Umwelt | Biodiversität, 22.04.2026
3Q4U - 3 Questions for you
Antworten zum Thema Biodiversität und Wald von Stefan Hörmann, Geschäftsführer Global Nature Fund
Anlässlich unseres Fokus auf die Themen Wald & Biodiversität in der kommenden forum-Ausgabe 03/2026, haben wir drei kurze Fragen an Stefan Hörmann, den Geschäftsführer des Global Nature Fund, gestellt.
1. Welche Ansätze oder Tools gibt es, um Biodiversität im Unternehmenskontext messbar und damit steuerbar zu machen?
International anerkannte Frameworks wie Science Based Targets for Nature (SBTN) und Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD) zeigen, wie Unternehmen Biodiversitätsmanagement strukturiert angehen können. Sie helfen, Ziele zu definieren sowie passende Tools und Kennzahlen auszuwählen. Dabei betrachten sie drei Ebenen:
- Ursachen des Biodiversitätsverlusts, etwa Emissionen oder Wasserverbrauch,
- den Zustand der Biodiversität an eigenen Standorten und in der Lieferkette sowie
- die Abhängigkeit von Ökosystemleistungen.
So lassen sich sowohl Risiken für das Unternehmen als auch Auswirkungen des Unternehmens auf die Biodiversität analysieren. Kostenfreie Tools, die für diese Analysen verwendet werden können, sind z. B. ENCORE und der WWF Biodiversity Risk Filter.
2. Welche konkreten Geschäftsmodelle sehen Sie aktuell, die den Schutz und die Regeneration von Wäldern wirtschaftlich tragfähig machen?
Der reine Schutz von Wäldern ist aktuell kaum als eigenständiges Geschäftsmodell tragfähig, da kein direktes renditefähiges Produkt entsteht. Carbon Credits wurden und werden zwar genutzt, stehen aber wegen Risiken wie mangelnder Permanenz weiterhin in der Kritik. Wirtschaftlich sinnvoll wird Waldschutz meist erst in Kombination mit Ansätzen wie Agroforst oder sogenannte „Non-Timber Forest Products". Entscheidend ist dabei eine nachhaltige Bewirtschaftung mit heimischen, diversen Arten sowie die Einbindung der lokalen Bevölkerung, da nur so langfristige Wirkung entsteht. Für Investoren sind oft Blended-Finance-Modelle attraktiv, die Risiken abfedern. Alternative Ansätze kombinieren selektive Holznutzung, CO2-Zertifikate und die Entwicklung resilienter Mischwälder.3. Welches Potenzial sehen Sie in Agroforstsystemen, um Biodiversität, Klimaschutz und landwirtschaftliche Produktivität miteinander zu verbinden?
Agroforstsysteme bieten großes Potenzial, Biodiversität, Klimaschutz und Produktivität zu verbinden, indem sie Bäume in landwirtschaftliche Flächen integrieren. Sie fördern Artenvielfalt, verbessern Böden und Wasserhaushalt und binden CO2. Herausforderungen liegen jedoch in möglichen kurzfristigen Ertragseinbußen durch Konkurrenz um Ressourcen und Flächen, höheren Anfangsinvestitionen und erhöhtem Managementaufwand. Auch rechtliche Rahmenbedingungen oder Förderstrukturen sind oft noch unzureichend angepasst und es fehlt praktisches Know-how. Entscheidend ist daher eine standortgerechte Umsetzung mit vielfältigen Arten sowie eine Verbesserung der Rahmenbedingungen, um langfristig stabile und wirtschaftlich tragfähige Systeme zu schaffen.
Stefan Hörmann ist Geschäftsführer des Global Nature Fund (GNF) und verantwortet dort insbesondere die Schnittstelle zwischen Unternehmen und Biodiversität. Als Verwaltungswissenschaftler bringt er langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Wirtschaft, Politik und internationalen Netzwerken ein und unterstützt Unternehmen dabei, nachhaltige Lieferketten und Biodiversitätsstrategien zu entwickeln.
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