BIOFACH 2023 into organic - Paving the path - Nürnberg, 14.-17.02.2023

Wissen, was auf den Tisch kommt:

Aktuelle Verbraucherumfrage und DNA-Tests liefern neue Erkenntnisse zum Thema Lebensmittelsicherheit beim Fisch

Erdbeerjoghurt ohne Erdbeeren oder Lasagne mit Pferdefleisch – nicht immer bekommt der Verbraucher auf den Tisch, was er erwartet. Lebensmittelskandale haben viele Konsumenten misstrauisch gemacht, immer mehr achten auf Herkunft und Kennzeichnung ihrer Lebensmittel: Erste Ergebnisse einer im Frühjahr 2016 durchgeführten Umfrage unter mehr als 1.000 Verbrauchern zeigen, dass in Deutschland zwei Drittel (64%) der Konsumenten bezweifeln, beim Kauf von Fisch und Meeresfrüchten auch das in der Packung vorzufinden, was draufsteht. Drei Viertel (73%) der Befragten wünschen sich, ihren Fisch bis zu einer bekannten und vertrauenswürdigen Quelle zurückverfolgen zu können.1   

Kabeljau oder Pangasius? Der Preisunterschied ist beeindruckend. © MSC, C. StreeterDiese Zahlen gehen Hand in Hand mit den heute veröffentlichten Ergebnissen der DNA-Tests von MSC-gekennzeichneten Fischprodukten. Die Tests wurden vom forensischen Institut der SASA an einer Stichprobe von 256 Produkten mit MSC-Siegel durchgeführt. Die Tests ergaben, dass 99,6% der getesteten Produkte mit MSC-Siegel korrekt gekennzeichnet waren, die Angaben auf der Produktverpackung also auch dem Produktinhalt entsprachen.2
 
Stefanie Kirse, Direktorin des MSC für den deutschsprachigen Raum, zu den Ergebnissen: „Vor dem Hintergrund, dass die jüngsten Lebensmittelkontrollen der EU und andere weltweite Untersuchungen von einer Fehlkennzeichnung bei bis zu 30% aller Fischprodukte ausgehen3, sind unsere Testergebnisse bemerkenswert. Sie bestätigen, dass die strengen Rückverfolgbarkeitskriterien des MSC Wirkung zeigen und diesem Trend entgegenhalten."
 
Fisch und Meeresfrüchte, die von MSC-zertifizierten nachhaltigen Fischereien gefangen wurden, werden weltweit in über 100 Ländern an mehr als 38.000 Standorten verarbeitet oder verkauft. Jeder dieser Standorte – ob Fischerei, Lieferant, Verarbeiter, Händler oder Restaurant – muss strenge Anforderungen erfüllen, um sicherzustellen, dass der Fisch rückverfolgbar und korrekt ausgezeichnet ist. „Der MSC Rückverfolgbarkeits-Standard", so Martin Gill, Geschäftsführer der internationalen Zertifizierungsagentur Aurora Marine, „ist einer der strengsten der gesamten Lebensmittelindustrie. Die Ergebnisse der aktuellen DNA-Tests belegen seine Wirksamkeit eindrucksvoll." Der MSC Rückverfolgbarkeits-Standard wird von internationalen Marken und Händlern wie Iglo, IKEA, McDonald‘s oder Lidl genutzt, um die Nachhaltigkeit und die korrekte Auszeichnung ihrer Produkte sicherzustellen.
 
Alfred Schumm, leitender Fischereiexperte des WWF, betont: „Wenn Verbraucher nachhaltige Fischprodukte kaufen, belohnen sie verantwortungsvolle Fischer und deren Bemühungen zum Schutz unserer Meere. Eine Lieferkette, die vom Konsumenten bis zur nachhaltigen Fischerei rückverfolgt werden kann, ist die Grundlage für das Vertrauen der Konsumenten in Fischprodukte. Die Anforderungen zur Rückverfolgbarkeit des MSC tragen entscheidend zum Erhalt gesunder Fischbestände und Meeresökosysteme bei." Das MSC-Siegel gibt Verbrauchern die Sicherheit, dass der Fisch legal von einer nachhaltigen Fischerei gefangen wurde und entlang der Lieferkette vom Meer bis zum Teller rückverfolgt werden kann. Es ist als die weltweit glaubwürdigste und strengste Kennzeichnung für nachhaltige Fischerei anerkannt.
 

