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Strategische Lagernetzwerk-Planung

Wie Unternehmen Effizienz und Nachhaltigkeit vereinen

  • Amin Yarban / Unsplash
Wie lassen sich Lagerkosten senken und gleichzeitig Nachhaltigkeitsziele erreichen? Dieser Beitrag zeigt, warum die strategische Lagernetzwerk-Planung mit Hub-Logistik, Digitalisierung und intelligenter Standortwahl zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil wird.
 
Die Planung eines optimalen Lagernetzwerks zählt zu den wichtigsten strategischen Entscheidungen für Unternehmen mit komplexen Lieferketten. In Zeiten steigender Logistikkosten, verschärfter Nachhaltigkeitsanforderungen und wachsender Kundenerwartungen an Liefergeschwindigkeit wird die richtige Balance zwischen Wirtschaftlichkeit und ökologischer Verantwortung zur Herausforderung.

Die wirtschaftliche Dimension: Lagerkosten im Fokus

Die Zahlen sprechen für sich: In Deutschland machen die Logistikkosten insgesamt rund 9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Davon entfallen etwa die Hälfte – also zwischen 6,5 und 11 Prozent der Gesamtkosten eines Produkts – allein auf die Lagerkosten. Noch deutlicher wird die Bedeutung beim Blick auf das Umlaufvermögen: Lagerbestände stellen durchschnittlich 34 Prozent des Umlaufvermögens deutscher Unternehmen dar – mit Abstand der größte Posten.

Diese Zahlen verdeutlichen, warum eine durchdachte Lagernetzwerk-Planung weit mehr ist als eine operative Aufgabe. Sie ist ein strategischer Hebel zur Kostensenkung und Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig zeigen aktuelle Studien, dass bei 52 Prozent der befragten Unternehmen die Logistikkosten im Jahr 2021 gestiegen sind – ein Trend, der eine Optimierung der Lagerstruktur noch dringlicher macht.

Zentrallager vs. dezentrale Strukturen: Die richtige Balance finden

Bei der Lagernetzwerk-Planung stehen Unternehmen vor einer grundsätzlichen Entscheidung: Setzen sie auf ein zentrales Lager oder auf ein dezentrales Netzwerk? Beide Ansätze haben ihre Berechtigung, doch zunehmend etabliert sich ein hybrider Ansatz, der die Vorteile beider Welten kombiniert.

Das Konzept der Hub-Logistik bietet hier einen vielversprechenden Mittelweg. Bei diesem Ansatz dienen strategisch platzierte Logistik-Hubs als Hauptumschlagbasen, die Waren aus verschiedenen Depots sammeln, sortieren und für den Weitertransport zum Zielort vorbereiten. Der entscheidende Vorteil: Durch die zentrale, aber kundennahe Positionierung dieser Hubs können Lieferzeiten deutlich verkürzt werden, während gleichzeitig die Transportkosten sinken.

Besonders für E-Commerce-Unternehmen und Firmen mit überregionalem Versand ist die Hub-Logistik interessant. Die Hubs befinden sich an verkehrsgünstig gelegenen Knotenpunkten – etwa in der Nähe von Autobahnen, Häfen oder am Rand von Großstädten. So lässt sich die "letzte Meile" effizient gestalten, ohne auf die Vorteile eines zentralen Sortiments verzichten zu müssen.

Nachhaltigkeit als strategischer Erfolgsfaktor

Die ökologische Dimension der Lagernetzwerk-Planung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Laut Bundesregierung sollen die CO?-Emissionen im Verkehrssektor bis 2030 im Vergleich zu 1990 um fast die Hälfte sinken. Für die Logistikbranche bedeutet das einen enormen Handlungsdruck – aber auch Chancen.

Nachhaltige Lagerlogistik beginnt bereits bei der Standortwahl und Netzwerkplanung. Unternehmen, die ihre Hubs und Lager strategisch klug positionieren, können Transportwege erheblich verkürzen und damit CO?-Emissionen reduzieren. Durch die Bündelung von Warenströmen und die Vermeidung von Leerfahrten lassen sich zusätzliche Einsparungen erzielen.

Auch die Lagerinfrastruktur selbst bietet vielfältige Nachhaltigkeitspotenziale: von energieeffizienten Beleuchtungssystemen über Photovoltaikanlagen auf den Dächern bis hin zum Einsatz von Elektroflurförderzeugen. Besonders bei Tiefkühllagern, die gekoppelt mit Photovoltaikanlagen betrieben werden, lassen sich enorme Energieeinsparungen realisieren.

Digitalisierung als Enabler intelligenter Lagernetzwerke

Die Digitalisierung revolutioniert die Möglichkeiten der Lagernetzwerk-Planung. Moderne IT-Systeme ermöglichen es, komplexe Warenströme in Echtzeit zu überwachen, Bedarfe präzise zu prognostizieren und Routen dynamisch zu optimieren. Künstliche Intelligenz kann dabei helfen, Lagerbedarf vorherzusagen und Überproduktion sowie Verschwendung zu reduzieren.

Besonders wichtig ist die Transparenz über die gesamte Lieferkette hinweg. Nur wer seine Warenströme, Bestände und Bedarfe im gesamten Netzwerk kennt, kann reaktive und proaktive Strategien für ein effizientes Risikomanagement entwickeln. Dies wird besonders relevant angesichts klimabedingter Risiken und globaler Lieferkettenunterbrechungen.

Fazit: Ganzheitlicher Ansatz erforderlich

Die strategische Planung eines Lagernetzwerks erfordert heute einen ganzheitlichen Ansatz, der wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt. Unternehmen, die ihre Lagerstrukturen optimieren, profitieren nicht nur von Kosteneinsparungen und kürzeren Lieferzeiten, sondern auch von einer verbesserten Nachhaltigkeitsbilanz und höherer Resilienz ihrer Lieferketten.

Der Trend geht dabei weg von starren Zentrallager-Konzepten hin zu flexiblen, dezentralen Netzwerken mit strategisch positionierten Hubs. Wer diese Transformation erfolgreich meistert, sichert sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil in einem zunehmend anspruchsvollen Marktumfeld. Die Investition in eine nachhaltige und effiziente Lagernetzwerk-Planung zahlt sich dabei mehrfach aus – ökonomisch wie ökologisch.


     
        
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