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Roland Benedikter

Trumps Iran-Krieg: Worum geht es?

Eine Analyse von forum-Kurator Prof. Dr. Roland Benedikter zur aktuellen geopolitischen Situation

Geht es im Iran-Krieg direkt um das Öl des Landes? Wohl nicht vorrangig. Das Augenmerk der Trump-Regierung dreht sich allen Aussagen nach um eine deutlich entscheidendere Schnittstelle. Ihr ultra-konservatives Staats-Rückbau-Programm „Make America Great Again" benötigt nach innen die Beschneidung demokratischer Organe zur Konzentration auf die Präsidialmacht. Nach außen, komplementär dazu, braucht es die brachiale Erneuerung globaler US-Wirtschaftshegemonie – mittels Kontrolle weniger von Ressourcen an sich, sondern vielmehr der Ressourcenwege. Dieses Motiv ist wichtig, um die aktuellen Agenden der Trump-Administration zu verstehen und den Bezug zur „Future Economy" herzustellen.
 © Peggy Marco Globe, pixabay.com
1. Warum 
Warum nehmen die USA mit solch brachialer Gewalt an der Seite Israels am Iran-Krieg teil? 

Die Ziele Israels unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wurden immer wieder öffentlich gemacht und sind erkennbar, auch wenn man sie nicht teilt. Es geht um die vorwegnehmende Beseitigung einer existentiellen Bedrohung, sei diese nun übertrieben dargestellt oder nicht. Dagegen bleiben die Ziele Amerikas unklar. Sie erscheinen angesichts fast täglich neuer Programm-Äußerungen der Trump-Regierung zu Vorhaben, Taktik und Ende des Krieges geradezu als organisierte Planlosigkeit. Die berühmte US-Samstagabend-Fernsehshow „Saturday Night Live" brachte das spöttisch so auf den Punkt: „Es geht in diesem Krieg darum, den Iran über die Ziele Amerikas im Dunkeln zu lassen. Das gelingt uns wirklich hervorragend. Wenn wir selbst schon nicht wissen, was wir tun und täglich wild herumimprovisieren, dann weiß der Iran ganz sicher nicht, was wir vorhaben. Also werden wir gewinnen."

In diesem Spott über Trumps Handlungen liegt mehr als ein Körnchen Wahrheit. Worin also besteht die US-Strategie im Iran-Krieg? Die Mehrheit der Kommentatoren meint, das Vorgehen sei zutiefst widersprüchlich. Es könne in Summe letztlich nur um das iranische Öl gehen. Denn der Krieg würde ja den Ölpreis für die USA erhöhen – und damit auch die bereits auf dem Rekordstand von 39 Billionen stehenden Staatschulden, die mittlerweile ein Drittel der Weltschulden ausmachen, ebenso weiter anschwellen lassen wie das 1,9 Billionen schwere Haushalts- und Handelsdefizit pro Jahr. Der Krieg selbst koste weit mehr als jene 200 Milliarden US-Dollar, die die Regierung bereits nach der zweiten Kriegswoche als Sonderfinanzierung vom Kongress anforderte. Also müsse man sich praktisch das iranische Öl holen, um die Löcher zu stopfen. 

Zugleich verneint aber die Trump-Regierung immer wieder ausdrücklich das Interesse an iranischen Bodenschätzen – mit Verweis darauf, dass die USA unter dem aktuellen Präsidenten selbst zum größten Energie- und Leichtölproduzenten der Welt aufgestiegen sind. Tatsächlich ist das Land bereits seit Mitte der ersten Präsidentschaft Trumps der größte Ölproduzent der Welt vor Saudi-Arabien und Russland. Anfang 2024 lag die Produktion bei über 13,3 Millionen Barrel pro Tag, wobei man Überschüsse bei Leichtöl erwirtschaftet und Schweröl aus Kanada und Mexiko importiert. 

