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Klimaneutralität 2035

Münchens Transformation zur zirkulären Stadt und die Wichtigkeit von Zusammenarbeit

München hat sich auf den Weg gemacht, eine Vorreiterrolle in Sachen Nachhaltigkeit einzunehmen. Verschiedene Akteure aus Regierung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft arbeiten gemeinsam daran, die Stadt München in eine kreislauforientierte Stadt zu transformieren. Diese Transformation basiert auf dem Grundsatz der Zusammenarbeit und erfordert das Engagement aller Bürgerinnen und Bürger.
 
Die Rolle der Stadtverwaltung und die Herausforderungen
© Circular MunichDer Stadtrat von München hat einen wegweisenden Beschluss gefasst, um den Menschen in der Großstadt eine lebenswerte Zukunft zu sichern: Bis zum Jahr 2035 soll München klimaneutral und gleichzeitig resilient werden. Die Kreislaufwirtschaft nimmt dabei eine wichtige Rolle ein und ist als eines von sieben Handlungsfeldern in der Münchner Klima-Satzung verankert.

Die Transformation Münchens zu einer zirkulären Stadt beruht auf dem Grundsatz der Zusammenarbeit. Top-down-Initiativen, die von der Stadtregierung ausgehen, spielen dabei eine zentrale Rolle. Der Stadtrat hat erkannt, dass politischer Wille und strategische Entscheidungen auf höchster Ebene notwendig sind, um den Weg zur Kreislaufwirtschaft zu ebnen. Mit dem Zero-Waste-Konzept hat die Stadtverwaltung einen klaren Fahrplan für die Abfallvermeidung, das Recycling und die Ressourceneffizienz entwickelt. Die Einrichtung der Arbeitsgruppe CE-Koordinationsstellen durch das Referat für Klima und Umweltschutz (RKU) ist ein Beweis für das Engagement der Stadtverwaltung, die Entwicklung einer Circular Economy Strategie voranzutreiben und konkrete Maßnahmen umzusetzen.

Neben der Teilnahme an der Circular Cities Region Initiative strebt München auch die Zertifizierung als Zero Waste City an. Diese Zertifizierung ist ein bedeutender Schritt, um die Anstrengungen der Stadt bei der Abfallminimierung und der effizienten Nutzung von Ressourcen zu unterstreichen. München genießt internationale Anerkennung und dient als Wegweiser für andere Städte und Gemeinden.

Darüber hinaus hat sich die Stadtverwaltung München aktiv an der Circular Cities Region Initiative Europa beteiligt und fungiert als Pilotstadt für diese wegweisende Initiative. Die Initiative ermöglicht den Austausch bewährter Verfahren mit anderen europäischen Städten und fördert die Zusammenarbeit, um gemeinsam eine zirkuläre Wirtschaft aufzubauen.

Auf Länderebene betreibt Deutschland derzeit eher Abfallwirtschaft als Circular Economy, da die meisten politischen Maßnahmen auf das Ende des Produktlebenszyklus ausgerichtet sind. München hat Erfahrung im Recycling, aber die anderen Kreisläufe scheinen zu fehlen. Die größte Herausforderung wäre der Übergang zu einer wahren Circular Economy selbst. Die Lösung liegt in einem systemischen Wandel der Haltung und Einstellungen, der durch Innovation, Mitgestaltung und Befähigung unterstützt wird.

Neue Perspektiven sind erforderlich, Bottom-up-Initiativen und Bürger Engagement
Die Transformation zur zirkulären Stadt kann nicht allein von oben gestaltet werden. Bottomup-Initiativen und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger sind von entscheidender Bedeutung. Das Bewusstsein für nachhaltige Lebensweisen und die Bereitschaft, Abfall zu reduzieren und Ressourcen effizienter zu nutzen, müssen von der Basis aus wachsen. Hier kommen Organisationen wie Rehab Republic und Circular Munich ins Spiel, die durch Bildungs- und Stellvertreter-Arbeit das Bewusstsein schärfen und die Bürgerinnen und Bürger mobilisieren. Durch Workshops und Veranstaltungen tragen sie dazu bei, die Idee der Circular Economy zu verbreiten und die Umsetzung von Projekten voranzutreiben.

Initiativen zur Bürgerbeteiligung

Darüber hinaus wird der Beitrag der Wissenschaft und der Universitäten an der unternehmerischen Front immer prominenter. Seit Anfang 2023 gibt es einen weiteren wichtigen Akteur. Europas größtes Innovations- und Gründerzentrum UnternehmerTUM hat mit Circular Republic eine Initiative ins Leben gerufen, die es Start-ups ermöglichen soll, Innovationen der Kreislaufwirtschaft umzusetzen und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.
 
