Franz Alt
Technik | Energie, 14.11.2025
Es geht um unser aller Zukunft
Das deutsche Sonnenmärchen und die Querdenker. Ein Kommentar von Franz Alt
Warum und wie haben deutsche Solarfreunde der Sonnenenergie zum weltweiten Durchbruch verholfen? Warum ist das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zum erfolgreichsten Gesetz für die weltweite Energiewende geworden? Warum ist heute Solarstrom auf der ganzen Welt die billigste und am schnellsten wachsende Energiequelle und die Basis für eine friedlichere, gerechtere und klimafreundliche Welt ohne künftige Energiekriege und ohne jeden Verstoß gegen die Naturgesetze?

Das Erfolgsgeheimnis:
Vor etwa 50 Jahren begannen hierzulande kluge Wissenschaftler wie Adolf Götzberger vom Fraunhofer-Institut, engagierte linke und konservative Politiker wie Hermann Scheer (SPD), Hans Josef Fell und Michaele Hustedt (Grüne), Klaus Töpfer (CDU) und Herbert Gruhl (ÖDP) und Josef Göppel (CSU) und zukunftsorientierte Unternehmer wie Georg Salvamoser und Karl-Heinz Remmers, die Solarfirmen in Thalheim oder der Solararchitekt Rolf Disch zusammenzuarbeiten.
Die Zukunft gehört der Sonne
Was diese Querdenker vereinte, war die Sorge um unsere Zukunft. Sie haben das scheinbar Unmögliche möglich gemacht. Es war die Zeit nach Tschernobyl und die Zeit, in der global verstanden wurde, was durch den Klimawandel auf uns zukommt. Es war die Zeit, in der ideologische und parteipolitische Differenzen zweitrangig wurden. Am wichtigsten war die Erkenntnis, das die Zukunft der Sonne gehört.
All diese Querdenker und Querhandler träumten den Traum vom Solarzeitalter und den Traum von der solaren Weltrevolution. Diese Pioniere haben erkannt, dass uns die Sonne zehntausendmal mehr Energie zur Verfügung stellt als die gesamte Menschheit heute verbraucht und dass die Sonnenenergie ein Geschenk des Himmels ist: kostenlos, klimafreundlich, weltweit zuverlässig und noch mehrere Milliarden Jahre verfügbar. Was wollen wir mehr?
Soeben ist das Buch „Deutsches Sonnenmärchen" erschienen, in dem diese Erfolgsgeschichte im relativ sonnenarmen Deutschland von Michael Bukowski wunderbar und überzeugend beschrieben wird. Das Buch ist aus der Sicht eines erfolgreichen, eher konservativen Solarunternehmers geschrieben. Und heute, am 15. November, erschien in der eher linken TAZ ein Kommentar von Peter Unfried mit der Überschrift „Warum braucht Klimaschutz mehr Kapitalismus?"
Beide Publikationen machen klar, dass es beim Überlebensthema der Menschheit nicht um Parteipolitk oder ideologische Scheuklappen geht, sondern um unser aller Zukunft. Diese Zukunft braucht mehr Querdenker und mehr Querdenkerinnen, also unabhängige kluge Köpfe, die intensiv über die Zukunft nachdenken.
Klimaschutz braucht natürlich Kapital und das Kapital braucht natürlich den Klimaschutz, denn ohne Klimaschutz gibt es in Zukunft keine guten Geschäfte.
Eine solare Zivilisation ist die Voraussetzung unseres Überlebens auf diesem Planeten. Linke oder rechte Politik sind Schlagworte von gestern. Die Zukunft muss erneuerbar sein. Die ganze Welt blickt heute auf die solare deutsche Erfolgsgeschichte, die im letzten Jahrhundert ihren Anfang hatte. Deshalb sind heute auch die Millionenvölker China und Indien, aber auch viele Länder in Afrika oder Lateinamerika auf Solarkurs und auf dem Weg zur solaren Weltrevolution.
Zwei Beispiele:
Costa Rica produziert heute seinen Strom zu 99 Prozent erneuerbar, Kenia zu 95 Prozent. Diese Pionierländer werden hoffentlich auch die Diskussionen und die Ergebnisse auf der 30. Weltklimakonferenz in Belem am Amazonas bestimmen. Sie schreiben die wichtigste Erfolgsgeschichte für die künftigen Generationen: Die solare Energiewende ist möglich und nötig.
Die Welt ist zur Zeit voll mit schlechten, dunklen und katastrophalen Nachrichten. Aber wer erhellt jeden Morgen die Welt aufs neue? Richtig – die Sonne.
- Franz Alt „Die solare Weltrevolution" – Aufbruch in eine neue Menschheitsepoche | HERDER 2025
- Michael Bukowski, Karl-Heinz Remmers (Hrsg.): „Deutsches Sonnenmärchen" – Wie wir die Solarenergie zum weltweiten Erfolg gemacht haben | Leseprobe (PDF) | oekom verlag 2025
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