Was also strebt die libertär-expansive US-Regierung Trumps im Iran an, wenn es nicht direkt ums Öl geht – wenn Trump aber auch nicht der große Friedensapostel ist, der aus idealistischen Motiven handelt, um das iranische Volk zu befreien und Demokratie zu bringen? Letzteres haben er und sein selbst vom Verteidigungs- zum „Kriegsminister" umbenannter ehemaliger Fox-News-Moderator Pete Hegseth in allen Stellungnahmen ausdrücklich abgelehnt, und zwar mit Verweis auf ihre Maxime eines „harten Realismus" für ein „Amerika, das zu sich selbst zurückkehrt".
 
2. Das Leitmotiv: Amerika sanieren, indem man nicht einzelne Ressourcen, sondern die Ressourcen-Verteilungs- und -Verbindungsstrukturen der Welt dominiert
Die Antwort zeigt Widersprüche, weist aber ein durchgängiges Leitmotiv auf. Die Absicht der Trump-Administration im Iran-Krieg ist weniger politisch, als vielmehr wirtschaftlich. Und sie ist weniger kurzfristig als langfristig angelegt. Es geht Trump in seiner Mission des „von der Geschichte Auserwählten" (the chosen one), als den er sich selbst sieht, in erster Linie um die Sanierung des amerikanischen Defizits und Schuldenbergs. Die heutigen Schulden sind selbst für die führenden Wirtschaftsmacht der Erde nicht nachhaltig und drohen das Land immer wieder in die Knie zu zwingen. Trump will das Ruder herumreißen, und zwar mit allen Mitteln. 

Dazu muss Amerika aus seiner Sicht wieder die noch viel stärker dominante Wirtschaftsmacht der Welt werden. Das geht über die Kombination verschiedener Bausteine. Erstens eine aggressiven Technologie- und Cyber-Strategie; zweitens die massive Förderung der Weltraumökonomie und Langlebigkeitsindustrie (aging industry); drittens die Neuverhandlung der Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit Europa und China; und viertens den neuen pan-amerikanischen Verteidigungs-„Schild der beiden Amerikas" zum „Zusammenschluss" der „westlichen" Hemisphäre, wozu auch Venezuela und bald wohl auch Kuba gehören sollen. Der Zugriff auf die Kontrolle von System-Schnittstellen erfolgt fünftens mittels der Vereinnahmung der Kryptowährungsindustrie und der großen Algorithmen-Kapitalkonglomerate des neo-libertären Kapitalismus, welcher sich Trump seit seiner Inauguration am 20. Januar 2025 demonstrativ angeschlossen hat. Sie erfolgt sechstens im Abbau von „Systemunterbrechern" wie der Nachhaltigkeit und der sozialwissenschaftlich-kritischen akademischen Fachdisziplinen zugunsten von Forschungsschwerpunkten in naturwissenschaftlichen „Dual-Use"-Zukunftsbereich, darunter Quanten- und Fusionstechnologie sowie Neuronale und Kognitive Kriegsführung mit ihren Basiswissenschaften in Neurotechnologie und neuronalen Netzwerken. Ein Schwerpunkt der Schnittstellenkonzentration liegt auf der antizipativen Kontrolle neuronaler Daten, die laut den meisten Analytikern das Gold der 2030er und 2040er Jahre sein werden. 

Das Bindeglied des Ganzen aber ist aus Sicht Trumps, siebtens, die Wiedergewinnung der unumschränkten Kontrollvormacht über die Welt-Ressourcenwege. Dabei geht es nicht um die Ressourcen an sich, sondern um die Kontrolle ihrer Passagen und Schnittstellen. Kontrolliere nicht statische Gebiete, sondern dynamische Prozesse und Passagen: also nicht Orte und Gegenstände, sondern Bewegungen und Durchflüsse und ihre Nadelöhre – das ist das Motto. Denn damit kontrolliert man Ressourcen noch effizienter, als wenn man Territorien besetzen oder antizipativ aufkaufen würde, wie das China über Jahre systematisch (und aus seiner Sicht erfolgreich) in Afrika oder Südamerika getan hat. 

3. Stützung des US-Dollars
Für die Trump-Regierungsmannschaft ist die Kontrolle von Ressourcen-Weltwegen auch deshalb zentral, um an der Basis der Make America Great Again Vision die Rolle des US-Dollar als Weltreservewährung zu stützen. Damit soll die Kaufkraft der MAGA-Wählerschaft zuhause gesichert werden, die eher zum unteren Mittelstand und zur Arbeiterschaft gehört. 

