CR-Management für Praktiker. Weiterbildung für nachhaltiges Wirtschaften. Universität Bayreuth, 07.-11.10.2019

Optimierte Farben sind dem „Druck“ gewachsen

Cradle to Cradle

Verunreinigungen im Papierrecycling sowie Schadstoffe aus Druckprodukten sind große Herausforderungen für die Papierindustrie. Druckfarben und deren Bestandteile, die zwar oft nur 2-4 Gewichtsprozent des Druckproduktes stellen, beeinflussen die Recyclingfähigkeit und die sich daraus ergebende Qualität des Papiers entscheidend.

Eine hochwertige Kaskadennutzung von Papier setzt voraus, dass die dafür geeigneten Druckprodukte entwickelt und benutzt werden Quelle: NL Agency, Position paper – Usability of Life Cycle Assessment for Cradle to Cradle purposes (2011)Im Recyclingprozess wird Altpapier deinkt, d.h. die Papierfaser wird von den restlichen Bestandteilen getrennt, um daraus Zeitungsdruck-, Kopier- und Hygienepapiere herzustellen. Verpackungen werden nicht deinkt. Damit bleiben Druckfarben Bestandteil des recycelten Materials, aus dem dann wieder neue Verpackungen oder andere Produkte hergestellt werden.

Grundsätzlich ist es daher relevant, dass Druckfarben unbedenklich und für die nächste Verwendungsstufe geeignet sind. Diese enthalten eine Reihe chemischer, fossiler, metallischer oder nachwachsender Bestandteile. Hinzu kommen im Herstellungsprozess Trockenstoffe oder Veredelungsmaterialien wie Folien und Klebstoffe.
 
Während Standardprodukte für Rollen- und Bogenoffset prinzipiell gut deinkbar sind, lassen sich UV-trocknende Farbsysteme, die wegen ihrer schnellen Trocknung für Druckereien attraktiv sind, von der Papierfaser nur schwer trennen. Und das ist nur einer von mehreren Aspekten, warum UV-Druckobjekte der Umwelt keinen Gefallen tun. 
 
All diese Faktoren beeinflussen den Recyclingprozess, ob positiv oder negativ. Sie können zu einer gesundheitlichen Belastung werden. Im Recyclingpapier, wenn nicht alles deinkt werden konnte – und im Deinkingschlamm, in dem sich diese Stoffe ansammeln.
 
Dieser Schlamm wird bei der Ziegelherstellung und im Straßenbau eingesetzt. Eine Verwendung beispielsweise als Bodendünger ist wegen der undefinierten bzw. schädlichen Zusammensetzung in Europa verboten, wäre aber im Sinne einer nachhaltigen Wertschöpfung erstrebenswert und auch möglich.
 
Optimierte Druckprodukte für eine zirkuläre Wertschöpfung 
Das Healthy Printing Symposium am 14.9.2018 in Lüneburg
Spannende neue Pilotprojekte demonstrieren gesundes Drucken am Markt. Geschäftsideen und praktische Herausforderungen austauschen und sich an Healthy Printing Projekten beteiligen. Mehr Informationen sind im Bericht „Druckprodukte zukunftsfähig gestalten" enthalten, der auf den Webseiten www.epea.com und www.baumev.de kostenfrei heruntergeladen werden kann.
Papier, Druckfarben und Zusatzstoffe können mit dem ­Cradle to Cradle (C2C) Konzept so optimiert werden, dass eine sichere und kontinuierliche Zirkulation von gesunden Materialien und Nährstoffen im biologischen oder technischen Kreislauf möglich wird (www.epea.com). Die nach dem Cradle to Cradle Certified™ Produktstandard zertifizierten Farben für den Papierdruck unterscheiden sich von konventionellen Druckfarben häufig in der Zusammensetzung, denn alle Inhaltsstoffe werden daraufhin überprüft, ob sie für den biologischen Kreislauf geeignet sind. Problematische Inhaltsstoffe, wie beispielsweise bestimmte schwermetallhaltige oder organohalogen-haltige Pigmente, bedenkliche Bindemittel oder Hilfsstoffe, werden zunächst identifiziert und toxikologisch in dem betreffenden Szenario bewertet. Ziel ist es, diese in einem stetigen Verbesserungsprozess zu optimieren. Die C2C Zertifizierung auf dem Gold Level bescheinigt, dass eine Druckfarbe für den biologischen Kreislauf optimiert und damit biokompatibel ist. Die Level Bronze und Silber reflektieren Produkte, deren Hersteller sich auf den Weg begeben haben und die C2C-Methodik anwenden.
Wie kann ich aktiv werden?
 
Die Healthy Printing Initiative (www.healthyprinting.eu) ist eine Netzwerkinitiative, die Angebot und Nachfrage für solche positiven Druckprodukte fördert und bereits verfügbare saubere Druckprozesse und definierte Produkte im Markt stärker verankern will.

Katja Hansen 
ist Expertin für Produkt- und Prozessinnovationen auf Grundlage des Cradle to Cradle (C2C) Designkonzeptes mit jahrzehntelanger Projekterfahrung im In-und Ausland. Sie leitet die Healthy Printing Initaitive.

Umwelt | Ressourcen, 30.08.2018
Dieser Artikel ist in forum Nachhaltig Wirtschaften 02/03 2018 - Wasser - Grundlage des Lebens | Bildung erschienen.
Cover des aktuellen Hefts

Afrika – Kontinent der Entscheidung

forum Nachhaltig Wirtschaften 02/2019

  • Small is beautiful: Tiny Houses
  • Das Plastik-Problem anpacken
  • E-Mobilität
  • Wirtschaftsverbrechen
  • Solarguerilla
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
21
JUN
2019
Reasons for Hope
Ein Abend mit Jane Goodall
80939 München


12
SEP
2019
Zermatt Summit 2019
Humanizing Globalization
CH-3920 Zermatt


13
SEP
2019
WAVE Germany
World Advanced Vehicle Expedition
deutschlandweit


Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!


Philosoph aus Leidenschaft

Die Sprache der Symbole
Was der Brand von Notre Dame uns über unser Menschsein lehrt




  • Bayer Aktiengesellschaft
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Deutsche Telekom AG
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • PEFC Deutschland e. V.
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Alfred Ritter GmbH & Co. KG


Bundesweiter Pflanz-Wettbewerb. 1. April bis 31. Juli 2019. Jederzeit anmelden: Alle Flächen, alle Menschen können mitmachen!