Betti Brosche
Gesellschaft | Globalisierung, 01.09.2019
Die Zukunft der Menschheit hängt von Afrika ab
Afrikas Zukunft ist Europas Zukunft
Obwohl der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler von sich selbst behauptet, kein Afrika-Experte zu sein, widmet er sich seit seinem Rücktritt 2010 vor allem diesem Kontinent. Denn Köhler ist sich sicher: Die Zukunft der Menschheit hängt davon ab, wie sich Afrika entwickelt.
Bis 2050 wird sich die Bevölkerung des zweitgrößten Kontinents auf 2,4 Milliarden verdoppeln, und das mit weltweit geringstem Durchschnittsalter. Gleichzeitig ist das riesige Afrika zusammengesetzt aus unzähligen Staaten, Ethnien und Völkern, die diesen Kontinent bewohnen. Unser Bild von Afrika ist besetzt von zwei Klischees: Zum einen das von weiten Steppen und malerischen Sonnenuntergängen, zum anderen das von Krisen, Kriegen und Katastrophen. Um sich ein umfassenderes Bild zu schaffen, spricht Köhler auf seinen Reisen in Afrika mit Staats- und Regierungschefs, Parlamentariern, Kleinunternehmern, Bauern und Kunstschaffenden und immer wieder vor allem mit Jugendlichen.
Ein junger Kontinent
„Ich wundere mich manchmal ein bisschen, wie wenig afrikanische Intellektuelle, Ökonomen, Aktivisten und vor allem politisch engagierte junge Afrikaner bei uns in Deutschland wahrgenommen werden. Die gibt es, und die haben was zu sagen!". Jugendpartizipation ist für ihn eine der wichtigsten Fragen für die Demokratie. In Afrika, dem Kontinent mit der jüngsten Bevölkerung, ist der Abstand zwischen dem Durchschnittsalter der politischen Führung und dem Durchschnittsalter der Bevölkerung immens. Deshalb braucht die Jugend Afrikas Gehör und Entfaltungsspielraum. Köhler plädiert für die Förderung afrikanischer Initiativen und Ideen, Thinktanks, Jugendinitiativen und Regionalorganisationen. Denn die Menschen in Afrika, vor allem die Jugend, brauchen Perspektiven. Politischer und wirtschaftlicher Art.
Afrikanische Zivilgesellschaft
Dabei setzt Köhler vor allem auf die Eigenverantwortung der afrikanischen Regierungen und Zivilgesellschaften: „Sie müssen Rechtstaatlichkeit, Bildung, den Aufbau von Infrastruktur und die Diversifizierung der Wirtschaft aus eigener Initiative ernsthaft anpacken", so Köhler. Und weist sogleich darauf hin, dass auch hier der Blick vom Kontinent über die Staaten und Megastädte bis hin zu der Bevölkerung auf dem Land reichen muss, denn: Afrika als solches existiert nicht. Afrika, das sind riesige Flächenländer, Zwergstaaten, Küstenländer, Binnenstaaten. Afrika hat am meisten Sprachen. Kein Kontinent hat mehr Religionen. Afrika ist reich. Und Afrika ist arm.
Afrikas Zukunft ist Europas Zukunft
In einer globalisierten Welt, die durch schnellen Transport von Waren in alle Welt und moderne Kommunikation immer näher zusammenrückt, spüren viele Menschen, dass die extremen Unterschiede zwischen Arm und Reich eine Ungerechtigkeit darstellen, die nicht tolerierbar ist. Und das nicht nur in Afrika: Sie spüren, dass die dicksten Mauern, die Europa um seine Grenzen zu legen versucht, den Zustrom von Menschen aus ärmeren Ländern nicht werden abhalten können.
Für Horst Köhler hängt die Zukunft Europas deshalb entschieden von einer guten Zukunft Afrikas ab: „Afrikas Erfolg birgt gerade für den direkten Nachbarn Europa die größten Chancen, Afrikas Scheitern die größten Risiken. So oder so: Afrikas Zukunft ist Europas Zukunft."
In Anerkennung seines Engagements erhält Bundespräsident a.D. Prof. Dr. Horst Köhler den Internationalen B.A.U.M.-Sonderpreis 2019.
Von Katrin Wippich und Betti Brosche
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 03/2019 - Social Business beseitigt Plastik-Müll und schafft neue Jobs erschienen.
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