Vorbild für diese Sicherungsstrategie ist die machtpolitische Hochphase des US-Dollar von Bretton Woods 1944 über das Ende der Goldpreisbindung 1971 bis in die Ära der „glücklichen Globalisierung" zwischen der weltpolitischen Wende 1989-1991 und dem Beginn der Deglobalisierungs-Phase Mitte der 2010er Jahre. In der ein Vierteljahrhundert langen Ära der „glücklichen Globalisierung" 1990-2015 waren die USA im wesentlichen die „einzige Supermacht" und wurden manchmal auch die „einsame Supermacht" genannt. In diesem Zeitraum konnte man, wie seit den 1970er Jahren, als US-Regierung wertloses Papiergeld gegen materielle Güter und konkrete Leistungen in der ganzen Welt eintauschen, und man zog mittels vom Dollar finanziertem Lebensstil die Talente aus aller Welt an, ohne für ihre Ausbildung bezahlt zu haben. Das war nur deshalb möglich, weil der US-Dollar als Weltreservewährung diente, weil Öl nur mit ihm gekauft werden konnte. Der US-Dollar war die Weltreservewährung, weil das US-Militär mit seinen Blauwasserflotten als einziges dazu in der Lage war, die Weltverschiffungswege der Schlüsselressource Erdöl zu schützen. Das führte zum Machtkreislauf, der die USA für Jahrzehnte als die dominante Wirtschafts- und Politikmacht der Erde positionierte: das US-Militär stützte den Dollar, der Dollar finanzierte das US-Militär. Dadurch konnten die USA seit 1971 weit mehr US-Dollar quasi auf der Fotokopiermaschine drucken und weltweit ausgeben, als die Inflation vertragen hätte, weil alle anderen Länder de facto eine zweite Notenbank in US-Dollar halten mussten, um im Notfall die kritische Ressource Öl zu kaufen. 

Solange dieser Kreislauf nicht durchbrochen wurde, war Amerikas Stellung unantastbar und sein Wohlstand gesichert. Doch mit Chinas in den 2010ern begonnenem Bau von 9 Blauwasser-Flugzeugträgerflotten bis 2035 (beginnend mit der Shandong 2014) und von mindestens 20 bis 2050, die Amerikas 11 Flotten beim Schutz der Weltressourcenwege ebenbürtig Konkurrenz machen sollen, ist diese Situation in Gefahr. Deshalb ist die Festsetzung an zentralen Ressourcen-Durchgangspunkten umso wichtiger: die USA als die Schutzmacht, die an kritischen Nadelöhren nicht verdrängt werden kann. 

4. Hauptrivale China
Der Hauptrivale China hat bezogen auf Ressourcen an sich, insbesondere seltene Erden und Metalle, wo man die heute verfügbaren Vorkommen bis zu 90% kontrolliert, aber auch in der Chip- und Weltraumökonomie Vorteile. China hat in den vergangenen Jahren im KI-Bereich umfassende Konkurrenzoffensiven zu den USA lanciert und schickt sich an, im südchinesischen Meer mittels Zugriffs auf Taiwan und seine wichtigen Schiffwege nicht nur die Halbleiterdominanz auszubauen, sondern eben auch an der Vorherrschaft der USA im Schifffahrtswege-Bereiche zu kratzen. Hintergrund ist, dass China bei „Übernahme" wichtiger Ressourcenwege im südchinesischen Meer auch die Weltreservewährungsrolle des US-Dollar und damit den Kern des US-Wohlstandes angreifen würde. 

