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Nachhaltige Leitsätze stärken verantwortliches Handeln im Maschinenbau

Corporate Social Responsibility (CSR) bleibt eine langfristige Herausforderung

© VDMA


Corporate Social Responsibility (CSR) bleibt eine langfristige Herausforderung: Mit zwölf neuen Leitsätzen will der VDMA das Thema noch fester in der Mitgliedschaft verankern.

Über fünf Jahre hat sich der VDMA den ökologischen und sozialen Herausforderungen mit der Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence gewidmet. Jetzt will der Verband das Nachhaltigkeitsthema noch breiter aufstellen und dauerhaft in der Mitgliedschaft verankern.

Leitsätze als nachhaltiges Fundament
Die Schaeffler AG aus Herzogenaurauch, die Alfred Kärcher GmbH & Co. KG aus Winnenden und die ZF Friedrichshafen AG tun es, aber auch kleinere Mittelständler wie die Leutkirchener elobau GmbH & Co. KG und die Spaleck GmbH & Co. KG mit Sitz in Bocholt: Die Unternehmen veröffentlichen einen Nachhaltigkeitsbericht.

„Unser Werteverständnis ist von einer ganzheitlichen Sicht von Nachhaltigkeit geprägt."
Markus Asch, Kärcher

In Zeiten von Arbeit 4.0, internationalen Klimaschutzabkommen und Fachkräftemangel ist Nachhaltigkeit für Unternehmen essenziell. So nehmen auch die Anforderungen der Kunden an das soziale und ökologische Verhalten von Maschinenbaufirmen stark zu. Als Antwort darauf hat der VDMA zur Hauptvorstandssitzung am 29. Juni 2017 zwölf Leitsätze zur Nachhaltigkeit veröffentlicht.

Die Partner von Blue Competence haben diese Leitsätze maßgeblich mit entwickelt und dafür gesorgt, dass Nachhaltigkeit als langfristige und wichtige Herausforderung der Unternehmen angegangen wird. „Mit diesen zwölf nachhaltigen Leitsätzen haben wir ein Fundament geschaffen, an dem sich alle Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus orientieren können und sollen", resümierte Markus Asch, Geschäftsführer von Kärcher. Er ist seit mehr als fünf Jahren Sprecher der Nachhaltigkeitsinitiative, die zum Jahresende aufgelöst wird. Der dazugehörige Industrielenkungskreis tagte im Juni zum letzten Mal in der VDMA- Zentrale. Auf der Hauptvorstandssitzung wurde er aus seiner Verantwortung entlassen und aufgelöst.

Nachhaltigkeit nach Blue Competence
Blue Competence wurde vom VDMA 2012 ins Leben gerufen, um den technologischen Beitrag der Industrie zu den Herausforderungen in Sachen Nachhaltigkeit aufzuzeigen. „Uns ging es aber um mehr", sagte Asch. „Unser Werteverständnis war und ist von einer ganzheitlichen Sichtweise von Nachhaltigkeit geprägt. Dies schließt auch die eigene unternehmerische Verantwortung im Hinblick auf soziales und ökologisches Handeln ein. Von daher ist es nur folgerichtig, dass die Industrie sich spezifische Nachhaltigkeitsleitsätze gibt und zukünftig damit arbeitet", sagte Asch weiter.

Das blaue Logo der Initiative bleibt weiter nutzbar – wird jedoch an das Bekenntnis zu den zwölf Leitsätzen gekoppelt. „Wir möchten das Thema breit in die Mitgliedschaft hineintragen, unsere Unternehmen bei der strategischen Implementierung unterstützen und klarstellen, dass der ehrbare Kaufmann keine hohle Phrase ist, sondern gelebte Praxis", fasste Naemi Denz zusammen. Sie betreut als Mitglied der VDMA-Hauptgeschäftsführung auch das Thema Nachhaltigkeit.

