Umwelt | Naturschutz, 23.01.2026
NABU und Golfverbände kooperieren für mehr Artenvielfalt auf Golfplätzen
Baden-Württembergs Golfclubs bieten Potenzial als Lebensraum für Wildtiere
Gemeinsam für mehr Artenvielfallt auf Golfplätzen – dieses Ziel haben NABU, Deutscher Golf Verband (DGV) und Baden-Württembergischer Golfverband (BWGV) mit einer offiziellen Biodiversitätskooperation beschlossen. Die Verbandsspitzen trafen sich dazu auf der Messe CMT in Stuttgart. Mit der Partnerschaft sollen bereits bestehende und künftige Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung und zum Schutz der Natur auf den Golfanlagen im Südwesten fachlich begleitet und weiterentwickelt werden. Der BWGV startete bereits im Jahr 2020 mit der Initiative „Lebensraum Golfplatz – wir fördern Artenvielfalt" und freut sich auf die fachliche Unterstützung des NABU.
Biotopverbund stärken „Wir freuen uns, mit dieser Kooperation die Weichen für mehr Arten- und Naturschutz auf Golfplätzen im Land zu stellen. Gut gemacht, können hier Flächen entstehen, die etwa Vogel-, Fledermaus- und Insektenarten einen passenden Lebensraum bieten. Weil Golfanlagen meist mitten in der Landschaft liegen, haben sie zudem Potenzial für den Biotopverbund. Dieses Potenzial gemeinsam besser auszuschöpfen, liegt beiden Seiten am Herzen", so der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle.
„Mit der Initiative ‚Lebensraum Golfplatz – Wir fördern Artenvielfalt‘?und der jetzigen Kooperation mit dem NABU wollen wir möglichst viele Golfanlagen darin bestärken, einen aktiven Beitrag zum Natur- und Umweltschutz zu leisten und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Die Golfanlagen verfügen über wertvolle Flächen außerhalb des Spielbetriebs, die als Lebensräume für Wildtiere und Pflanzen genutzt werden. Mit der Kooperation führen wir unser langjähriges Engagement für Biodiversität auf den Golfanlagen in Baden-Württemberg konsequent weiter", ergänzt BWGV-Präsident Michael Marbler.
Unbespielte Flächen für Biodiversität nutzen
Im Rahmen der Kooperation bekennt sich der BWGV gemeinsam mit interessierten Clubs dazu, auf freiwilliger Basis biodiversitätsfördernde Maßnahmen umzusetzen. Der NABU vermittelt dazu regionale Expertise über seine lokalen Gruppen. Geld fließt dabei nicht. Aktuell engagieren sich 60 der insgesamt 90 im BWGV organisierten Golfanlagen in der bestehenden Initiative „Lebensraum Golfplatz". Die Golfanlagen haben große Flächen, von denen nur etwa 40 Prozent für die Spielbahnen genutzt werden. In Summe verfügen die im BWGV organisierten Golfclubs über eine Fläche von 3.000 Hektar.
Hintergrund:
Die Kooperation führt das Engagement des Golfverbands für die Natur fort: Seit vielen Jahren setzt sich der Verband, unterstützt von Umweltministerium Baden-Württemberg und Bundesamt für Naturschutz (BfN), dafür ein, die auf Golfanlagen vorhandenen Biodiversitätsflächen zu erfassen, zu bewerten und im besten Fall weiter auszubauen. Vor zwei Jahren ist das Projekt in seine zweite Phase gestartet. „Lebensraum Golfplatz – Wir fördern Artenvielfalt" rückt nun stärker die vielen extensiv genutzten Flächen rund um die Greens ins Zentrum, wie etwa Magerwiesen, Hecken, Gewässer oder Waldränder. Sie sind wertvolle Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen.
Mit dem Qualitätszertifikat GOLF&NATUR hat der Deutsche Golf Verband e.V. ein Umweltprogramm für Golfanlagen entwickelt, das auch im Südwesten viele Beteiligte hat. Es gibt eine Hilfestellung zur ordnungsgemäßen, umweltbewussten und nachhaltigen Betriebsführung. Weitere Infos: www.bwgv.de
Der NABU hat in Baden-Württemberg rund 132.000 Mitglieder, die in 230 örtlichen Gruppen ehrenamtlich aktiv sind. Einige setzen sich bereits heute für einen naturverträglichen Golfsport ein, indem sie einzelne Golfclubs beraten. Die neu geschlossene Vereinbarung gilt erstmals für ganz Baden-Württemberg. Weitere Infos: www.NABU-BW.de
Kontakt: NABU (Naturschutzbund Deutschland) Landesverband Baden-Württemberg e.V., Camilla Lindner | Camilla.Lindner@NABU-BW.de | www.nabu-bw.de
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