Vor diesem Hintergrund mittelfristiger Verschiebungen im asiatischen Raum wird der Nahe Osten mit dem Nadelöhr der Hormus-Straße für die perspektivische Sicherung der US-Positionierung noch wichtiger – umso mehr, als die „US-Wende in den Pazifik" (Pivot to Asia), welche die Barack Obama- und Hillary Clinton-Administration (2009-2013) eben deshalb angestrebt hatte, bereits seit Mitte der 2010er Jahre scheiterte. Weil China bis zum Ausbruch des Iran-Krieges am 28. Februar 2026 80% des iranischen Öls abnahm, was allerdings nur ein Sechstel von Chinas Ölimporten ausmachte, ist der Krieg ein machtpolitisch willkommener Seiteneffekt, um Chinas Führung einen – wenn auch nur kleinen – wirtschaftlichen Dämpfer zu verpassen und auf die Risiken einer Taiwan-Intervention aufmerksam zu machen. Interessanterweise haben sich die Provokationen des chinesischen Militärs im Verteidigungsraum Taiwans seit dem Iran-Krieg stark reduziert, wofür Analytiker allerdings auch eine Reihe weiterer Gründe anführen. 

5. Strategie der Verbindungswege
Es geht also im Gesamtbild um die Dominanz über funktional unumgehbare Drehscheiben, die kombiniert werden: die Dominanz über Ölschifffahrtswege mit der Informationskontrolle durch Algorithmen-Monopole und KI-Chatbot-Plattformen, und beide verbunden mit der Kontrolle über die Weltraumökonomie und die Langlebigkeitsindustrie bzw. den Transhumanismus, die voraussichtlich nach dem Ende der Öl-Ära um die Mitte des Jahrhunderts die zwei größten Wachstumsmärkte des 21. Jahrhunderts sein werden. Die US-Machtstrategie, die sich vor allem in der aktuellen US-Sicherheitsstrategie vom November 2025 niederschlägt, ist im Kern der Kontrolle von Umsätzen, Ein- und Ausgängen und Verbindungstellen gewidmet. Insgesamt geht es um den Fokus auf Dominanz weniger der einzelnen Elemente, als vielmehr ihrer vernetzten und aktiven Dynamiken. Die Kontrolle der Straße von Hormus bleibt dafür noch für Jahrzehnte ein wichtiges Puzzleteil, nämlich mindestens für die Zeit des verbleibenden Öls. 

Dabei gilt aus Trumps Sicht: mittels Iran-Krieg wird durch das US-Militär der weltweit nominal wichtigste Handelsweg des Öls von seinem wichtigsten politischen und ideologischen Störfaktor befreit. Dadurch hofft Trump wieder den Fluss der Ressourcen in der Welt an sich zu reißen, womit auf mittlere Frist ein gesamtwirtschaftlicher Aufstieg verbunden sein soll. Das betrifft nicht nur auf einzelne Wirtschaftsbranchen oder Rohstoffwerte, sondern die systemische Stellung Amerikas im Gesamtsystem wirtschaftlicher Flüsse, konzentriert um die Ressourcen-Verbindungswege. 

Trump akzeptierte in der dritten Kriegswoche nach Vernichtung eines Großteils des iranischen Militärs die Idee von Frankreichs Präsident Macron, dass die G7: Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien, Deutschland und Japan unter Führung der USA während und nach dem Krieg gemeinsam Tanker durch die Straße von Hormus eskortieren. Das war keine Änderung, sondern eine Bestätigung des Prinzips. Beobachter sahen dies sogar als Unterwerfung unter die Trump-Strategie, um nicht von den Früchten ausgeschlossen zu werden und sicherzustellen, die USA nicht im Ukraine-Konflikt zu verlieren. Sollte es um Taiwan zu Auseinandersetzungen kommen, wird man sehen, welche der G7 dann unter Führung der USA zu Unterstützungsleistungen bereit sind.

6. Ablenkungen und „Gaslighting"
Von dieser Denkweise ausgehend, geht es der Trump-Administration II 2025-2029 noch weit deutlicher als seiner ersten Präsidentschaft 2019-2020 um eine neokoloniale Wirtschaftspolitik. Kernziel ist, dass vom US-Vorgehen in der Welt die amerikanische Wirtschaft und damit auch der amerikanische Dollar den meisten Nutzen zieht. Die Aussage Trumps am Ende der zweiten Kriegswoche, dass ein hoher Ölpreis gut für die USA sei, weil man dadurch sehr viel Geld verdiene, passt dazu. Tatsächlich hat die US-Ölindustrie von den seit dem Krieg gestiegenen Preisen massiv profitiert und in manchen Branchen bis zu 50% mehr Gewinn gemacht. Die Entsendung von Marine-Eliteeinheiten und die Eskortierung von Tankern seitens US-Kriegsschiffen durch die Straße von Hormus ab der dritten Kriegswoche war eine symbolische Demonstration der Bedeutung der Schnittstellenstrategie für Trumps Gesamtvision. 