Strategisch, operativ, kulturell und kommunikativ
„Die Technologien unserer Industrie leisten einen wesentlichen Beitrag, um die drängenden globalen Herausforderungen wie den Klimaschutz oder die Ernährung einer rasant wachsenden Weltbevölkerung zu lösen", erklärte Asch. So widmen sich die ersten drei Leitsätze diesem strategischen Ansatz.

Doch mit strategischen Überlegungen allein ist es nicht getan. Darüber hinaus gilt es, Nachhaltigkeit auch im Tagesgeschäft umzusetzen. Vier weitere operative Leitsätze – zum Beispiel der Einsatz für die Einhaltung der Menschenrechte oder eine ressourcenschonende Entwicklung und Produktion – sollen diesem Anspruch auf der operativen Ebene gerecht werden. „Dass Industrien Leitlinien zu Nachhaltigkeit entwickeln, ist nicht neu", betonte Denz.

„Das Außergewöhnliche an unserer Herangehensweise bilden die drei unter dem Stichwort ‚kulturell‘ aufgeführten Leitsätze. Damit gehen wir auf die Stärken ein, die unsere häufig inhabergeführten  Unternehmen – sei es als Arbeitgeber, als regional verankerte Institutionen oder als verlässlicher Partner weltweit – besonders auszeichnen."

Auch die Unternehmen der Investitionsgüterindustrie wollen und sollen ihre Bemühungen um Nachhaltigkeit offenlegen. Die beiden kommunikativen Leitsätze sollen diese Transparenz fördern. Nicht zuletzt das jüngst verabschiedete deutsche Gesetz zur Umsetzung der nichtfinanziellen Berichterstattung fordert eine solche Transparenz immer stärker ein.

VDMA unterstützt bei der Umsetzung
Der VDMA will in Zukunft zu den einzelnen Leitsätzen programmatisch arbeiten, sie in Beziehung zu den globalen Nachhaltigkeitszielen, den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen, setzen und seinen Mitgliedern bei der Implementierung beratend zur Seite stehen.

Dazu wird ein ständiger Arbeitskreis für die Themen rund um Nachhaltigkeit beziehungsweise Corporate Social Responsibility (CSR) eingerichtet, der sich künftig mit den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen der Mitglieder auseinandersetzt. Mitglieder, die an einer Teilnahme am Arbeitskreis interessiert sind, können sich bei der zuständigen Referentin melden (siehe Kontakt).

 


 

12 Nachhaltigkeitsleitsätze

„Unser Verständnis von zukunftsweisender Nachhaltigkeit basiert auf den Prinzipien wirtschaftlicher Erfolg, Fairness, Respekt und Verantwortung und umfasst die Dimensionen Gesellschaft, Ökologie und Ökonomie. Wir verstehen nachhaltiges Handeln ganzheitlich im Sinne der Definition des Brundtland-Berichts und der Definition des Rats für Nachhaltige Entwicklung in Deutschland.

Strategisch

  1. Nachhaltigkeit ist wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensstrategie.
  2. Mit nachhaltigen Geschäftsmodellen schaffen wir stabile Werte und sichern unternehmerischen Erfolg.
  3. Unsere Technologie und Lösungen fördern eine nachhaltige Entwicklung weltweit.

Operativ

  1. Nachhaltiges Denken und Handeln spiegelt sich in Prozessen wider.
  2. Wir handeln ressourcenschonend  und setzen uns für Klimaschutz ein.
  3. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeitersind unser wertvollstes Gut. Wir fördern Engagement und Beteiligungsmöglichkeiten.
  4. Wir setzen uns für die Einhaltung der Menschenrechte ein.

Kulturell

  1. Unser Unternehmen ist Lebensraum.
  2. In unseren Regionen übernehmen wir gesellschaftliche Verantwortung.
  3. Wir tun, was wir versprechen!

Kommunikativ

  1. Wir pflegen den aktiven Austausch mit allen Beteiligten.
  2. Wir kommunizieren unser nachhaltiges Tun transparent."

Quelle: VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence



     
        
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