Dienstleistungen für die Menschheit erbringen.

Zum Auftakt des am Montag (8.10.2012) im indischen Hyderabad gestarteten UN-Gipfels zur biologischen Vielfalt diskutierten der Global Nature Fund (GNF) und die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) mit internationalen Teilnehmern deshalb die Möglichkeiten ergänzender marktwirtschaftlicher Finanzinstrumente zum Schutz der Biodiversität. Gleichzeitig forderten beide Organisationen die Wirtschaft auf, mehr Verantwortung für den Erhalt der biologischen Vielfalt zu übernehmen.

"Wichtig ist dabei, dass Unternehmen sich zusätzlich zu staatlichen Vorgaben engagieren", sagte Joost Bakker, Projekt-Manager des GNF, in seinem Hauptreferat bei der Konferenz. "Im Idealfall kann bei entsprechender Ausrichtung eine Win-Win-Situation für die biologische Vielfalt und für das jeweilige Unternehmen entstehen."

In der Diskussion wurde deutlich, dass klare staatliche Rahmenbedingungen zu Investitionssicherheit und zu einer Nachfrage nach marktwirtschaftlichen Angeboten für Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität führen können. Diese Erkenntnis deckt sich mit den Erfahrungen, die man vor allem in Australien, den USA und in Deutschland gemacht hat. "Die Eingriffs-Ausgleichs-Regelung des deutschen Naturschutzrechts hat das Entstehen sogenannter Flächenagenturen in fast allen Bundesländern und damit Marktangebote für eine wirksamere Kompensation von Naturbeeinträchtigungen ermöglicht und dient inzwischen anderen Ländern als Vorbild", sagte Ulrich Stöcker, Leiter der Abteilung Naturschutz bei der DUH.

Die Vertragsstaatenkonferenz (Conference of the Parties, COP11) in Hyderabad findet noch bis zum 19. Oktober 2012 statt. Im Mittelpunkt der zweiwöchigen Verhandlungen steht die Frage, wie finanzielle Ressourcen mobilisiert werden können. "Eine Einigung ist dringend notwendig, um endlich den Verlust an Arten und Lebensräumen als Lebensgrundlage der Menschheit zu stoppen", sagte Stöcker.

Vorgabe für die Mobilisierung finanzieller Ressourcen ist der sogenannte Strategische Plan im Rahmen des Übereinkommens zur Biologischen Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) der Vereinten Nationen, der vor zwei Jahren auf der COP10 im japanischen Nagoya beschlossen wurde. Dieser soll innerhalb der UN-Dekade zur Biologischen Vielfalt (2011 bis 2020) umgesetzt werden. GNF und DUH hatten zum Beginn der Konferenz gemeinsam mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) zu einer eigenen Veranstaltung eingeladen. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Sinnhaftigkeit neuer marktwirtschaftlicher Instrumente für den Erhalt der biologischen Vielfalt neben direkten staatlichen Haushaltsmitteln für den Naturschutz. Die Untersuchungen von GNF und DUH zur Finanzierung der biologischen Vielfalt mit Hilfe von marktwirtschaftlichen Instrumenten werden durch das Bundesumweltministerium und das Bundesamt für Naturschutz gefördert.

Die EU-Kommission nahm die Veranstaltung der beiden Organisationen zum Anlass, ihre Überlegungen für eine sogenannte "No-Net-Loss-Initiative" vorzustellen. Diese wird in Umsetzung des Strategischen Plans notwendig, der vorgibt, dass bis 2020 der Verlust an biologischer Vielfalt und die Verschlechterung der Dienstleistungen unserer Ökosysteme aufgehalten und diese soweit möglich und sinnvoll wiederhergestellt werden sollen. Damit entspricht sie den vom EU-Ministerrat 2011 verabschiedeten Biodiversitätszielen.

GNF und DUH werden ihre Bemühungen zur Wiederherstellung der Ökosysteme während der Vertragsstaatenkonferenz weiter verstärken, unter anderem bei einem Side-Event am 19.10.2012, das die DUH gemeinsam mit Cotton Connect durchführen wird. Cotton Connect ist ein durch das deutsche Bekleidungsunternehmen C&A ins Leben gerufenes Netzwerk für einen ökologischeren, sozialeren und ökonomisch tragfähigen Anbau von Baumwolle und deren Verarbeitung.

Auch der GNF setzt auf die Verantwortung nachhaltigkeitsbewusster Unternehmen und wird am 18.10.2012 seine Europäische Business and Biodiversity Kampagne (EBBC) in Hyderabad einem internationalen Fachpublikum vorstellen.


Für Rückfragen:
Joost Bakker, Projekt Manager beim GNF
Mobil Indien: 0091-8179167796, E-Mail: bakker@globalnature.org
Ulrich Stöcker, Leiter Naturschutz bei der DUH
Mobil Indien: 0091-8179212018, E-Mail: stoecker@duh.de
Daniel Eckold, Pressesprecher Deutsche Umwelthilfe e.V., Hackescher Markt 4, 10178 Berlin, Tel. 030 2400867-22, Mobil: 0151 55017009, E-Mail: eckold@duh.de






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Über die Europäische Business & Biodiversity Kampagne
Die Europäische Business & Biodiversity Kampagne wurde von einem Konsortium aus europäischen Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) unter Führung des Global Nature Fund (GNF) initiiert. Ihre Zielsetzung ist es, die große - auch ökonomische - Bedeutung der Biodiversität darzulegen und das Engagement der Wirtschaft für den aktiven Schutz und Erhalt von biologischer Vielfalt sowie für Ökosystemdienstleistungen zu gewinnen. Die Kampagne unterstützt Unternehmen durch Biodiversity Checks, Workshops und regionale Biodiversitäts-Foren. In der Kampagnen-Community können Experten und Nicht-Experten ihr persönliches Profil, das Unternehmensprofil sowie Case Studies kostenlos präsentieren. Die Kampagne wird vom LIFE+Programm der Europäischen Union kofinanziert. Kooperationspartner ist die Initiative Biodiversity in Good Company, die das Handbuch Biodiversitätsmanagement veröffentlichte (www.business-and-biodiversity.de).

Weitere Informationen zur Kampagne: www.business-biodiversity.eu


Quelle: Global Nature Fund (GNF)

Umwelt | Biodiversität, 12.10.2012
     
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