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Anzeige, Umwelt | Ressourcen, 31.10.2025

Sekundärrohstoffe und die Chance für unsere Zukunft

Nachbericht zum RAL Forum Kreislaufwirtschaft

Am 29. Oktober fand das „RAL Forum Kreislaufwirtschaft: Sekundär ist das neue Primär" statt. Mehr als 150 Teilnehmende online und vor Ort in Bonn folgten den Vorträgen und Diskussionen rund um das Thema Sekundärrohstoffe. 

Speaker:innen und Podiumsdiskussionsteilnehmer:innen, v.l.n.r. Lukas Hädicke, Eleonore Eisath, Rüdiger Wollmann, Sven Schneider, Boris Schubert, Dr. Ina-Maria Becker, Dr.-Ing. Hartmut Pflaum, Sven Fischer, Dr. Marc-Oliver Pahl © alle freiheit Werbeagentur
Bereits zum dritten Mal in Folge drehte sich beim RAL Forum in Bonn alles um die Kreislaufwirtschaft. Im Fokus diesmal: das Potenzial der sekundären Rohstoffe. Diese werden aus Abfällen oder ausgedienten Produkten gewonnen und durch Recycling wieder in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt. Sie kommen in vielen Bereichen zum Einsatz, z. B. in der Verpackungs-, Bau- oder Textilindustrie. Die Nutzung von Sekundärrohstoffen schont wertvolle Ressourcen, stärkt die wirtschaftliche Unabhängigkeit und reduziert gleichzeitig Umweltbelastungen. So die Theorie – denn trotz aller Vorteile stehen Sekundärrohstoffe noch vor einigen Hürden. Es fehlen häufig finanzielle Anreize, regulatorische Rahmenbedingungen oder schlicht die Akzeptanz der Verbraucher:innen. 

Um Punkt zehn Uhr eröffnen Moderator Sven Fischer und RAL Präsident Boris Schubert die Veranstaltung – in freudiger Erwartung vieler spannender Impulse rund um „das Gold unserer Zukunft", wie Sven Fischer die Sekundärrohstoffe betitelt. 

Dr.-Ing. Hartmut Pflaum vom Fraunhofer-Institut für Umwelt, Sicherheit und Energietechnik ist der erste Redner des Tages. Er betont: Zirkuläres Wirtschaften ist eine Lösung für viele Probleme unserer Zeit. Jedes Jahr werden ungefähr 100 Milliarden Tonnen Rohstoffe aus der Umwelt entnommen, Tendenz steigend. Aktuell werden nur knapp 7 % davon wieder in den Materialkreislauf zurückgeführt. Das Potenzial von sekundären Rohstoffen wird zum einen wenig genutzt, zum anderen fällt nach wie vor sehr viel Abfall an. 

Nach ihm betritt Eleonore Eisath von der Verpackungsagentur MILK die Bühne. Ihr Thema: Wie kriegen wir mehr Rezyklat in die Verpackung? Schnell wird klar, dass es vor allem zwei große Hürden gibt. Die erste ist die Regulatorik – so sind z. B. in Deutschland im Lebensmittelbereich Rezyklate nur bei Flaschenverpackungen zugelassen. Die zweite Hürde liegt in der Akzeptanz der Verbraucher:innen, die oft Verpackungen als nachhaltig empfinden, die gar nicht nachhaltig sind. 

Dr. Ina-Maria Becker, Head of Sustainability bei Der Grüne Punkt Deutschland sowie stellvertretende Vorsitzende der RAL Gütegemeinschaft Rezyklate aus haushaltsnahen Wertstoffsammlungen e. V., hält den dritten Vortrag der Veranstaltung. Mit Fakten und Anekdoten führt sie das Publikum in den Bereich der Wertstoffsammlungen in Deutschland ein – und stellt konkret den Nutzen des RAL Gütezeichens % Recycling-Kunststoff vor. 

