66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen

Die Konvergenz von IoT, ESL und KI: Aufbau des Smart Stores von morgen

Nachhaltiger Einzelhandel durch fortschreitende Digitalisierung

Transformationsprozesse hin zu mehr Nachhaltigkeit durch Automatisierung bewegen auch den Einzelhandel. Elektronische Preisschilder und das Internet der Dinge (IoT) können kombiniert mit Künstlicher Intelligenz einen wichtigen Beitrag für ein effizienteres Betriebsmanagement leisten.

ESL: Preise und Produktinformationen in Echtzeit

© Viscious-speed, pixabay.comEinkaufen ohne Personal an den Kassen oder in der Bedienung – ein Konzept, das auch durch den zunehmenden Nachwuchsmangel an Bedeutung gewonnen hat, eröffnet zugleich zahlreiche Chancen. Die automatisierte Preisauszeichnung bietet ein bedeutendes Steigerungspotenzial für die Konkurrenzfähigkeit eines stationären Retails. Besonders in preissensiblen Bereichen wie Elektronik vergleichen Kundinnen und Kunden vor dem Griff ins Regal per Smartphone die Angebote. Dabei spielt der Onlinehandel eine zentrale Rolle. Elektronische Preisschilder (ESL) passen die Zahlen innerhalb weniger Minuten ereignisgesteuert an. Das Team eines Smart Store kann sich in der Zwischenzeit auf andere Aufgabenfelder fokussieren. Kundinnen und Kunden eröffnen ESL auch eine innovative Art zu shoppen: Mobiles Bezahlen direkt am Regal: Mit dem Smartphone wird der ausgewählte Artikel per QR-Code oder NFC eingescannt und bezahlt, unabhängig vom Standort einer SB-Kasse. Der darauf ausgestellte digitale Kassenbon trägt durch den Verzicht auf Papier zur Abfallvermeidung bei. Auch die Verbraucherinformation wird durch elektronische Preisschilder verbessert: Inhaltsstoffe und Herkunft eines Produkts können leichter herausgefunden werden als auf den oft schwer lesbaren Aufdrucken. Detailliertere Produktbeschreibungen inklusive der Angabe von Lieferketten können per App noch im Store transparent gemacht werden.

IoT: Nachhaltiger Handel durch digitale Prozessoptimierung 

Das Internet der Dinge erzielt durch die Vernetzung von Geräten, die auf der Verwendung einer KI basieren, eine deutliche Effizienzsteigerung der alltäglichen Vorgänge in einem Smart Store. Über Sensoren können in Echtzeit gesammelte Daten ausgetauscht werden: Intelligente Kameras und Regale überwachen den Warenbestand und eventuellen Wartungsbedarf über eine Vernetzung der Verkaufsautomaten, auch zwischen unterschiedlichen Standorten. Die Integration der verschiedenen Geräte erfolgt über eine cloudbasierte retail IoT-plattform. Software-Tools ermöglichen dabei die Analyse und Visualisierung der im Store gesammelten Daten. Werden vordefinierte Grenzwerte, etwa für die Temperatur von Kühlregalen oder den Bestand an einem bestimmten Produkt, über- oder unterschritten, erhalten Ladenbetreiber über die Plattform eine Benachrichtigung auf ihrem Smartphone. Es können dann z.B. automatisch fehlende Waren nachbestellt werden. Auch das Kundenverhalten kann über die retail IoT-Plattform ausgewertet werden: An welchen Regalen bleiben diese stehen und wie lange? Der Aufbau des Geschäfts kann dadurch optimiert werden. Auch durch die Auswertung des Einkaufsverhaltens kann maßgeschneiderte Werbung über Displays unmittelbar dort geschaltet werden, wo sich die Kundin oder der Kunde gerade aufhält. Diese Personalisierung des Shoppingerlebnisses kann die Kundenbindung erhöhen und letztlich den Umsatz steigern. 

Software mit Durchblick und smarten Kameras

"Out of Stock" soll mit den drahtlosen Geräten der Technologie Captana der Vergangenheit angehören: Gegenüber den Regalen angebracht und ausgestattet mit Autofokus registrieren diese im Weitwinkel alle relevanten Vorgänge. Entsprechend der geltenden DSGVO, etwa innerhalb der EU, werden dabei Aufnahmen von Personen durch die Programmierung automatisch unkenntlich gemacht. Ausgenommen hiervon können biometrische Methoden für die Altersverifizierung sein, wenn es etwa um den Verkauf von altersbeschränkten Produkten wie Nikotin oder Alkohol geht. Dabei kann der Zugang zum Geschäft an sich oder zu einzelnen Automaten beschränkt werden. Zentrale Aufgabe für die Mini-Kameras: Ohne Verzögerung Lücken innerhalb eines Regals aufzunehmen. Im Zusammenspiel mit den ESL, die bei der Geolokalisierung des fehlenden Bestands helfen, können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Verkaufsraum oder im Lager in Echtzeit informiert werden. Es kann auch die automatische Nachbestellung aktiviert werden. Auf lange Sicht hilft diese Technologie dabei, das Bestandsmanagement zu verbessern. Die über die retail IoT-plattform erfolgende Auswertung der gesammelten Daten lässt Rückschlüsse auf die Nachfrage nach einzelnen Waren zu. Dabei hilft das KI-gestützte Captana bei der Aufgabe, Verkaufsprognosen zu erstellen und Bestellmengen flexibel anzupassen. 

Zufriedenere Kundinnen und Kunden, weniger Abfall sowie eine verbesserte ökonomische Performance helfen dabei, Smart Stores auf eine nachhaltige Weise zu managen.


     
        
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