Deutschland fehlt Finanzwissen

Vor allem Frauen, Jüngere und formal geringer Gebildete wissen weniger über Finanzen.

Nur jeder dritte Deutsche hält sein Finanzwissen für hoch. Vor allem Frauen, Jüngere und formal geringer Gebildete wissen weniger über Finanzen. Beim Geld zählt der persönliche Rat, jeder zweite Deutsche folgt Influencern. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Studie des Geldratgebers Finanztip, die der neue zweite Chefredakteur Saidi Sulilatu zu seinem Amtsantritt vorgestellt hat.   

© 777564, pixabay.com„Wir wollten wissen, wie gut das Wissen der Menschen in zehn verschiedenen Finanzthemen ist", erklärt Saidi Sulilatu, neuer Chefredakteur von Finanztip. Das Ergebnis: Am wenigsten kennen sich die Deutschen in großen Finanzfragen rund um das Bauen (z. B. Bausparvertrag; gewichteter Mittelwert 2,5 Punkte von 5 Punkten), die Geldanlage (z. B. Aktien, Anleihen, ETFs; 2,4 Punkte) sowie Versicherungen (z. B. Kranken-, Kfz-Versicherung; 2,4 Punkte) aus. Den höchsten Wissensstand hat die Bevölkerung in Finanzthemen des Alltags wie Konto (z. B. EC-Karte, Tagesgeld; 3,4 Punkte), Verträge (z. B. Handy, Strom, Abos; 3,4 Punkte) sowie Miete (z. B. Mietvertrag; 3,1 Punkte). 

Alter, Geschlecht, Abschluss: Finanzwissen ist unterschiedlich verteilt 
Die Finanztip-Studie zeigt, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen beim Finanzwissen schlechter abschneiden als andere: Mehr als jeder Dritte der unter 40-Jährigen hat (sehr) geringes Finanzwissen (35 Prozent), bei den über 60-Jährigen ist es nur rund jeder Vierte (28 Prozent). „Gerade den Jüngeren fehlt wichtiges Praxiswissen in Sachen Finanzen", erklärt Sulilatu. „Das liegt auch daran, dass sie erst am Anfang ihres Berufslebens stehen und sich über Geldanlage noch wenig Gedanken machen mussten." 

Einen starken Einfluss haben laut der Finanztip-Umfrage auch der Bildungsstand und das Einkommen: Menschen mit einem abgeschlossenen Studium stufen ihr Wissen zu den zehn Finanzthemen besser ein (durchschnittlich 3,2 von 5 Punkten) als alle anderen Bildungsschichten (2,9 Punkte). „Vor allem wirtschaftlich schlecht gestellte Menschen verfügen in unserem Land häufig über eine geringere Finanzbildung.  Aber nur wer sich auskennt, hat eine Chance, finanziell gut über die Runden zu kommen”, erklärt Sulilatu. Für ihn ist die Aufgabe als neuer Chefredakteur von Finanztip klar: „Finanzbildung muss jeden erreichen, vor allem diejenigen, die sich das Thema heute noch nicht zutrauen." 

Frauen wissen weniger über Finanzen als Männer  
Die Studie zeigt auch, dass Frauen ihr Finanzwissen schlechter einschätzen als Männer, und das in allen zehn abgefragten Bereichen (Frauen: 2,7; Männer: 3,1 von 5 Punkten). Der größte Geschlechterunterschied besteht beim Thema Börse: Während 71 Prozent der Frauen angeben, einen (sehr) geringen Kenntnisstand zu haben, sind es nur rund halb so viele Männer (36 Prozent). „Finanzen sind in vielen Haushalten immer noch Männersache", beobachtet Sulilatu. „In Deutschland brauchen wir noch viel mehr Initiativen im Bereich Female Finance wie unseren Podcast ‚Auf Geldreise’, der sich speziell an Frauen richtet." 

Hier informieren sich die Deutschen am häufigsten über Finanzen 
Die beliebteste Informationsquelle für Finanzen sind für die Deutschen ihre Freunde und Bekannten (87 Prozent). Es folgen Nachrichtenwebseiten (81 Prozent), Fernsehen und Radio (80 Prozent) sowie unabhängige Verbraucherorganisationen wie Finanztip oder die Stiftung Warentest (78 Prozent). Die unbeliebteste Ressource sind Coachings, die nur ein Teil der Bevölkerung nutzt (38 Prozent). Überraschend oft genutzt werden inzwischen die Tipps von Finfluencern auf YouTube, Instagram und Co. (52 Prozent) sowie die von Finanzberatern und -dienstleistern (z. B. Banken, Versicherungen; 71 Prozent). 

Bei den Informationsquellen bestehen aber deutliche Altersunterschiede: Menschen unter 40 nutzen nicht nur häufiger den Rat von Freunden (93 Prozent) und Familie (90 Prozent), bei ihnen stehen auch Finfluencer (76 Prozent) und Coachings (53 Prozent) deutlich höher im Kurs. Sulilatu rät, bei Finfluencern kritisch zu sein: „Empfiehlt ein Finfluencer ein Finanzprodukt, weil es wirklich gut ist, oder nur, weil er gut dafür bezahlt wird?” 

Neuer Chefredakteur von Finanztip 
Sulilatu leitet ab 1. Oktober 2023 als neuer zweiter Chefredakteur neben Hermann-Josef Tenhagen die Redaktion von Finanztip. Er kümmert sich insbesondere um die Finanztip-Kanäle auf YouTube, Instagram, Facebook, TikTok, LinkedIn mit insgesamt mehr als einer Million Followern, das Finanztip-Forum sowie den Podcast ‚Geld ganz einfach‘. In seinen Videos erklärt er Hunderttausenden monatlichen Zuschauern, wie sie ihre Finanzen selbst regeln können. 
 
Bevor Sulilatu zu Finanztip kam, war er in verschiedenen Firmen als Finanz- und Honorarberater tätig und weiß daher genau, welche Fehler Menschen im Umgang mit Geld machen. Seit 2018 war er Head of YouTube und Community und wurde zudem 2022 in die Geschäftsleitung von Finanztip berufen. 
 
Für die repräsentative Studie wurden im September 2023 mehr als 1.000 Menschen von der Innofact AG im Auftrag von Finanztip befragt. Die detaillierten Ergebnisse erhalten Sie auf Anfrage.  

Kontakt: Finanztip Verbraucherinformation GmbH - ein Unternehmen der Finanztip Stiftung | presse@finanztip.de | www.finanztip.de/presse/



     
        
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