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Global Corruption Report (GCR) Sport veröffentlicht

Transparency Deutschland fordert konkrete Maßnahmen zu mehr Transparenz und Verantwortlichkeit im deutschen Sport

Nach dem Fußball müssen nun bei den anderen Sportarten Präventionsmaßnahmen ergriffen werden. Foto: Pixabay.com.Heute hat die Antikorruptionsorganisation Transparency International den Global Corruption Report (GCR) Sport veröffentlicht. Vor diesem Hintergrund hat Transparency International Deutschland e.V. konkrete Maßnahmen zu mehr Transparenz und Verantwortlichkeit auch im deutschen Sport gefordert.
 
Transparency Deutschland fordert eine zügige Übertragung des gemeinsam mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Bundesinnenministerium (BMI) erarbeiteten Konzepts zur verantwortlichen Verbandsführung (Good Governance) auf die nationalen Spitzenverbände und Landessportbünde. Es muss vor allem sichergestellt werden, dass wesentliche Fragen der Sportentwicklung nicht von BMI und DOSB hinter verschlossenen Türen verhandelt werden. Transparency Deutschland setzt sich deshalb für eine transparente Spitzensportreform ein, bei der alle Ebenen der Sportorganisationen sowie die interessierte Öffentlichkeit in einem strukturierten, öffentlichen Prozess einbezogen werden.
 
„Das Bekenntnis zu Good Governance verlangt eine offene Debattenkultur, die schon bei der gescheiterten Olympia-Bewerbung Hamburgs zu kurz gekommen ist", betont Peter Conze, Vorstandsmitglied von Transparency Deutschland. „Wenn der Spitzensport den ihm gebührenden Platz in unserer Gesellschaft einnehmen will, muss er sich der Diskussion stellen. Dabei sind insbesondere auch die Athletinnen und Athleten in weit größerem Umfang als bisher zu beteiligen."
 
Weiteren Handlungsbedarf gibt es im Hinblick auf den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und die Bundesliga. Die offenen Fragen rund um die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 müssen geklärt und Konsequenzen für die Zukunft gezogen werden.
 
„Wir erwarten, dass der DFB als größter Einzel-Sportverband der Welt beispielhaft für Transparenz und Verantwortlichkeit wird. Dazu gehört neben der beim DFB bislang unterlassenen Veröffentlichung des Finanzberichtes ein umfassendes Compliance-System, das auch bei den Bundesligisten vonnöten ist", sagt Sylvia Schenk, Leiterin der Arbeitsgruppe Sport von Transparency Deutschland. Außerdem muss es eine transparente, für die Öffentlichkeit nachvollziehbare Regelung zu Bezügen des Führungspersonals im Haupt- und Ehrenamt geben – sowohl im DFB als auch, wie jüngste Beispiele zeigen, in der Bundesliga.
 
Ein Schwerpunktthema des GCR Sport ist die Manipulation von Sportwettkämpfen. Der dazu in Deutschland vorliegende Referentenentwurf weist laut Transparency Deutschland jedoch Strafbarkeitslücken und Abgrenzungsprobleme auf, so dass die Effektivität angezweifelt wird. Nach dem Fußball müssen nun bei den anderen Sportarten Präventionsmaßnahmen ergriffen werden.
 
Der GCR Sport, der unter Mitwirkung von rund 60 internationalen Expertinnen und Experten wesentliche Problembereiche und Lösungsansätze der Korruption im Sport zusammenfasst, enthält grundlegende Analysen zum Verständnis von Korruptionsrisiken. Für Deutschland sind vor allem die Empfehlungen zum Vertrauen in die Sportorganisationen und die Sicherung von Transparenz und Verantwortlichkeit im Sport relevant.
 
Mehr Informationen zum Global Corruption Report (GCR) Sport finden Sie unter http://www.transparency.org/news/feature/sport_integrity.

Zu Transparency Deutschland
Transparency International Deutschland e. V. arbeitet deutschlandweit an einer effektiven und nachhaltigen Bekämpfung und Eindämmung der Korruption. Dies ist nur möglich, wenn Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten und Koalitionen gebildet werden. In Arbeits- und Regionalgruppen werden die Ziele an entscheidende Stellen transportiert, Lösungen erarbeitet und gesellschaftliche wie politische Entwicklungen kritisch begleitet.
 
Kontakt:
Transparency International Deutschland e. V.Sylvia Schenk | office@transparency.de | www.transparency.de

Lifestyle | Sport & Freizeit, Reisen, 23.02.2016

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