Für ein neues Zeitalter von Unternehmertum?! - Wege in ein Resonanz-Unternehmertum. 11. bis 13. Juni 2024

Transparente Nachhaltigkeit auf einen Klick

GS1 Germany launcht Plattform für den Austausch von nachhaltigkeitsrelevanten Informationen: Mit GS1 Ecotraxx können Lieferanten und Hersteller ihre Daten sammeln und allen ihren Kunden gleichzeitig zur Verfügung stellen.

Ist der Kakao für den Schokoriegel zertifiziert? Stammt das Holz für das Schreibheft aus nachhaltiger Landwirtschaft? Oder werden faire Arbeitspraktiken im Alltagsgeschäft umgesetzt? Diese Fragen sind nur ein kleiner Ausschnitt der ganzen Bandbreite an Kriterien für die Nachhaltigkeit von Produkten und Unternehmen. Verbraucher und Politik fordern von Herstellern und Händlern hier immer mehr Transparenz. Unter dem Dach von GS1 Germany haben sich daher Unternehmen zusammengeschlossen und eine Plattform für den effizienten Austausch von Nachhaltigkeitsinformationen, die relevant für einen Nachhaltigkeitsbericht sind, entwickelt: GS1 Ecotraxx. Sie geht heute an den Start. Den Auftakt machen diese Unternehmen: Coca-Cola, Dr. Oetker, Edeka Südwest, Henkel, Lidl, Nestlé, Unilever sowie der Grüne Punkt. Hersteller ebenso wie Händler können ihre Nachhaltigkeitsdaten in GS1 Ecotraxx hochladen und sie zentral ihren Geschäftspartnern für die weitere Nutzung zur Verfügung stellen, zum Beispiel für die Kommunikation im Nachhaltigkeitsbericht oder die Information von Verbrauchern.

Abgestimmte, gesetzeskonforme Nachhaltigkeitsinformationen über einen Zugang
Immer mehr Daten für immer mehr Produkte und Zielgruppen: Mit zunehmender ökologischer, sozialer und mitarbeiterorientierter Verantwortung in Wirtschaft und Gesellschaft steigt der Bedarf an entsprechenden Informationen über den Ursprung sowie die Produktion von Waren. Dieser Entwicklung hat die seit dem Geschäftsjahr 2017 gültige EU-Richtlinie 2014/95/EU Nachdruck verliehen. Sie weitet die Berichtspflicht der Unternehmen aus, die wiederum ihre Lieferanten mit einbeziehen müssen, um alle relevanten Informationen offenlegen zu können. Gleichzeitig spielen diese Informationen eine immer wichtigere Rolle für unternehmensinterne Entscheidungen und dienen damit als Hebel für die nachhaltige Entwicklung im Unternehmen. Das Erheben, Erfassen und Austauschen der Daten stellt alle Beteiligten der Supply Chain vor große Herausforderungen. „Die Unternehmen nutzen dafür unter anderem unterschiedliche Fragenkataloge, denen verschiedene Standards und Kriterien zugrunde liegen. Das erschwert die Verarbeitung der Informationen und ebenso deren Vergleichbarkeit für den Verbraucher" erklärt Bahar Cat-Krause, Senior Manager Sustainability bei GS1 Germany. „Hinzu kommt, dass die von der Europäischen Union empfohlenen Standards nicht verpflichtend sind, was einem abgestimmten Vorgehen zwischen den Supply Chain Partnern nicht dienlich ist", so Cat-Krause weiter. Diesen Herausforderungen hat sich der Expertenkreis Nachhaltigkeit unter dem Dach von GS1 Germany gestellt und die Plattform GS1 Ecotraxx entwickelt.

„Die Kataloge zur Abfrage von Nachhaltigkeitskriterien an die Industrie sind so vielfältig wie das Thema Nachhaltigkeit selbst. Wenn es uns gelingt, durch diese Plattform zur Vereinheitlichung und damit zu Transparenz und Aufwandsreduktion beizutragen, profitieren alle davon", begrüßt Axel Bachmann, Geschäftsleiter Nachhaltigkeit bei Coca-Cola European Partners Deutschland, die neue cloudbasierte Lösung. Mit ihr können Lieferanten, Hersteller und Händler Nachhaltigkeitsdaten austauschen. Die Unternehmen legen dazu ein Profil an und müssen die Daten nur einmal hochladen, um sie mehreren Partnern gleichzeitig zu Verfügung stellen zu können. Welche Partner das sind, können sie individuell entscheiden. Bereits hochgeladene Daten können jederzeit aktualisiert werden „Schluss mit vielen einzelnen Anfragen, komplexen Fragenkatalogen und Missverständnissen in der Kommunikation: GS1 Ecotraxx bündelt alle Daten an einem Ort und erlaubt den Zugriff zu jeder Zeit an jedem Ort", bringt Michaela Meyer, Geschäftsbereichsleiterin Nachhaltigkeit bei Edeka Südwest den Nutzen für die Partner auf den Punkt. „Jetzt gilt es, viele Anwender zu gewinnen, um den Nutzen zu potenzieren", so Meyer weiter.

Beirat treibt Ausbau und Umsetzung voran
Die Plattform bildet gesetzliche Anforderungen ab und legt einheitliche Kriterien für die vorgehaltenen Daten zugrunde. Dabei betrachtet sie alle drei Säulen der Nachhaltigkeit, also ökologische, ökonomische und soziale Aspekte. So können die Nutzer sichergehen, nicht nur gesetzeskonform, sondern auch effizient zu agieren. Neben der nationalen wie internationalen Umsetzung liegt der Fokus nach dem Launch der Lösung auf dem Ausbau der bestehenden Kriterien: Es sollen weitere branchenspezifische Informationen hinzukommen. Dazu etabliert GS1 Germany einen Beirat, bestehend aus den Startunternehmen aus Handel und Industrie, der eine kontinuierliche Entwicklung vorantreibt. Interessierte Unternehmen können hier noch mitwirken und wenden sich dazu an Bahar Cat-Krause: bahar.cat-krause@gs1.de, Tel. +49 221 94714-455.

 
GS1 Germany unterstützt Unternehmen aller Branchen dabei, moderne Kommunikations- und Prozess-Standards in der Praxis anzuwenden und damit die Effizienz ihrer Geschäftsabläufe zu verbessern. Unter anderem ist das Unternehmen in Deutschland für das weltweit überschneidungsfreie GS1 Artikelnummernsystem zuständig – die Grundlage des Barcodes. Darüber hinaus fördert GS1 Germany die Anwendung neuer Technologien zur vollautomatischen Identifikation von Objekten (EPC/RFID) und zur standardisierten elektronischen Kommunikation (EDI). Im Fokus stehen außerdem Lösungen für mehr Kundenorientierung (ECR – Efficient Consumer Response) und Trends wie Mobile Commerce, Multichanneling, Nachhaltigkeit und Rückverfolgbarkeit. GS1 Germany gehört zum internationalen GS1 Netzwerk und ist nach den USA die zweitgrößte von mehr als 110 GS1 Länderorganisationen. Paritätische Gesellschafter sind das EHI Retail Institute und der Markenverband.

Kontakt: GS1 Germany GmbH | Dr. Bahar Cat-Krause, Senior Manager Sustainability

Wirtschaft | Lieferkette & Produktion, 02.04.2019

     
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