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Fairtrade-Awards würdigen vorbildliches Engagement

Preisverleihung mit Anke Engelke und Klaus Töpfer

Berlin, 20. März: Sie machen Fairtrade zu etwas Besonderem: Menschen und Unternehmen, die sich engagiert und motiviert für den Fairen Handel einsetzen. Zum dritten Mal verlieh TransFair in Berlin daher den Fairtrade-Award für herausragendes Engagement für den Fairen Handel. "Nach 20 Jahren ist Fairtrade selbstbewusst, am Puls der Zeit und in den Köpfen vieler Menschen angekommen", so die Moderatorin des Abends, Anke Engelke. Dementsprechend groß war die Zahl der Bewerber. Unter rund 40 Kandidaten vergab die Jury die Preise in den Kategorien "Handel", "Industrie", "Newcomer" und "Zivilgesellschaft". Erstmalig gab es außerdem einen Publikumspreis. Klaus Töpfer, Schirmherr des diesjährigen Jubiläums von TransFair, würdigte das kreative und wirtschaftliche Potential: "Die Fairtrade-Bewegung zeigt, dass ein anderes Wirtschaften möglich ist und Globalisierung nicht auf dem Rücken der Armen ausgetragen werden muss."

Anke Engelke war Moderatorin der Fairtrade-Award Verleihung
Alle Rechte TransFair e.V/ Foto: Santiago Engelhardt
Die Gewinner aus Industrie und Handel
Für seine Pionierarbeit beim Import von fair gehandelten Bananen erhielt Port International aus Hamburg den Preis der Kategorie Industrie. Der Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Hans-Jürgen Beerfeltz überreichte den Award. Port International mache vor, dass beste Qualität von Kleinbauern und nachhaltig wirtschaftenden Plantagen immer pünktlich in europäischen Supermärkten verfügbar sein könne. Dabei die Fairtrade-Standards vorzuleben, sei angesichts des intensiven Wettbewerbs eine besondere Leistung. Die Plätze zwei und drei gingen an die Pfanner Getränke GmbH und die Eismarke Ben & Jerry's. Den Preis in der Kategorie Handel überreichte Cosma Shiva Hagen. Die Schauspielerin ist selbst engagierte Fairtrade-Botschafterin und besuchte mit TransFair Baumwoll-Kooperativen in Burkina Faso. Passend dazu ging der Award an das Modelabel armedangels. "Ich muss zugeben: Auch ich bin Fan des Gewinners", so Hagen, "armedangels schafft es, in der Modebranche einen Gegenpunkt zu setzen." Das Modelabel verwendet für seine Produkte ausschließlich Fairtrade-zertifizierte Baumwolle und verkauft diese erfolgreich über seinen Onlineshop. Als Zweitplatzierter wurde Lidl ausgezeichnet, Dritter wurde der Online-Versand MVG.

Frischer Wind im Fairen Handel durch Newcomer
Die Gewinner unter den Newcomern zeichneten TransFair-Vorstandsvorsitzender Heinz Fuchs und -Geschäftsführer Dieter Overath aus. Die Agentur Gansbühler erhielt den Preis für die Einführung der ersten Möbelkollektion aus FSC- und Fairtrade-gesiegeltem Holz unter der Möbelmarke Quadrato. "Wer ein neues Produkt auf den Weg bringen möchte, braucht einen langen Atem", so Overath zur Entscheidung der Jury. Das Pilotprojekt zwischen FSC und Fairtrade habe der Preisträger mit großem Einsatz, Professionalität und Beharrlichkeit unterstützt. Auf den Plätzen zwei und drei landeten die Genossenschaft Ethiquable und Fair-o-mat, der erste faire Snackautomat.

Zivilgesellschaftliches Engagement macht das Ruhrgebiet 'fair'
"Der Faire Handel ist viel mehr als nur ein Siegel", eröffnete Schauspieler und Fairtrade-Botschafter Joachim Król seine Laudatio für den Award in der Kategorie Zivilgesellschaft. "Er lebt von der Vielzahl engagierter Bürgerinnen und Bürger, die sich Tag für Tag einsetzen, ihn zu verbessern und bekannter zu machen." Für den großen Einsatz, 54 Kommunen und vier Kreise des Ruhrgebiets auf den Weg zur Fairtrade-Großregion zu bringen, erhielt das Netzwerk. Faire Metropole Ruhr den Fairtrade-Award Zivilgesellschaft. Als neue Plattform für den Fairen Handel habe das Netzwerk große Breitenwirkung entfaltet und bringe Akteure aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Mit dem zweiten Platz wurde Oikocredit ausgezeichnet. Die Multivision landete mit dem Bildungsprojekt Fair Future auf Platz drei.