Die Bedeutung der Münchner Startup-Szene
Die Startup-Szene in München spielt eine herausragende Rolle auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft. Laut Circular Republic und dem neuen Circular Economy Startup Landkarte ist Deutschland innerhalb Europas das Land mit den meisten Kreislaufwirtschafts-Start-ups. Innerhalb Deutschlands liegt die Metropolregion München mit 49 Start-ups an der Spitze. Diese Start-ups bringen innovative Lösungen und Geschäftsmodelle hervor, die die Kreislaufwirtschaft vorantreiben. Sie entwickeln nachhaltige Produkte, Dienstleistungen und Technologien, die Ressourceneffizienz fördern und Abfall reduzieren. Durch ihre kreative Herangehensweise und ihre unternehmerische Mentalität bringen sie frischen Wind in die nachhaltige Entwicklung Münchens.
 
Die Zukunftsaussichten
© Circular MunichDie vollständige Entwicklung Münchens zu einer widerstandsfähigen und zirkulären Stadt hängt von der Verpflichtung, Zusammenarbeit und dem Engagement aller Akteure ab. Jeder einzelne spielt eine entscheidende Rolle, um eine funktionierende Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen. Für eine langfristige Kreislaufstrategie und deren Umsetzung sind eine gemeinsame Vision und die Expertise eines multi-stakeholder Munich Circular City Boards erforderlich. Dadurch werden alle Parteien repräsentiert und alle Stimmen gehört. Der bevorstehende Start des ersten Munich Circularity Gap Reports wird ein Meilenstein für die Stadt sein. Dieser Bericht wird den Stand der Kreislaufwirtschaft in München messen und spezifische Maßnahmen in Schlüsselsektoren identifizieren, um einen wirkungsvollen Übergang zur Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen.
 
Die Zukunft liegt in einer Circular Economy, die die Ressourcen schont und die Lebensqualität der Menschen verbessert. München ist auf dem richtigen Weg, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen.

Das Zirkuläres-Ökosystem in München
Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft in München ist die Entwicklung der "Circular Munich Ecosystem Map". Das Projekt "digitale Ökosystem Karte" wurde 2021 gestartet und macht zirkuläre Initiativen und Akteure in München sichtbar. Münchner Organisationen und Unternehmen können sich nur qualifizieren, wenn sie die Prinzipien der Circular Economy erfüllen und eine regionale Wirkung haben. Derzeit sind bereits über 70 Organisationen aufgelistet. Circular Munich unterstützt diese Lösungsanbieter aktiv durch Vorstellungen und Einbindung in lokale Veranstaltungen.
 
Paula Mertens hat bei Circular Munich die Digitale Plattform „Knowledge Hub" gebaut, die Education & Oureach Circle mitinitiiert und ist Teil des Organisationsteams der Circular City Challenge und leitet die Umsetzung des Projekts im München. Sie ist eine vielseitige Ingenieurin, zertifizierte Design Thinking-Expertin, Lean Change Agent und Scrum Masterin und kombiniert technisches Fachwissen und betriebliche Kompetenz. Neben einem MSc in Prozess-, Energie- und Umweltsystemen von der TU Berlin und einem MBA in Digitaler Transformation und Business Agility verfügt Paula über mehr als 15 Jahre internationale Erfahrung in Start-ups und großen Unternehmen der chemischen und biotechnologischen Industrie.

Margarita Cejudo Perdomo ist Mitbegründerin und ein Mitglied des Kernteams von Circular Munich, wo sie den Education & Outreach Circle mitinitiierte, das Pioneer Circle Project ins Leben rief, den Good Food Circle leitet und für die CM-Kommunikation verantwortlich ist. Sie hatte nach ihrem Studium in England und Finnland die meiste Zeit ihres Berufslebens in Dubai verbracht, wo sie mit ihrem eigenen Consulting-Unternehmen die Ehre hatte, für die königliche Familie der Vereinigten Arabischen Emirate tätig zu sein. Als Redakteurin schrieb sie für das Kultur- und Lifestyle-Medium Madame Magazine.

Kontakt: Circular Munich, Paula Mertens | communications@circular-munich.com | circular-munich.com/


Gesellschaft | Pioniere & Visionen, 10.07.2023

     
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