Auch Trumps wiederholtes Ansuchen an die gesamte Welt, bei der Sicherung der Straße von Hormus zu helfen, unterstrich das. Seine vorübergehende Aussage, er werde die Sicherung der Straße von Hormus nach dem Krieg den Alliierten der USA überlassen, weil die USA sie wegen der eigenen Ölüberschüsse nicht bräuchten, war typischer Teil seines Narzissmus und diente der Signalisierung „absoluter" Überlegenheit; andererseits Ausdruck seines ständigen Bluff-Instinkts, unberechenbar sein zu wollen in allen Lagen und deshalb dauernd kontrafaktisch-kokettierend auch zu eigenen Aussagen vorzugehen. In den USA nennt man diese bewusste strategische Zwielichtigkeit „Gaslichtern" (gaslighting). Drittens wollte Trump damit zwischen den Zeilen gegenüber Israel Großzügigkeit und Loyalität signalisieren: er habe den Krieg nur für Israel geführt, nicht zuletzt werden seiner Männerfreundschaft unter „starken Männern" mit Netanjahu. Seine darauffolgenden Bemühungen, die Straße von Homus zu sichern sogar mit der Drohung, iranische Kern-Energieanlagen anzugreifen und die Insel Charg zu besetzen, deuteten auf das Gegenteil hin: nämlich dass es ein Kernanliegen der USA ist, die Ressourcen-Schifffahrtswege und damit die Straße von Hormus vom Iran zu „befreien". 

7. Voraussetzung für Kontrolle: Neokoloniale Weltwirtschaftspolitik
Das Streben nach wirtschaftlicher Dominanz mittels hartem militärischem Machteinsatz an Welt-Entwicklungsschnittpunkten wird von der Trump-Administration noch deutlicher als bisher durch „harte" Propaganda beigegeben. Der US-Präsident setzt Gewalt gemeinsam mit seinem „Kriegsminister" Pete Hegseth als systematische Beeindruckungs- und Einschüchterungs-Psychologie um. Denn er weiß auch wegen seiner Herkunft aus der US-Aufmerksamkeitsökonomie, dass sie – wie die schiere Vorhandenheit von Geld – Fakten, Bezüge und Verhalten verändert auch dort, wo sie nicht angewandt, sondern nur wahrgenommen wird. Das hat Donald Trump auch von den wichtigsten Vertretern der neolibertären oder techno-libertären Schule gelernt, die er zu seinen Beratern gemacht hat – darunter Stephen Miller, J. D. Vance und die von Kritikern sogenannte „Paypal-Mafia" um Peter Thiel und Elon Musk.
 
Es bedeutet die direkte Kombination von Umarmungs-Psychologie mit Drohmitteln zur Erreichung zentraler Ziele bei ansonsten in vielen sekundären Bereichen abwiegelnd-beschwichtigender Haltung. Das schließt auch stärkere Exempel-Statuierung ein, um das Gesamtsystem auf die eigene Seite zu bringen. Dabei überschreitet die Trump-Administration kokettierend Grenzen, um die eigene Außergewöhnlichkeit und Entschlossenheit zu zeigen – und sich als exemplarisch in der US-Geschichte zu positionieren. Wenn zum Beispiel Hegseth zum Einsatz des US-Militärs im Iran von der Kanzel verkündete, es werde „keine Gefangenen, keine Gnade für unsere Feinde" („no quarter, no mercy") geben, dann beging er damit laut allen Vorschriften und Regeln des US-Militärs selbst einen kriminellen Akt. Dieser ist potentiell nicht nur ein „Völkerrechtsbruch", wie das Bundespräsident Steinmeier ausdrückte. Laut US-Recht ist die Erklärung von „no quarter" verboten und ausdrücklich ein (potentielles) Kriegsverbrechen.

