Städte der Zukunft

Klimafreundlich und komfortabel

Von Dolf Gielen

Keine verpestete Luft, keine Autos - und trotzdem große Mobilität. Wer würde nicht gerne so wohnen? Noch sieht die Realität in den Metropolen weltweit anders aus: Kohlendioxid belastet die Atmosphäre, Straßen sind vom Verkehr verstopft. Gegen den drohenden Kollaps hilft nur Umdenken. Die Städte der Zukunft müssen auf den flächendeckenden Einsatz erneuerbarer Energien setzen.

Dolf Gielen, Director IRENA Innovation and Technology Centre Bonn
Wie das aussehen kann, lässt sich künftig in Masdar City beobachten - eine seit 2008 entstehende klimaneutrale Muster-Stadt für rund 50.000 Bewohner in den Vereinigten Arabischen Emiraten, 30 Kilometer östlich von Abu Dhabi. Das Attraktive daran: Die Bewohner müssen zwar auf alte Gewohnheiten verzichten, nicht aber auf Komfort. So können sie nicht mit ihren Autos durchs Zentrum kurven, sondern müssen vor den Stadtmauern parken. Doch ihnen stehen "Personal-Rapid-Transit-Netze" zur Verfügung - eine Art hypermoderne, elektrische U-Bahn. Passagiere gelangen in einer computer-gesteuerten, fahrerlosen Kabine an ihr selbst bestimmtes Ziel - ohne zu warten. Auch auf Klimaanlagen müssen die künftigen Bewohner der Wüstenstadt nicht verzichten. Die Anlagen werden mit Strom aus Wind- und Photovoltaikanlagen betrieben. In Masdar City steht außerdem ein 10-Megawatt-Solarkraftwerk - die größte Photovoltaikanlage in der MENA Region (Mittlerer Osten und Nordafrika). Mit ihr wurden bereits 24.000 Tonnen Co2 Emissionen eingespart - soviel, als ob man 3300 Autos von Abu Dhabis Straßen verbannen würde.

Auch in Deutschland und Europa bemüht man sich, Städte klimafreundlicher zu gestalten. Doch die Herausforderungen sind andere - denn es müssen ja bestehende Infrastrukturen erneuert werden. Außerdem verbraucht in hiesigen Klimazonen die Heizung die meiste Energie. Daher haben Wärmedämmung und Erhöhung der Energieeffizienz Vorrang. Der Einsatz erneuerbarer Energie kommt da erst an zweiter Stelle. Lokale Energieerzeugung - etwa durch Solaranlagen zur Stromerzeugung oder Kollektoren zur Warmwassererzeugung auf städtischen Dächern - wird aber noch zu wenig genutzt. Viele Städte, wie etwa Paris, fördern nachhaltigen Transport - öffentliche Miet-Fahrräder oder Elektroautos. Doch hier sind die Kosten noch hoch. Vielversprechend sind aber Projekte wie "Innovation City" in Bottrop - wo bis 2020 ein Gebiet mit 65.000 Einwohnern und 13.994 Gebäuden in eine Niedrigenergiestadt mit geringem Kohlendioxid-Ausstoß umgewandelt werden soll. Auch das Projekt "EU Smart Cities" fördert kommunale Vorhaben für mehr Nachhaltigkeit.

Das Innovations- und Technologiezentrum der Internationalen Organisation für Erneuerbaren Energien (IRENA-IITC), das nun in Bonn seine Pforten öffnet, wird die Kommunen darin unterstützen, flächendeckend erneuerbare Energien einzusetzen. Das IITC unterstützt Länder bei der Errichtung günstiger politischer Rahmenbedingungen für Technologieentwicklung und -verbreitung. Durch gezielte Innovationspolitik wird die Wettbewerbsfähigkeit dieser Technologien verbessert. Spezielle Roadmaps zeigen technische Lösungen und Wege zu ihrer Umsetzung und Finanzierung auf. Das alles passt zum Jahr für nachhaltige Energie der Vereinten Nationen 2012.



Lesen Sie mehr zu diesem Thema im Magazin "forum Nachhaltig Wirtschaften" 4/2011 mit dem Schwerpunkt Stadt der Zukunft und dem Special Wald, Holz & Biodiversität .

Das Magazin umfasst 164 Seiten und ist zum Preis von 7,50? zzgl. 3,00? Porto & Versand (innerhalb Deutschlands) direkt hier zu bestellen.
Oder unterstützen Sie uns durch ein forum-Abonnement

Quelle: IRENA Innovation Technology Centre
Gesellschaft | Green Cities, 04.10.2011
     
Cover des aktuellen Hefts

KRISE… die größte Chance aller Zeiten

forum Nachhaltig Wirtschaften 03/2021 mit Heft im Heft zur IAA Mobility

  • Next Generations
  • Gefährliche Chemikalien
  • Abschied vom Größenwahn
  • Verkehrswende
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
19
SEP
2021
Digitizing the Global Goals
Digitalisierung auf der Hamburger Klimawoche
Hamburg (verschiedene Locations)
24
SEP
2021
Globaler Klimastreik
Höchste Zeit zu handeln: Wir wählen Klima!
weltweit
27
OKT
2021
6. Ulmer Tagung von LfU und LUBW
Fit für die Zukunft? Praxiserprobte Instrumente für nachhaltiges Wirtschaften
Online-Veranstaltung mit Live-Podium
Alle Veranstaltungen...
Umweltschutz, Soziales, Governance. Machen Sie den Unterschied! #Sharing is Caring. TAIWAN Excellence

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Mobilität & Transport

Lenker statt Lenkrad
Pendler-Radrouten sollen zum Umsteigen aufs Fahrrad ermuntern. Die Städte profitieren
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Jeff Bezos und das Projekt Unsterblichkeit

Knusper, KNALLE, Knäuschen - der AdventsKNALLender

"Waldrekord" mit über 52.000 Bäumen

Der Neoliberalismus ist tot

TRIGOS 2021: Seien Sie Teil einer nachhaltigen Zukunft

Förderung der biologischen Vielfalt im Lebensmittelhandel

Die Stadt der Zukunft muss neu gedacht werden

Nachhaltiger Filmgenuss

  • PEFC Deutschland e. V.
  • Global Nature Fund (GNF)
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • TourCert gGmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene