BIOFACH 2023 into organic - Paving the path - Nürnberg, 14.-17.02.2023

FAO-Weltfischereibericht

Dringlichkeit eines verantwortungsbewussten Umgangs mit der wertvollen Ressource Fisch

Fisch ist einer der wichtigsten Eiweißlieferanten für rund die Hälfte der Weltbevölkerung und zählt mit einem Wert von fast 130 Milliarden Dollar weiterhin zu einem der meist gehandelten Güter der Welt. Darüber hinaus bilden Fischerei und Fischzucht die Existenzgrundlage für zehn bis zwölf Prozent der Menschheit.

Fischerei bildet die Lebensgrundlage für rund 10 Przent der Menschheit. Um diese Basis zu erhalten ist nachhaltiges Handeln gefordert. © pixabay.comDiese und weitere eindrückliche Entwicklungen veröffentlichte die FAO am Montag in ihrem jüngsten Weltfischereibericht und belegt damit die nach wie vor wachsende Bedeutung der Ressource Fisch als Nahrungs- und Einkommensquelle.

Gleichzeitig unterstreichen die Ergebnisse die Dringlichkeit eines verantwortungsbewussten Umgangs mit dieser wertvollen Ressource und die Notwendigkeit für einen nachhaltigen Fischereisektor. Ein rücksichtsloser Umgang mit den Fischbeständen hätte nicht nur dramatische Auswirkungen auf das Ökosystem Meer, sondern auch auf die Lebensgrundlage großer Bevölkerungsteile.

Wirtschaftlicher Anreiz als wirkungsvoller Hebel für mehr Nachhaltigkeit
Der MSC (Marine Stewardship Council) hat 1999 den Auftrag angenommen, den Fischereisektor auf globaler Ebene nachhaltiger zu gestalten. Unsere Arbeit fußt auf dem Mechanismus des Marktdrucks - wirtschaftlicher Anreiz als wirkungsvoller Hebel für mehr Nachhaltigkeit. Fordern Händler und Verarbeiter ein "Nachhaltigkeitszeugnis" als Voraussetzung für den Bezug von Fisch, sind Fischereien am ehesten bereit, ihre Arbeitsweise auf Nachhaltigkeitskriterien überprüfen zu lassen und notwendige Veränderungen vorzunehmen.

Neun Prozent des weltweiten Fischfangs aus MSC-zertifizierter nachhaltiger Fischerei
Seit unserem Bestehen konnten wir 2666 Händler, Verarbeiter und Unternehmen weltweit davon überzeugen, dass sie ein solches Nachhaltigkeitszeugnis für ihren Fisch benötigen. Konsequenz war und ist, dass sich Fischereien rund um den Globus auf den Weg zur MSC-Zertifizierung gemacht haben und immer noch machen. Heute dürfen 223 Fischereien ihren Fang mit dem MSC-Siegel kennzeichnen. Sie haben bewiesen, dass sie nur so viel fischen wie wieder nachwachsen kann, Rücksicht auf das marine Ökosystem nehmen und ein effektives Management haben. Zusammen fangen diese Fischereien acht Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte - das entspricht etwa neun Prozent der weltweiten Fangmenge aus Wildfang.

MSC-zertifizierte Fischereien tragen zu Umweltverbesserungen bei
Verständlicherweise erwarten Unterstützer des MSC-Programms, insbesondere Verbraucher und Einzelhändler, dass dieses Engagement tatsächlich zu einem besseren Zustand der Meere beiträgt. Der MSC startete 2012 ein umfassendes Monitoringprogramm, um die ökologischen und strukturellen Auswirkungen des MSC sorgfältig zu beobachten und zu dokumentieren und veröffentlicht diese regelmäßig im sogenannten "Global Impacts Report". Dieses Programm belegt, dass zertifizierte Fischereien nachweislich zu einer verantwortungsbewussten Bewirtschaftung der von ihnen genutzten Fischbestände beitragen. Ergebnisse unseres letzten "Global Impacts Report" und weitere Statistiken und Grafiken zum MSC-Programm finden Sie im Anhang dieser Mitteilung.
 
Weitere Informationen rund um nachhaltige Fischerei und das MSC-Siegel erhalten Sie auf der Webseite www.msc.org/de oder bei Katharina Bunk, Marine Stewardship Council, Tel. +49 (0)30 609 8552 60 oder E-Mail katharina.bunk@msc.org Alle Grafiken zur Studie erhalten Sie hier zum Download.

Über den SOFIA-Report
Die Welternährungsorganisation (Food and Agriculture Organization of the United Nations, FAO) bemüht sich, aus verschiedenen Quellen die Entwicklung der Fischbestände weltweit möglichst realistisch abzuschätzen. Die aktuellen Ergebnisse werden alle zwei Jahre in einem Statusbericht veröffentlicht, dem SOFIA-Report (The State of World Fisheries and Aquaculture). Der letzte Bericht ist am Montag, den 19. Mai 2014 erschienen und stellt die Entwicklung der Weltfischerei bis 2012 dar.

Über den MSC
Der MSC (Marine Stewardship Council) ist eine internationale gemeinnützige Einrichtung, die hilft, den Markt für Fisch und Meeresfrüchte nachhaltig zu gestalten. Der MSC verwaltet das einzige ökologische Zertifizierungs- und Kennzeichnungsprogramm für Fischereibetriebe des Wildfangs, das sowohl den "Code für vorbildliches Setzen sozialer und ökologischer Standards" von ISEAL als auch die FAO-Kriterien für Fischereizertifizierungen erfüllt. Die "Richtlinien für die Öko-Kennzeichnung von Fisch und Fischereiprodukten aus mariner Fischerei" der FAO fordern von glaubwürdigen Zertifizierungs- und Kennzeichnungsprogrammen:
  • objektive, unabhängige Fischereibewertungen basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen,
  • transparente Prozesse, die eine Konsultation mit Externen und die Möglichkeit zur Einspruchnahme umfassen,
  • Standards, welche die Nachhaltigkeit der Zielspezies, der Ökosysteme und der Managementpraktiken berücksichtigen.
Der Hauptsitz des MSC ist in London. Über die Regionalbüros in Berlin, Den Haag, Glasgow, Halifax, Hong Kong, Kapstadt, Kopenhagen, Madrid, Moskau, Paris, Peking, Reykjavik, Santiago, São Paulo, Seattle, Singapur, Stockholm, Sydney, Tokio und Warschau bieten wir zusätzliche regionale Unterstützung.

Insgesamt nehmen etwa 300 Fischereibetriebe am MSC-Programm teil. 223 sind derzeit zertifiziert und 104 befinden sich in Bewertung nach MSC-Standard. Weitere 40 bis 50 durchlaufen eine vertrauliche Vorbewertung. Zertifizierte Fischereien fangen rund acht Millionen Tonnen Fisch und Meeresfrüchte, was etwa neun Prozent des weltweiten Fischfangs entspricht.

Weitere Informationen unter www.msc.org/de.  
 
Kontakt:
MSC (Marine Stewardship Council), Katharina Bunk | Katharina.Bunk@msc.org | http://www.msc.org

Umwelt | Ressourcen, 23.05.2014
     
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