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Aktuelle Studie zur Vergütung von Freelancern: Höchste Stundensätze in der Strategieberatung

Eine kürzlich veröffentlichte Studie wirft ein neues Licht auf die Verdienstmöglichkeiten von Freelancern in Deutschland. Sie zeigt nicht nur auf, wer die höchsten Stundensätze erzielt, sondern gibt auch Aufschluss darüber, wie sich die Honorare in den letzten drei Jahren entwickelt haben. Dabei räumt die Studie auch mit gängigen Vorurteilen über einzelne Branchen auf und beleuchtet zudem, welche Herausforderungen und Chancen Solo-Selbstständige in Deutschland derzeit sehen. In unserem Artikel lesen Sie die wichtigsten Erkenntnisse.

Höchste Stundensätze nicht in der IT, sondern in der Strategieberatung

© Andrea PiacuadioObwohl oft angenommen wird, dass IT-Freelancer die höchsten Honorare erzielen, zeigt eine neue Studie der Freelance-Plattform freelance.de, dass Selbstständige in der Management- und Strategieberatung tatsächlich die Spitzenreiter sind. In der Studie wurden im Frühjahr 2023 1.350 Freelancer befragt. In diesem Sektor liegen die Verdienstmöglichkeiten von männlichen Freelancern bei durchschnittlich 132,10 Euro. Auf diesem hohen Niveau macht sich die Gender Pay Gap zu weiblichen Freelancerinnen besonders bemerkbar: Diese verlangen in der gleichen Branche nur im Schnitt 112,30 Euro von ihren Kunden. 

Die oftmals als Spitzenreiter vermutete Branche der IT-Beratung liegt knapp hinter dem Bereich HR und Recruiting nur auf dem dritten Platz. IT- und Softwareentwicklung kommt sogar nur auf Platz 6, wobei hier ein interessanter Ausreißer zu vermerken ist: Freelancerinnen verdienen in diesem Bereich im Schnitt erheblich mehr als ihre männlichen Kollegen: 112,80 Euro gegenüber 89,40 Euro. Das ist unter den Freelancerinnen sogar der höchste durchschnittliche Stundensatz. Von diesem Ausnahmefall abgesehen ist die Gender Pay Gap zwischen Männern und Frauen jedoch in jeder Branche gegeben. Im Durchschnitt beträgt sie 9 Prozent, was sogar über den 6 Prozent bei Angestellten liegt. Am geringsten fallen die Stundensätze in der Branche „Design, Web-Design, Grafik und Werbung" aus: Hier betragen die Honorare der männlichen Befragten durchschnittlich 72,20 Euro, während die Verdienste der Frauen sogar nur bei im Schnitt 65,80 Euro liegen. 

Inflation und Krisenstimmung? Viele Freelancer erhöhen Stundensätze

Freelancer haben in den vergangenen drei Jahren vielfach ihre Honorare erhöht. Entgegen wirtschaftlichen Unsicherheiten, die die Pandemie mit sich brachte, haben allein 38 Prozent der Freelancer ihr Honorar im Jahr 2023 erhöht. In den letzten drei Jahren waren es sogar 59 Prozent der Freiberufler. Dies zeigt, dass der Freelancer-Markt trotz widriger Umstände eine hohe Dynamik und Anpassungsfähigkeit aufweist und Experten-Know-how auch in Krisenzeiten bei Unternehmen stark nachgefragt ist. 

Damit reagieren viele der Freelancer auf die inflationsbedingte Teuerung und das Absinken der Reallöhne. Vor allem steigende Lebensmittelkosten sowie zunehmende Energiepreise treffen Freelancer genauso wie angestellte Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Laut statistischem Bundesamt verteuerten sich allein Energieprodukte 2022 im Jahresdurchschnitt um 34,7 Prozent. Da Freelancer selbst für die Profitabilität ihrer Arbeit verantwortlich sind, ist der erste Hebel natürlich das Honorar. Trotz aller Widrigkeiten sind 70 Prozent der befragten Freiberufler zufrieden mit ihrem Einkommen. 
 

Trotz Hürden ein optimistischer Blick auf die Zukunft

Sorgen bereitet 37 Prozent der Freelancer der andauernde Krieg in der Ukraine sowie für 55 Prozent die weiterhin anhaltend hohe Inflationsrate. Hinzu kommen noch andere Herausforderungen, die die Selbstständigkeit mit sich bringt: Tino Keller, Gründer der Steuerapp für Selbstständige Accountable, kennt die Sorgen und Nöte von Freiberuflern und will Abhilfe schaffen. Er verrät uns im Gespräch: „99 Prozent der von uns befragten Freelancer hassen den Verwaltungsaufwand. Dreiviertel wissen nicht einmal, wie viel sie genau verdienen und 2 von 5 verstehen die Post vom Finanzamt nicht." Vor diesem Hintergrund hat das Unternehmen auch mit Finanzamt-Brief.de ein kostenloses KI-Tool entwickelt, das die Post vom Finanzamt verständlich erklärt. Diese Beispiele machen deutlich: Die bürokratischen Hürden in Deutschland stellen viele Freelancer vor Herausforderungen. Hinzu kommt die Unsicherheit durch regelmäßige Auftragsakquise. „Gerade im Bereich Gastgewerbe und Werbung/Marktforschung ist es aktuell schwieriger" so Keller. Das zeigt auch der aktuelle Jimdo-ifo-Index. Im Jahr 2023 fanden es jedoch 41 Prozent der Freelancer eher leicht oder sehr leicht, neue Projekte zu bekommen. Dies könnte auf eine erhöhte Nachfrage nach freiberuflicher Arbeit hindeuten.

Dementsprechend fällt der Blick auf die Zukunft von vielen Solo-Selbstständigen trotz allem überwiegend positiv aus: Der Fachkräftemangel, die Digitalisierung und das Konzept des New Work sind drei wichtige Trends, die 69 Prozent der befragten Freelancer positiv sehen. Sie scheinen eine Chance zu erkennen, in einem Umfeld zu arbeiten, das zunehmend digitale und flexible Arbeitsformen bevorzugt. Diese Trends könnten sich in den kommenden Jahren noch verstärken und die Nachfrage nach qualifizierten Freelancern weiter erhöhen. Die Jobaussichten sind entsprechend vor allem in den gefragten Branchen wie der IT- oder Unternehmensberatung gut – und für die bürokratischen Hürden gibt es immer mehr nachhaltige digitale Lösungen, die helfen, einen Durchblick im Bürokratie-Dschungel zu behalten. 

Fazit

Fachlich versierte Freelancer haben auf dem derzeitigen Markt trotz aller bürokratischer Hürden, den wirtschaftlichen und politischen Krisen der Zeit gute Jobaussichten: Die meisten blicken positiv in die Zukunft, viele konnten zudem ihre Honorare den gestiegenen Kosten anpassen und immerhin 41 Prozent finden es sogar leicht, heutzutage neue Aufträge zu bekommen. Doch es zeigen sich teilweise deutliche Unterschiede zwischen den Branchen: Vor allem in der Strategie- und Unternehmensberatung sowie in IT-Beratung und Digitalisierung sowie im Bereich HR und Recruiting lässt sich am meisten verdienen. Die Studie zeigt damit gleichermaßen in welchen Bereichen in Deutschland derzeit die größten Herausforderungen und die größten Potenziale liegen: Digitalisierung, Recruiting und strategische Entwicklung von Unternehmen. 

Wirtschaft | Branchen & Verbände, 22.08.2023

     
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