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Dramatische Wasserkrise auf Mallorca

Balerische Umweltorganisation Grup Balear d'Ornitologia I Defensa de la Naturalesa und Global Nature Fund sagen: „Ökologische Tragfähigkeit Mallorcas ist überschritten!“

Die Balearische Umweltorganisation Grup Balear d'Ornitologia I Defensa de la Naturalesa GOB und der deutsche Global Nature Fund GNF sehen die ökologische Tragfähigkeit Mallorcas endgültig überschritten. GOB und der GNF fordern die balearische Regierung dazu auf, eine ökologische Wende einzuleiten und die Zahl der Touristen an die nachhaltige Nutzung der verfügbaren Ressourcen anzupassen, denn ansonsten kommt es bald zum ökologischen Kollaps. 
 
Mehr als 13 Millionen Touristen werden dieses Jahr auf Mallorca erwartet, ein nie dagewesener Rekord. Die Hotels sind zu 95 Prozent ausgebucht und es gibt zahlreiche Überbuchungen. 60 000 Mietwagen stehen für die Urlauber bereit und der Flughafen in Palma de Mallorca verzeichnete an einem Tag Mitte Juli einen Rekord von 1.056 Flugbewegungen. Fluglotsen warnen inzwischen vor Verspätungen, um die Flugsicherheit aufrechterhalten zu können. Bis September wird sich Mallorca im touristischen Ausnahmezustand befinden - und das wird schwere ökologische Auswirkungen haben vom Müll bis zum Trinkwasser und bei der Nutzung von Stränden, Wanderwegen und Mountainbikestrecken. 
 
Schon jetzt können die Kläranlagen aktuell anfallende Abwassermengen nicht mehr vollständig reinigen. Ungeklärte Abwässer gelangen ins Meer und gefährden Strände und Unterwasserlebensräume. So wurde am 16. Juli der Strand von Santa Ponca im Westen Mallorcas wegen Fäkalien im Meer für den Badebetrieb gesperrt. Einige Strände bei Palma wurden zeitweise gesperrt, weil zu viele Fäkalien im Meer treiben. „Das ist ekelhaft und das Ende der Fahnenstange ist hier noch nicht erreicht" sagt Gerald Hau, aktiv für GOB und GNF auf Mallorca. „Wir erwarten weitere Sperrungen in den kommenden Wochen."
 
Wirklich dramatisch ist schon jetzt die Trinkwasserversorgung im Tramuntana Gebir-ge. Wegen geringer Niederschläge im Winter sind Wasserreservoirs und Brunnen ohnehin fast leer. Wasser muss deswegen mit Tanklastwagen heranangeschafft und verteilt werden. In der Gemeinde Estellencs wurden bereits drastische Wassersparmaßnahmen verordnet: Es ist verboten, private Pools zu füllen, Gärten zu bewässern und Autos zu waschen. Die Polizei ist angewiesen, die Verbote zu überwachen und
entsprechende Strafen zu verhängen. Einige Gemeinden schalten das Wasser bereits stundenweise ganz ab.
 
Eine Herausforderung bleibt die Wasserversorgung auch für die 400.000 Einwohner Palmas. Die wenigen Stauseen sind fast leer, die Meerwasserentsalzungsanlage in Palma läuft auf Hochtouren, was Palma wohl vor Wasserknappheit retten wird. Die hohen Kosten für die Entsalzung werden die Mallorquiner nächstes Jahr über erhebliche Preiserhöhungen tragen müssen. Entsalzungsanlagen sind sehr energieintensiv und werden selbst auf der Sonneninsel zu 97% mit Kohlestrom betrieben. „Folge einer verfehlten Energiepolitik Spaniens und ein Armutszeugnis für eine Insel, auf der die Strom- und Warmwasserversorgung problemlos mit Sonne und Wind gedeckt werden könnten" ergänzt Gerald Hau.
 
Schätzungen zeigen, dass ein Tourist drei Mal so viel Wasser verbraucht wie ein Mallorquiner. Umfragen belegen, dass Touristen von Wasserknappheit nichts wissen und dementsprechend sorglos mit dem kostbaren Nass umgehen. Wie dramatisch die Versorgung mit Wasser lokal ist, zeigt die „Verzweiflungstat" einiger Gemeinden im Zentrum Mallorcas, der Ebene „Pla", und im Osten der Insel, im Gebiet der „Llevant": Dort werden 49 wegen Verschmutzung durch Nitrat, Sulfat und Chlor einst stillgelegte Brunnen wieder in Betrieb genommen, das Wasser notdürftig aufbereitet und ins Trinkwassernetz eingespeist. Weder Bewohner noch Touristen erfahren, was da aus dem Wasserhahn kommt, ein weiteres Armutszeugnis auf der Lieblingsinsel der Deutschen. 
 
Kontakt
Global Nature Fund (GNF), Udo Gattenlöhner | info@globalnature.orgwww.globalnature.org 

Grup Balear D'ornitologia i Defensa de la Naturalesa (GOB), Gerald Hau
info@gobmallorca.com  | www.gobmallorca.com


Quelle: Global Nature Fund (GNF)



     
        
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