8. Folgen für die Nachhaltigkeitsagenda
Die Folgen und Implikationen für die globale Nachhaltigkeitsagenda sind vielfältig – sowohl unmittelbar wie für die UNO-Post-2030-Agenda, die derzeit im Gefolge des im September 2024 in New York von 193 Staaten verabschiedeten UNO-„Pakts für die Zukunft" erkundet und anfänglich definiert wird. Der Einfluss des Iran-Kriegs ist deshalb der Fall, weil die Straße von Hormus in mehreren globalen Nachhaltigkeitsprogrammen und -initiativen eine Rolle spielt. Darunter sind die UNCTAD-Berichte (UN Conference on Trade and Development). In einem Bericht zum Krieg vom März wird hervorgehoben, wie entscheidend die Straße von Hormus für den weltweiten Handel mit Düngemitteln ist. Die Unterbrechung bedroht Ernährungssicherheit, landwirtschaftliche Produktivität und erschwert humanitäre Hilfe. Durch die gestörte Versorgung mit Stickstoff-Düngern wird laut UNCTAD nachhaltige Landwirtschaft weltweit beeinträchtigt.
 
Betroffen ist aber auch der Energie-Wasser-Nahrung Nexus. Ein Beitrag des Weltwirtschaftsforums Davos (WEF) beschreibt, wie die Störung der Straße gleichzeitig Wasser- (für Entsalzung), Energie- und Nahrungsmittelsysteme destabilisiert und empfiehlt eine ökologische und resiliente Gestaltung. Das Carnegie-Endowment-Programm „Sustainability, Climate and Geopolitics" konstatiert ähnlich wie die UNCTAD, dass geopolitische Ereignisse wie der Iran-Krieg und Klimaziele global verflochten sind. Die Blockade der Stra?e von Hormus wird bei längerer Dauer als möglicher Katalysator für eine weltweite Nahrungsmittelkrise betrachtet. Im Rahmen der IMO (International Maritime Organization, welche Teil der UNO ist) wurde die Idee eines „Safe Maritime Corridor" für die Straße von Hormus diskutiert, um humanitäre Lieferungen zu schützen.

Auch die EU stuft im Zusammenhang mit der Straße von Hormus mehrere Initiativen als „nachhaltigkeitsrelevant" ein. Darunter sind die aktualisierte EU Maritime Security Strategy (EUMSS) samt Aktionsplan vom März?2023. Dort wird die Bedeutung sicherer maritimer Handelskorridore wie der Straße von Hormus für die „sustainable blue economy" betont, also nachhaltigem maritimen Handel. Die Strategische Partnerschaft der EU mit Golfstaaten beinhaltet gemeinsame Konzepte zu Klimawandel, Energiesicherheit und grünem Übergang?- was indirekt für Lieferketten über die Straße von Hormus relevant ist.

Gegenüber diesen Aspekten gibt es keine Hinweise darauf, dass die Straße von Hormus in UNESCO-Biosphärenreservaten, spezifischen Blue Economy Programmen oder Green Corridors der IMO (z.?B. für Treibhausgas-Reduktion) auftaucht. Sie findet auch kaum Erwähnung in Einrichtungen wie dem WWF oder IUCN in Bezug auf Schutzgebiete oder Biodiversität.