Anmerkungen
1 Die Umfrage wurde im Auftrag des MSC von GlobeScan, Mitglied des Globalen Paktes der Vereinten Nationen, durchgeführt. Die Antworten entstammen repräsentativen Stichproben aus 21 Ländern. In Deutschland wurden 1.034 Konsumenten befragt, die angaben, dass in ihrem Haushalt in den letzten zwei Monaten Fisch oder Meeresfrüchte gekauft wurden.
2 Die getesteten Fischprodukte kamen aus 16 Ländern, enthielten 13 unterschiedliche Fischarten und umfassten Frischfisch ebenso wie tiefgekühlten und konservierten Fisch. 99,6% der getesteten Produkte wurden korrekt ausgezeichnet, 0,4% inkorrekt. Von den insgesamt 256 Proben war eine Probe fälschlicherweise als „Südliche Pazifische Scholle" gekennzeichnet, enthielt aber „Nördliche Pazifische Scholle". Beide Arten sind einander sehr ähnlich und beide sind MSC-zertifiziert erhältlich. Den vollständigen Laborbericht der Wildlife DNA Forensic Unit der Science and Advice for Scottish Agriculture (SASA) finden Sie hier: https://www.msc.org/documents/chain-of-custody-documents/from-ocean-to-plate
3 Die Ende Februar 2016 veröffentlichten Kontrolluntersuchungen der Europäischen Union ergaben, dass in Deutschland 11% der getesteten Fischprodukte falsch gekennzeichnet waren (Quelle: http://ec.europa.eu/food/safety/official_controls/food_fraud/fish_substitution/tests/index_en.htm). Kennzeichnungsverstöße erfolgten im Handel ebenso wie in der Gastronomie oder bei der Fischverarbeitung. Pardo, Jimenez und Perez-Villarreal (2016) verglichen in ihrer Meta-Analyse 51 Untersuchungen zur Kennzeichnung von Fischprodukten, basierend auf mehr als 4.500 Stichproben, und ermittelten eine Fehlkennzeichnungsrate von weltweit durchschnittlich 30% (Quelle: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S095671351530270X).

Das DNA-Testprogramm des MSC und die jüngsten Ergebnisse werden im Bericht How DNA testing helps to ensure traceable sustainable seafood näher erläutert: https://www.msc.org/documents/chain-of-custody-documents/from-ocean-to-plate (auf Englisch)   



weitere Graphiken zur Rückverfolgbarkeit: DNA-Testergebnisse Schritte | DNA-Ergebnis Zahlen


 
Kontakt
Marine Stewardship Council
Andrea Harmsen, Managerin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit DACH andrea.harmsen@msc.org | www.msc.org/de

follow MSC on Facebook | Twitter | YouTube | News 


Lifestyle | Essen & Trinken, 16.03.2016
     
Cover des aktuellen Hefts

Zeit, die Stimme zu erheben und endlich zu handeln?

forum Nachhaltig Wirtschaften 04/2022 mit dem Schwerpunkt: Globale Ziele und Klimaschutz

  • Ukrainekrieg und Hunger auf der Welt
  • Doppelte Dividende durch Nachhaltigkeit
  • Green Chefs
  • Die Brücke zur Natur
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
02
FEB
2023
Konferenz des guten Wirtschaftens 2023
Würdigung | Impulse & Austausch | Vernetzung
81737 München
14
FEB
2023
BIOFACH
Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel
90471 Nürnberg
14
FEB
2023
Was wir tun müssen, und was wir haben werden
Wie Nachhaltigkeit in der Dauerkrise gelingen kann
50676 Köln und online
Alle Veranstaltungen...

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Digitalisierung

Halten Sie sich für schlauer als ChatGPT?
Christoph Quarch sieht die Gefahr, die kulturellen Errungenschaften von 3000 Jahren auf dem Altar des Money-Making zu opfern.
B.A.U.M. Insights

Jetzt auf forum:

Halten Sie sich für schlauer als ChatGPT?

Zum Valentinstag: Heiße Geschenke von Feuerwear für die Liebsten

Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht:

Otto Group gehört zu den ersten Unterzeichnern des Pakistan-Abkommens

Wird 2023 das Jahr des Modulbaus?

Verbraucher wollen umweltfreundliche Verpackungen

Gute Dämmwerte dank Schlackensteinen

DANKE! Das war die VEGGIENALE & FAIRGOODS Berlin 2023

  • B.A.U.M. e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Nespresso Deutschland GmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Verka VK Kirchliche Vorsorge VVaG
  • PEFC Deutschland e. V.
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • Energieagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • toom Baumarkt GmbH
  • Frankfurt University of Applied Sciences
  • Global Nature Fund (GNF)
  • TourCert gGmbH