Publikumspreis für "Das Eis" und "Caleb's Hill"
Erstmalig wurde 2012 zusätzlich ein Publikumspreis verliehen. Über einen Monat lang konnte die Netzgemeinde über ihre Favoriten abstimmen. Elischeba Wilde, Moderatorin und Model, sowie die 15-jährige Schülerin Anna Baum, die sich als Publikumsvertreterin qualifizierte, überreichten die Preise. Das Kopf an Kopf Rennen der Kandidaten endete in einer Doppel-Prämierung: Für den höchsten Bewertungsdurchschnitt wurde das Textilunternehmen Caleb's Hill ausgezeichnet. Der zweite Award ging an "Das Eis", das vom Publikum gemessen an den absoluten Zahlen am häufigsten gewählt wurde und somit die meisten Menschen motivierte, für sich abzustimmen.

Musik, Poetry Slam und die Stimme aus dem Süden
Mit großem Charme und Witz führte Anke Engelke durch den Gala-Abend im Berliner Ellington Hotel. Auf der Bühne begrüßte sie unter anderem Michael Nkonu, Geschäftsführer des Produzentennetzwerkes Fairtrade Afrika. Das Netzwerk bündelt und vertritt die Interessen der afrikanischen Fairtrade-Produzenten in den Gremien von Fairtrade International (FLO). Poetry Slammer Patrick Salmen blickte mit einem Zwinkern auf 20 Jahre TransFair zurück. Für das musikalische Highlight des Abends sorgte die Band Klee. Bereits bei der Auszeichnung Kölns zur Fairtrade Stadt hatte Sängerin Suzie Kerstgens ihr Engagement für den Fairen Handel unter Beweis gestellt.

Jury und Indikatoren-Katalog
Die Jury des diesjährigen Fairtrade-Awards setzte sich aus folgenden Vertretern zusammen: Ralf Tepel, Karl Kübel Stiftung für Kind und Familie und Vorstandsmitglied von VENRO, Michael Schellenberger, Geschäftsführer der Fachgruppe Deutscher Fachverlag, Beate Koma, Brigitte-Redakteurin, Volkmar Lübke, Forum Zukunftsökonomie und stellvertretender Vorstandsvorsitzender von TransFair e.V. sowie Dieter Overath, Geschäftsführer von TransFair e.V.
Juryvorsitzende war Dr. Evita Schmieg, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Der Kriterienkatalog, der den Entscheidungen zugrunde lag, setzte sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Schwerpunkte lagen auf langfristigem, kontinuierlichem sowie glaubwürdigem Engagement, außerdem auf der innovativen Rolle der Bewerber sowie deren Aktivitäten im Handel und in der Öffentlichkeitsarbeit für Fairtrade. Weitere Auswahlkriterien waren die Maßnahmen, die zur gezielten Produzentenunterstützung unternommen wurden. Über den aktuellen Status Quo des Engagements hinaus, legte die Jury Wert auf die Zukunftsperspektiven für die Zusammenarbeit der Bewerber mit Fairtrade.

Hintergrund:
Der Verein TransFair e.V. wurde 1992 mit dem Ziel gegründet benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern zu unterstützen. Als unabhängige Organisation handelt TransFair e. V. nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte und fördert das Bewusstsein für einen nachhaltigen Konsum. Produkte mit dem Fairtrade-Siegel gibt es bundesweit in 36.000 Geschäften. Über 18.000 gastronomische Betriebe schenken Fairtrade-Kaffee und -Kakao aus.


TransFair
Verein zur Förderung des Fairen Handels mit der "Dritten Welt" e.V.
Ansprechpartner:
Dieter Overath
Claudia Brück

Remigiusstraße 21 · 50937 Köln
Tel.: 0221 - 94 20 40 -31
Fax: 0221 - 94 20 40 -40
E-Mail: presse@fairtrade-deutschland.de
http://www.fairtrade-deutschland.de

Quelle: TransFair, Dieter Overath
Gesellschaft | Social Business, 21.03.2012
     
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