Resilienz gegenüber Energiekrisen: Österreich im Mittelfeld

Suffizienz und Subsistenz sind wichtig

Kuba zeigt uns bereits jetzt den Weg aus der Krise auf die wir im Moment zusteuern. Mehr dazu lesen Sie in der forum Ausgabe 03/2015, die sie noch bis zum 01. Juli 2015 zum Subskriptionspreis bestellen können.
Das vom Österreichischen Klima- und Energiefonds (KLIEN) der Österreichischen Bundesregierung geförderte Forschungsprojekt „Resilienz Österreich" untersuchte, wie krisenfest die österreichischen Regionen angesichts mittelfristig weltweit rückläufiger Erdölförderung (Stichwort „Peak Oil") sind. Die Projektergebnisse sind nun verfügbar auf http://www.umweltbuero-klagenfurt.at/resilienz/
 
Beteiligt waren EB&P Umweltbüro GmbH, energieautark consulting gmbH, Energy Economics Group (TU Wien), Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Raumplanung und Ländliche Neuordnung (BOKU-IRUB), DI Dr. Rosemarie Stangl, ÖGUT GmbH, Institut für Multilevel Governance and Development (WU), Bundesanstalt Statistik Österreich (Statistik Austria).
 
Sowohl der Klimaschutz als auch die Erdölknappheit nach dem Gipfelpunkt der Erdölförderung machen die Energiewende hin zu erneuerbaren Energieträgern [1] unausweichlich. Erdölknappheit kann diese jedoch zugleich erschweren, da Erdöl ein wichtiger Input jener Infrastruktur ist, die zur Produktion erneuerbarer Energieträger erforderlich ist. Zudem hängen Wirtschaftswachstum und daran gebundene Investitionen bislang von Erdöl ab.
 
Die Ergebnisse zeigen: Die Resilienz als flexible Krisenfestigkeit der österreichischen Regionen liegt im Mittelfeld. Zwar ist der Unterschied in der Resilienz zwischen den urbanen bis ländlichen Regionstypen in Österreich eher gering, dennoch lassen sich spezifische Stärken und Schwächen ausmachen. Während Städte Vorteile bezüglich energiesparender Lebensstile und Wirtschaftsweisen haben, können ländliche Räume durch ein großes Angebot an erneuerbaren Energien und die lokale bzw. regionale Nahrungsmittelproduktion punkten.
 
Bei einer unterschiedlichen Ausgangsbasis für Resilienzstrategien haben die Regionen Österreichs deutliches Potenzial zur Verbesserung: Eine geringe Resilienz weist erwartungsgemäß der Verkehrssektor auf. Verkehrssparende Siedlungsentwicklung, die das zu Fuß gehen und Radfahren erleichtert, und ein leistungsfähiger öffentlicher Verkehr würden die Resilienz erhöhen. In urbanen Räumen ist die Abhängigkeit von fossiler Wärmeversorgung derzeit problematisch. Die Dichte und Qualität menschlicher Beziehungen (Sozialkapital) dürfte in ländlichen Räumen besser ausgeprägt sein und Resilienz erhöhen. Die massive Abhängigkeit der Nahrungsmittelproduktion von fossilen Energiequellen ist sehr problematisch. Resilienzstrategien sollten die Lebensqualität anstelle quantitativen Wachstums ins Zentrum rücken.
Lebensqualität hängt nicht nur von der Wirtschaftsleistung ab.
 
Besonders problematisch ist ein alleiniger oder hauptsächlicher Fokus auf ökonomische Effizienz. Diese führt zu einer übertriebenen Spezialisierung, die eine Grundversorgung mit überwiegend regionseigenen Mitteln im Krisenfall erschweren kann. Redundante und daher weniger effiziente Systeme sind resilienter, d.h. krisenfester. Subsistenzmöglichkeiten und eine Orientierung am rechten Maß (Suffizienz) sollten gestärkt werden. 

[1] Brennbare Abfälle, Brennholz, Biogene Brenn- und Treibstoffe, Umgebungswärme, Wasserkraft, Wind, Photovoltaik. 

PR-Rückfragen:
Mag. Andreas Exner | +43-0699 12 72 38 87 | andreas.exner@umweltbuero.at

 

Umwelt | Ressourcen, 19.06.2015
     
Cover des aktuellen Hefts

Jetzt reicht's!

forum 04/2020

  • Klimaschutz als Volkssport
  • Marketing for Future
  • Systemrelevant
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
19
MÄR
2021
#NoMoreEmptyPromises
Globaler Klimastreik
weltweit
26
MÄR
2021
DVD-Start „Unser Boden, unser Erbe“
Wie wollen wir in Zukunft leben?
deutschlandweit
Alle Veranstaltungen...
Marketing For Future Award 2021. Marketing zwischen Macht und macht nichts.

Gemeinsam ist es Klimaschutz

natureOffice nimmt Sie mit auf die Reise durch den Klimakosmos - gleich YouTube-Kanal abonnieren und Baum pflanzen!

Pioniere & Visionen

Maßnehmen an der Weisheit des Lebens
Wenn weder Wissenschaft noch Kirche den Menschen in diesen Tagen Sinnperspektiven zu öffnen vermögen, dann ist die Zeit gekommen, etwas Sinnvolles zu tun: unsere Welt nachhaltig umzubauen.
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

H2-Leitfaden für Stadtwerke

Strom für und aus dem Auto

Mit Pflanzaktionen Bienen retten

Zapf Creation stellt auf plastikfreie Verpackungen um

Decision Advisory Group (DAG) erhält Auftrag zur Erarbeitung deutschlandweiter Industriestudie zum Thema Wasserstoff

Gestalten mit nachhaltigen Pflastersteinen

Kehrtwende am Eisstand — jetzt wird Softeis vegan

Gutes Beispiel 2021: Der Wettbewerb für eine bessere Gesellschaft

  • Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V. (B.A.U.M.)
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Telefónica Germany GmbH & Co. OHG
  • SÜDWIND e.V. - Institut für Ökonomie und Ökumene
  • PEFC Deutschland e. V.
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • VDMA Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence
  • Global Nature Fund (GNF)
  • TourCert gGmbH