Die spendenfinanzierte Stiftung Bildung veröffentlicht eine neue Folge ihres Podcasts „Beste Bildung – DER Bildungstalk der Stiftung Bildung". Podcasthost Jürgen Rickert spricht darin mit Bundesbildungsministerin Karin Prien über aktuelle Herausforderungen im Bildungssystem und über politische Ansätze zur Verbesserung von Bildungs- und Teilhabechancen für Kinder und Jugendliche.
Karin Prien wurde 1965 in Amsterdam geboren. Die studierte Juristin ist seit 1994 als selbstständige Rechtsanwältin tätig. Von 2017 bis 2025 war die Politikerin Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein sowie 2022 Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Prien ist seit Januar 2022 stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU und seit Mai 2025 Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
Als Bundesministerin verantwortet sie ein Ressort, das Bildung und Familienpolitik zusammenführt. Dabei liegt der Fokus des neu zugeschnittenen Bundesministeriums auf einer ganzheitlichen Betrachtung von Bildung entlang der Bildungsbiografie sowie auf der Stärkung von Übergängen zwischen den Bildungsphasen.
Mit Podcasthost Jürgen Rickert spricht Karin Prien darüber, dass Schule nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein zentraler Lebensraum für Kinder und Jugendliche ist. Sie betont die Verantwortung aller an Schule Beteiligten, grundlegende Kompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen zu vermitteln, und plädiert zugleich für eine stärkere Öffnung von Schule in den Sozialraum. Kooperationen zwischen öffentlichen Schulen und Bildungsstiftungen sieht sie dabei als wichtigen Impulsgeber für Innovation.
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die wachsende Ungleichheit der Startchancen von Kindern und Jugendlichen. Karin Prien unterstreicht die Bedeutung der frühkindlichen Bildung als entscheidenden Hebel für mehr Bildungsgerechtigkeit. Sie spricht über die Notwendigkeit, Forschungsergebnisse aus dem Bildungsbereich schneller und anwendungsorientierter in Schulen zu übertragen, damit diese wirksamer auf aktuelle Herausforderungen reagieren können.
Prien betont, wie wichtig es sei, Kinder und Jugendliche ernst zu nehmen und in politische Debatten einzubeziehen, insbesondere bei Themen, die sie unmittelbar betreffen. Generationendialog sei dabei zentral, um Vertrauen zu stärken und Polarisierung entgegenzuwirken. Bildung spiele eine Schlüsselrolle für das gesellschaftliche Aufstiegsversprechen und damit für das Vertrauen in die Demokratie. Neben fachlichen Kompetenzen gehe es deshalb auch um Wertevermittlung, kritische Medienbildung und um Schule als Ort von Gemeinschaft:
„Und am Ende [...] wird es an Schule noch mehr auf Beziehungen und auf das Erleben von Gemeinschaft ankommen, weil Schule eben nicht nur ein Bildungs-, sondern auch ein Lebensraum für Kinder ist. [...] Schulen müssen eine Lernumgebung, eine Lebensumgebung sein, in der Kinder und Jugendliche sich willkommen fühlen und in denen sie gerne lernen.”
Der Podcast „Beste Bildung – DER Bildungstalk der Stiftung Bildung" entsteht in Zusammenarbeit mit Jürgen Rickert, ehrenamtlich Engagierter der Stiftung Bildung. Im Format kommen regelmäßig Akteur*innen aus Politik, Praxis, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zu Wort, die sich mit Fragen von Bildungsgerechtigkeit, Teilhabe und Bildungsengagement befassen. Weitere Gäst*innen waren unter anderem Amy Kirchhoff, Gesine Schwan, Marina Weisband und Christine Streichert-Clivot.
Die Stiftung Bildung ist eine gemeinnützige Spenden- und Lobbyorganisation. Sie wirkt direkt an der Basis über ein starkes Netzwerk des Bildungsengagements, insbesondere von Kita- und Schulfördervereinen, und setzt sich als Themenanwältin für eine gerechte, vielfältige und partizipative Bildung für alle Kinder und Jugendlichen bundesweit ein.
zum Weiterlesen:
Bildung für alle!
Eckard Christiani: wie wr morgen lehren und
lernen wollen
Band 7 der Reihe "morgen - wie wir leben wollen"
zum Thema Wissen und Bildung. In diesem
Band vereinen sich die drängendsten Bildungsthemen unserer Zeit zu einem
vielstimmigen Gesamtbild, das zum Nach- und Umdenken anregt.
1. Auflage, Edition forum 2026, 144 Seiten, zahlreiche Abbildungen
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