Rebecca Brumma
Wirtschaft | CSR & Strategie, 23.03.2026
Stark durch Verantwortung
Wie Corporate Volunteering gesellschaftliche Resilienz stärkt
Krisen, Polarisierung und Fachkräftemangel belasten das gesellschaftliche Miteinander. Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden Zeit für gemeinnütziges Engagement geben, leisten mehr als nur einen Beitrag, sie investieren in die Zukunft.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist kein Selbstläufer. In Zeiten multipler Krisen geraten viele zivilgesellschaftliche Organisationen an ihre Belastungsgrenzen. Gleichzeitig wird immer deutlicher, dass Unternehmen eine Rolle dabei spielen können, diese Strukturen zu stabilisieren. Gemeinnütziges Engagement während der Arbeitszeit, besser bekannt als Corporate Volunteering, ist ein wirkungsvoller Ansatz, um Verantwortung zu übernehmen und dabei nicht nur anderen, sondern auch sich selbst zu helfen.
Die Ausgangslage: Weniger Engagement, mehr Bedarf
Zivilgesellschaftliche Organisationen geraten zunehmend unter Druck. Vielerorts fehlen nicht nur hauptamtliche Kräfte, sondern auch freiwillige Unterstützer*innen. Gleichzeitig zeigen aktuelle internationale Erhebungen, dass das gemeinnützige Engagement im Rahmen von Corporate-Volunteering-Programmen wächst. Laut dem Global Corporate Volunteering Quotient 2025 beteiligen sich weltweit inzwischen mehr als 22 Prozent der Mitarbeitenden an entsprechenden Programmen.
Besonders hoch ist die Quote in Unternehmen, die auf klare Strukturen und strategische Einbindung setzen. Auch die durchschnittliche Einsatzzeit pro Person hat weiter zugenommen. Das zeigt: Wenn Freiräume geschaffen und gezielt unterstützt werden, steigt die Bereitschaft zum gesellschaftlichen Engagement deutlich.
Wie Engagement wirksam wird
Zahlen und AnlaufstellenDaten und Quellen Weltweit beteiligen sich 22,2 Prozent der Mitarbeitenden am Corporate Volunteering (Global Corporate Volunteering Quotient 2025) Organisationen und Plattformen
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Wer Corporate Volunteering ernst meint, sollte sich vom Gedanken der punktuellen Hilfe lösen. Wirkungsvolles Engagement orientiert sich an den tatsächlichen Bedarfen vor Ort und schafft langfristige Verbindungen. Dafür braucht es Programme, die professionell organisiert und mit den unternehmerischen Werten verknüpft sind. Die Integration in die Personal- und Nachhaltigkeitsstrategie, eine begleitende Kommunikation sowie die Möglichkeit für Mitarbeitende, eigene Ideen einzubringen, machen ein Programm lebendig und glaubwürdig.
Unternehmen, die solche Strukturen aufbauen, profitieren gleich mehrfach. Die Mitarbeitenden entwickeln neue Perspektiven, knüpfen bereichsübergreifende Kontakte und erleben ihren Arbeitgeber als verantwortungsbewusst. Gleichzeitig steigt die Attraktivität als Arbeitgeber, insbesondere im Kontext wachsender Anforderungen an soziale Nachhaltigkeit.
Ein wesentlicher Faktor für die Wirksamkeit ist dabei die systematische Auswertung des Engagements. Wer regelmäßig Feedback einholt, sowohl von Mitarbeitenden als auch von den gemeinnützigen Organisationen, kann Wirkung sichtbar machen, Maßnahmen nachjustieren und das Programm weiterentwickeln. Gerade in komplexen Zeiten braucht es belastbare Daten, die belegen, was wirkt und wo Potenzial bleibt. So wird Corporate Volunteering zu einem echten Steuerungsinstrument.
Engagement als demokratische Praxis
Corporate Volunteering kann mehr sein als ein CSR-Baustein, es kann demokratische Kompetenzen fördern. Wer sich engagiert, entwickelt ein Verständnis für gesellschaftliche Herausforderungen, lernt unterschiedliche Lebensrealitäten kennen und übt sich in Verantwortung. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Spaltung zunimmt und das Vertrauen in Institutionen schwindet, kann gemeinsames Engagement ein verbindendes Element sein. Wenn Mitarbeitende in gemeinnützigen Projekten aktiv werden, übernehmen sie nicht nur Verantwortung für andere, sondern stärken auch ihre eigene Haltung als Bürger*innen einer vielfältigen Gesellschaft. Unternehmen, die diese Form des Lernens ermöglichen, leisten somit einen Beitrag zur Demokratiebildung, leise, aber wirksam.
Wer jetzt handeln sollte
Unternehmen sind in der Pflicht, die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, von zeitlichen Freiräumen über gezielte Kommunikation bis hin zur Evaluation des Engagements. Verbraucher*innen wiederum können ihren Einfluss nutzen, indem sie sich für Firmen entscheiden, die gesellschaftliches Handeln nicht nur versprechen, sondern leben. Die Politik sollte für stabile Rahmen sorgen, etwa durch steuerliche Anreize, rechtliche Klarheit oder die Anerkennung von Corporate Volunteering in Berichtsstandards. Auch die Zivilgesellschaft selbst kann ihren Beitrag leisten, indem sie sich für Kooperationen öffnet und Unternehmen auf Augenhöhe begegnet.
Fazit
Corporate Volunteering ist kein nettes Extra, sondern ein strategisches Element moderner Unternehmensführung. Es hilft, gesellschaftliche Lücken zu schließen, fördert den Zusammenhalt und stärkt die Widerstandskraft in unsicheren Zeiten. Unternehmen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, handeln nicht nur nachhaltig, sie gestalten Zukunft aktiv mit.
Rebecca Brumma ist bei vostel volunteering für Corporate Partnerships zuständig und seit 2018 im Team. In dieser Rolle hat sie den Aufbau von Corporate-Volunteering-Programmen für über 76 Partnerunternehmen begleitet und die Umsetzung von mehr als 100.000 Stunden ehrenamtlichen Engagements durch über 20.000 Mitarbeitende ermöglicht.
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