Das bedeutet: Die Straße von Hormus ist in verschiedenen internationalen Nachhaltigkeitsprogrammen ausgewiesen – vor allem dort, wo Klima, Landwirtschaft, Ernährungssicherheit, humanitäre Versorgung und maritime Resilienz zusammenkommen. Der Iran selbst spielt auch unter dem Mullah-Regime formal eine aktive Rolle in zahlreichen UN  und multilateralen Klimaschutz-, Umwelt- und Entwicklungsprogrammen, einschließlich GCF, UNDP, UNFCCC/COP, UNESCO, IRENA und EU Kooperationen. Das Regime kooperiert in Bereichen wie erneuerbare Energien, Ressourcenmanagement, Emissionsreduktion, Wasser- und Biodiversitätsschutz. Aber die diktatorisch agierende Regierung benutzt diese Agenda eher als Legitimationsschild, ohne sich in Wirklichkeit daran zu halten oder ihr Priorität einzuräumen. Die Kritik am iranischen Regime unter Gesichtspunkten der Nachhaltigkeitsagenda deckt seit Jahren ein breites Spektrum ab: von strukturellem Umweltversagen und Ressourcenmissmanagement über fossile Monokulturen und Vernachlässigung der Klimaziele bis hin zu politischer Repression gegen Umweltaktivisten, von denen gerade im Gefolge der jüngsten Proteste gegen die Diktatur mit mehr als 30.000 Toten viele getötet oder eingesperrt wurden.

9. Trump, der große Veränderer zum Guten?
Man kann zusammenfassend nicht deutlich genug betonen, dass es in Trumps Iran-Krieg nicht um Demokratie und weniger um Ressourcen als vielmehr um Wirtschaftshegemonie geht, und zwar um eine ausdrücklich globale und systemische Wirtschaftshegemonie im Dienst des nationalen amerikanischen Wohlstandes. Unabhängig vom Gelingen von Trumps Amtszeit wird damit ein Urbild geschaffen, das wohl ein geo- und wirtschaftspolitischer Archetyp in der konservativ-rechten Wählerschaft über Trump hinaus bleiben wird. Dieser Archetyp soll laut dem Willen Trumps und seiner Berater wie Steve Bannon als der eigentliche „Trumpismus" in die Geschichte eingehen: ein „dealmachender" Hemdsärmel-Konservativismus mit libertär-autoritären Zügen. 

In diesem Feld der Überlagerungen positioniert sich Donald Trump als der größte Veränderer zum Guten der jüngeren amerikanischen Geschichte – aus seiner Sicht in einer weit komplizierteren Situation als seine modernen Vorgänger, einschließlich Roosevelt. Trump sieht sich selbst als denjenigen, der Amerika in einer Zeit rettet, in der ein systemischer US-Abstieg durch die neuen geopolitischen und technologisch-wirtschaftlichen Zusammenhänge möglich gewesen wäre. Zu seinem Heilszweck hat er nicht nur die internationalen Organisationen, sondern auch die Nachhaltigkeitsagenda beschädigt und ist aus 66 internationalen Organisationen und Abkommen ausgetreten, was einmalig in der US-Geschichte ist. Damit hat er jeder gemeinsamen Menschheitsagenda den Riegel vorgeschoben und seine oft spontane und kriegerische „Trump’sche Einfallspolitik" an die Stelle friedlicher globaler Abkommen gesetzt.

10. Ausblick: Achillesfersen
Genau hier liegen aber auch die Achillesfersen des Ganzen. Trumps Einfallspolitik ist auch eine Einfaltspolitik. Die Rückholung des Primats der „starken Männer" über alle anderen Gesellschaftsakteure, die Trump versprochen hat, wird im Rückblick auf seine letztlich doch vorübergehende Ära eine Chimäre geblieben sein. In Wirklichkeit ist Trumps Sichtweise überproportional wirtschaftsabhängig. Die Hochzeit der Ressourcenwege-Strategie könnte noch schneller als gedacht der Informationswege-Dominanz auf virtuellem Gebiet weichen, was vieles am Iran-Krieg für überholt erscheinen ließe. Darüber hinaus sind Trumps Visionen, Ansätze und Vorgehensweisen viel zu stark von seiner Person abhängig, um mit den langfristigen Machtentwicklungs-Strategien Chinas („Der Berg bewegt sich nicht") oder den eschatologisch verankerten Visionen Russlands („Der Kampf des Heiligen Georg gegen den Drachen") auf Dauer zu konkurrieren. Würde Trump ausfallen, würde sich mit einem Schlag alles ändern – zu viel für ein Land, das nicht nur die wirtschaftlich globalisierteste, sondern auch die demokratische Leitnation der Erde ist. 

