Protestwelle gegen den Staudammwahn auf dem Balkan

Erstmalig fanden internationale Protestwochen für die Balkanflüsse statt

Rund 1000 Menschen demonstrierten vom 6. bis 16. Juli 2019 in Albanien, Serbien, Montenegro, Nordmazedonien, dem Kosovo, Slowenien sowie Bosnien-Herzegowina und Griechenland gegen den Ausbau der Wasserkraft an den Flüssen des Balkans. Mit Spruchbändern und Plakaten zogen sie durch die Regierungsviertel der Hauptstädte oder versammelten sich zu lautstarken Protesten an ihren Flüssen. Mitunter brachten die Demonstranten Trinkwasser aus ihren Gemeinden mit, um auf die Gefährdung ihrer Lebensgrundlage durch den Ausbau der Wasserkraft hinzuweisen. Organisiert wurden die Demonstrationen von lokalen Partnerorganisationen der beiden Naturschutzorganisationen EuroNatur und Riverwatch. Sie koordinieren gemeinsam die Kampagne "Rettet das Blaue Herz Europas" zum Schutz der Balkanflüsse. 
 
Am 6. Juli begannen die Proteste mit einer Kundgebung in Tirana. © EcoAlbania"Tausende Menschen sind vom geplanten Staudamm-Tsunami im Südosten Europas betroffen. Sie würden ihr Ackerland, ihre Trinkwasserversorgung und vor allem einen wesentlichen Teil ihrer Heimat verlieren. Dennoch werden sie über die Planungen nicht informiert und ihre Beschwerden bislang von Politikern ignoriert. Die Menschen haben die Nase voll davon und gehen vermehrt auf die Straße. Gut so!", sagt Ulrich Eichelmann, Geschäftsführer von Riverwatch.
 
Die Anwohner, die teilweise aus weit entfernten Regionen ihrer Länder zu den Kundgebungen anreisten, sind fest entschlossen, ihre Flüsse zu schützen. "Mit den Protestwochen wollen wir den betroffenen Menschen ein Gesicht und eine Stimme geben und sie in ihrem Kampf gegen die Wasserkraftlobby unterstützen. Die Entschlossenheit der Demonstranten zeigt, dass der Kampf für freifließende Flüsse die Menschen vereint", sagt Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur.
 
Hintergrundinformationen:
Kampagne zur Rettung der Balkanflüsse: Ungefähr 3.000 neue Wasserkraftwerke sind derzeit zwischen Slowenien und Albanien in Planung oder im Bau. Um dieser Welle der Zerstörung entgegenzutreten, haben die Naturschutzorganisationen EuroNatur und Riverwatch zusammen mit lokalen Partnern in den Balkanländern die Kampagne "Save the Blue Heart of Europe" ins Leben gerufen. Hier finden Sie weitere Informationen zu den Protestwochen für die Balkanflüsse sowie Portraits betroffener Menschen.
 
EuroNatur ist eine gemeinnützige, international tätige Naturschutzstiftung mit Sitz in Radolfzell am Bodensee. Ziel ist der grenzübergreifende Erhalt wertvoller europäischer Natur- und Kulturlandschaften mitsamt ihrer Artenvielfalt. Hauptbestandteil der Arbeit von EuroNatur ist es, Menschen und Natur zu verbinden - die Grundlage, um einen langfristigen Erfolg der Projekte zum Schutz von Wildtieren wie Wölfen, Bären, Luchsen, Zugvögeln und ihren Lebensräumen zu erreichen. Sie finden uns im Internet unter www.euronatur.org und auch auf Facebook, Twitter und YouTube.
 
Kontakt: EuroNatur | anja.arning@euronatur.orgwww.euronatur.org

Umwelt | Wasser & Boden, 18.07.2019

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