Vierter Redner des Tages ist Lukas Hädicke von der ARDEX GmbH. Das Wittener Unternehmen ist Weltmarktführer im Bereich bauchemischer Spezialbaustoffe und forscht intensiv nach zirkulären Ansätzen in der Bauchemie. Hädicke stellt ARDEX CircuTec vor, ein neues alternatives Produkt zum klassischen Fliesenkleber. Das Produkt ist in der Herstellung deutlich CO2-reduziert und ermöglicht zudem am Ende der Lebensdauer das einfache Ablösen und Wiederverwenden der Fliese. Die Forderung zum Schluss: Wir müssen weg von Leuchtturmprojekten und rein in die breite Implementierung – und zwar schnell! Dafür muss jedes Gewerk neue und wirtschaftliche Lösungen entwickeln, die für alle Beteiligten akzeptabel sind. 

Nach einer kurzen Pause stellt RAL Hauptgeschäftsführer Rüdiger Wollmann die RAL Gütezeichen für die Kreislaufwirtschaft vor. Bereits seit 100 Jahren sind RAL Gütezeichen ein Instrument zur Selbstregulierung der Wirtschaft – das in der Regel weit über gesetzliche Vorschriften hinausgeht. „Wo gibt es ein Problem, wo muss ich eine bestimmte Qualität sicherstellen? All dies lässt sich mit RAL Gütezeichen organisieren und für alle sichtbar machen", fasst Wollmann zusammen. 

An der anschließenden Panel-Diskussion nehmen neben den Keynote-Speaker:innen und RAL Präsident Boris Schubert noch Dr. Marc-Oliver Pahl vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr NRW sowie Sven Schneider vom Amt für Wirtschaftsförderung der Bundesstadt Bonn teil. Es entsteht eine lebhafte Diskussion, bei der alle Beteiligten sich einig sind: Damit das volle Potenzial von Sekundärrohstoffen ausgeschöpft werden kann, sind weitere regulatorische Rahmenbedingungen nötig. 

„Wir freuen uns, dass das RAL Forum erneut den Raum für einen spannenden Austausch zum Thema Kreislaufwirtschaft geöffnet hat. Verschiedene RAL Gütezeichen – wie das RAL Gütezeichen % Recycling-Kunststoff oder das RAL Gütezeichen Post-Consumer Recyceltes Polyethylen – erfüllen bereits eine wichtige Rolle dabei, mehr Rezyklate zurück in den Stoffkreislauf zu bringen. Wir werden diesen Weg weiter mitgestalten und Impulse setzen. Für eine Zukunft, in der Sekundär dann wirklich irgendwann das neue Primär ist", so Rüdiger Wollmann. 

Alle Interessierten finden hier die Aufzeichnung der Veranstaltung (YouTube).
 
RAL – Kennzeichnungsexpertise seit 1925
Seit einem Jahrhundert verlassen sich Verbraucher:innen, Unternehmen und öffentliche Auftraggebende auf die von RAL unabhängig und streng kontrollierten Kennzeichnungen. Die Geschäftsbereiche – RAL GÜTEZEICHEN, RAL FARBEN, RAL UMWELT und RAL LOGO LIZENZ beschäftigen sich in unterschiedlichster Weise mit dem Thema Kennzeichnungen und leisten damit einen erheblichen Beitrag zum Verbraucherschutz. Neben rund 150 anerkannten RAL Gütezeichen und mehr als 2.500 eindeutig definierten Farbtönen ist RAL zuständig für die Vergabe, Marktüberwachung und Missbrauchsverfolgung des Blauen Engel, des EU Ecolabel, des Testlogos der Stiftung Warentest und des Grünen Knopf, dem ersten staatlichen Zeichen für nachhaltige Textilien. Seit dem Frühjahr 2023 hat RAL zusätzlich die Aufgabe des Regulators für den Nutri-Score in Deutschland übernommen.

Kontakt: RAL Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e.V., Andrea Knaden | presse@ral.de | www.ral.de



     
        
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