Fazit?
Mit der Kontrolle entscheidender Welt-Passagen wie der Straße von Hormus dient der Iran-Krieg neben der temporären Schwächung und Abschreckung Chinas dem Wiedergewinn und dem Ausbau des zentralen Paradigmas amerikanischer Vorherrschaft an einer der wichtigsten Ressourcenstraßen der Weltwirtschaft mittels Beseitigung des zentralen Störfaktors seit 1979, nämlich des iranischen Mullah-Regimes. Dass eben dieses Regime in der vierten Kriegswoche es zur zentralen Voraussetzung für ein Friedensabkommen erklärt hat, dass der Iran die Kontrolle über die Straße von Hormus nicht nur vollends behalte, sondern künftig sogar Maut von durchfahrenden Schiffen einheben dürfe, unterstreicht die Plausibilität der Diagnose, dass es nicht um das Öl an sich, sondern um die Straße des Öls geht.

Was bleibt?
Trump ersetzt mit seinem Vorgehen politische Ökonomie durch ökonomische Geopolitik. Das soll für die kommenden Jahre die Standards setzen. Es bleibt allerdings fraglich, ob diese Rechnung, die an die Kalküle der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erinnert, unter den Bedingungen des 21. Jahrhunderts aufgeht. Ebenso offen bleibt, was das für die EU und Deutschland bedeutet. Beide sind kaum direkt von Importen über die Straße von Hormus abhängig, da die EU weniger als 9% und Deutschland weniger als 1% der Rohstoffe darüber bezieht. Doch über steigende Rohstoffpreise im Gefolge des Krieges und Investitionsstaus wegen der damit verbundenen Unsicherheit sind beide ebenso betroffen, wie von der Gefährdung der Weltwirtschaft durch die Kombination von Trumps Zollpolitik mit seinen regionalen Kriegen. Die Abhängigkeit langfristiger Strategien nicht nur der Weltmacht USA, sondern letztlich auch Europas von einer einzigen Person wie im Fall Trumps ist nicht nur ungesund, sondern im Prinzip auch undemokratisch. Sie ist ein hohes Risiko, welches Demokratien mit ihrer vergleichsweise langsamen, stetigen und im Prinzip auf Kooperation angewiesenen Entwicklungslogik so nicht eingehen sollten.

Roland Benedikter, Dr. rer. pol. (FU Berlin), Dr. phil. (FU Berlin), Dr. phil. (Universität Innsbruck), ist Co-Leiter des Centers for Advanced Studies der Europäischen Akademie Bozen / Eurac Research, UNESCO-Lehrstuhlinhaber für Interdisziplinare Antizipation und Global-Lokale Transformation, Mitglied der globalen UNESCO Lehrstühle-Vereinigung für Zukunftsbildung und Vorausschau (FLF), der UNESCO-Medien- und Informations-Bildungsallianz (MIL), der italienischen Vereinigung der UNESCO-Lehrstühle Rete delle Cattedre UNESCO Italiane (ReCUI) und der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste EASA Salzburg.
 
Herr Benedikter ist auch Wissenschaftlicher Beirat der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik Wien und des Italienischen Stiftungsinstituts für die Zukunft IIF Neapel sowie Kuratoriumsmitglied des forum future economy sowie der Toynbee Preisstiftung für globale Geschichte Boston, USA. sdf Zudem ist er Autor und Herausgeber von mehr als 30 Büchern und 400 Publikationen, darunter zwei Bücher zu den Amtszeiten Barack Obamas und Joe Bidens, Mitautor eines Berichts an den Club of Rome zu den Grenzen der Privatisierung (Ernst Ulrich von Weizsäcker) und zweier Strategic Multilayer Assessment (SMA) White Papers zur Ethik von Zukunftstechnologien für die US-Regierung (Pentagon). Forschungsinteressen: Übergeordnete Themen der Menschheit, Transatlantische Beziehungen und Ideengeschichte, inter- und transdisziplinäre Transformation, Re-Globalisierung und Evolution internationaler Institutionen, neue Humantechnologien (NHT) und Mensch-Maschine-Konvergenz.


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