CR-Management für Praktiker. Weiterbildung für nachhaltiges Wirtschaften. Universität Bayreuth, 07.-11.10.2019

Nachhaltigkeit wird zum System

Mit EPDs in die Zukunft des Bauens

Konsequent ökologische Gebäude sind eine Zukunftsidee, die immer mehr in den Fokus rückt. Dabei geht es um den optimierten Einsatz von Energie, um Wohngesundheit und Nachhaltigkeit; es geht um ein lebenswertes Umfeld, das vom Gedanken an den verantwortlichen Umgang mit natürlichen Ressourcen durchdrungen ist.
 
Die Realität ist davon jedoch noch weit entfernt. Denn es ist mit enormem Aufwand verbunden, wirklich alle Bestandteile eines Gebäudes mit ökologisch optimierten Baustoffen zu realisieren. Daher wurden internationale Umweltgütesiegel entwickelt, um die ökologische Qualität von Baustoffen deutlich zu erkennen. Diese produktbezogenen Umweltdeklarationen werden allgemein als EPD (Environmental Product Declaration) bezeichnet und international nach strengen Vorgaben erstellt. In Deutschland gilt die Norm ISO 14025 bzw. ISO 21930 für die Deklaration von Bauprodukten.
 
Die Inhalte einer EPD sind vorgeschrieben. Die Sachbilanz (LCI) informiert über den Gesamt-Ressourcenverbrauch und berücksichtigt alle Emissionen. Die Wirkungsabschätzung (LCIA) hat die Ergebnisse der LCI als Grundlage und bewertet die Auswirkungen auf Treibhauseffekt, Eutrophierung, Versauerung und vieles mehr.
 
EPDs werden in der ökologischen Gebäudebewertung immer wichtiger, zumal aktuell ein neues europäisches Normungsprojekt zur Nachhaltigkeit von Bauwerken entsteht, das in den nächsten Jahren erheblichen Einfluss auf die Bauindustrie nehmen könnte.
 
In Deutschland wird das Deklarationssystem für EPDs vom Institut Bauen und Umwelt e.V. organisiert. Auf der Herstellerseite engagieren sich vor allem ökologisch orientierte Unternehmen. Hierzu Jan Niermans, Geschäftsführer von Thermaflex Deutschland: „Wir widmen uns seit 1976 der effizienten Wärmeverteilung und fühlen uns der Umwelt verpflichtet. Wir lassen unsere Produkte daher zertifizieren. Den Anfang machen EPDs für ThermaSmart PRO, ThermaSmart ENEV und ThermaEco, die bereits Ende 2014 realisiert wurden. Aber wir gehen noch weiter: Flexalen ist bereits Cradle-to-Cradle zertifiziert."
 
Der Aufwand, der dahinter steckt, ist groß aber unverzichtbar. Denn EPDs enthalten vergleichbare Informationen über die Umweltleistung von Produkten und sind Voraussetzung, um Ökobilanzen für komplette Gebäude zu erstellen. Nochmal Jan Niermans: "Wir sind mit unseren Zertifizierungen einer der Vorreiter im Markt der Rohrisolierungen, denn der verantwortliche Umgang mit allen Ressourcen ist unverzichtbar. EPDs sind ein wichtiger Schritt und bilden die Grundlage für weitere internationale Standards. Darüber hinaus engagieren wir uns in der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen."
 
Pressekontakt:
TextNetz KG | Claas Appold | c.appold@textnetz-pr.de

Technik | Green Building, 29.06.2015

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