Wirtschaft | Green Events, 27.04.2011
Nachhaltigkeit in aller Munde ?
Nachhaltige Events
Ein Projekt des Wuppertal Institutes zu Eventkultur und Nachhaltigkeit identifizierte 2005 Eventcatering als eines der wesentlichen Innovationsfelder. Wie die Situation sich heute darstellt, fragte forum den Cateringexperten Markus Bauer, der zusammen mit seiner Kollegin Natascia Zamberlan 2010 Unikatevent gegründet hat, um Nachhaltigkeit in der eigenen Branche deutlich voranzubringen.
Dass die Nachhaltigkeitsanforderung bei der Speisenauswahl bio, fairtrade, regional und saisonal heißt, ist nicht mehr ganz neu - warum hapert es dennoch so häufig an der Umsetzung?
Häufig wird Nachhaltigkeit mit ausschließlich "bio" und damit automatisch mit "teuer" gleichgesetzt. Außerdem meinen Caterer immer noch, sie müssten sich mit exklusiven, exotischen Speisen von der Konkurrenz abheben, sich immer wieder neu erfinden. Und der Mehraufwand der Recherche wird gescheut, es ist einfacher, zentral bei einem Großlieferanten einzukaufen, statt z.B. nach regionalen Spezialitäten zu suchen. Man arbeitet gern nach dem Scheuklappenprinzip: dem Kunden verkaufen, was man kennt, der wird das vom Fachmann schon akzeptieren.
Ressourcenverwendung und -verschwendung sind gerade auch im Event-Bereich ein Thema - wie kann man kreativ mit dem Thema umgehen, um Verbesserungen zu erzielen?
Da gibt es viele Möglichkeiten, wenn man sich die Mühe macht, quer zu denken und sich von der Vorstellung "viel hilft viel" löst. Z.B. Dekoration: ich kann auf exotische Blumen von weit her verzichten, ohne zu Kunstblumen greifen zu müssen. Wir haben eine Veranstaltung mit Herbstlaub dekoriert, das hinterher der Natur zurückgegeben wurde. Oder Mobiliar: einen Event haben wir mit aus Altholz gebauten Möbeln ausgestattet. Eine andere Alternative sind Eventmöbel auf Altpapierbasis. Auch hier ist das Thema Recherche: nach neuen Lösungen suchen, in Kreisläufen denken.
Was ist neu an Ihrem Ansatz?
Jedem seine Kernkompetenz zu überlassen! Dem Caterer das Essen, dem Dekorateur die Dekoration, usw. Wenn der Caterer Full-Service bietet, sind die aufaddierten Margen zu hoch und das Qualitäts-/Preisverhältnis sinkt. Wir bündeln passgenau die einzelnen Gewerke unter ökonomischen wie ökologischen Aspekten, z.B. indem wir die Logistik optimal und ressourceneffizient ausrichten. Das schafft Transparenz für alle Beteiligten. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Wertschätzung der Mitarbeiter: der typische Eventmitarbeiter ist ein "Hamster im Laufrad mit niedrigem Lohn und vielen Überstunden. Wir sorgen für faire Arbeitsbedingungen und Bezahlung.
Ein weiterer Aspekt ist: Begeisterung für das Thema Nachhaltigkeit wecken und Wissen dazu vermitteln. Wenn es gelingt, die Mitarbeiter für das Thema "brennen" zu lassen, überträgt sich das auch auf die Kunden.
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Die HVB veranstaltete auf Sizilien ein besonders regionales Event: Mobiliar und Geschirr stammten aus dem ortstypischen Restaurant von gegenüber, die vorher geschulten Servicekräfte aus dem Fischerdorf. Am Buffet erlebten die Gäste, wie Ricotta hergestellt wird, wie Fisch fangfrisch zubereitet wurde. Übrigens: Der Tagungsort, die alte örtliche Thunfischfabrik, ist regionales Kulturerbe und ein von der UNESCO-geschütztes Gebäude. |
Häufig wird Nachhaltigkeit mit ausschließlich "bio" und damit automatisch mit "teuer" gleichgesetzt. Außerdem meinen Caterer immer noch, sie müssten sich mit exklusiven, exotischen Speisen von der Konkurrenz abheben, sich immer wieder neu erfinden. Und der Mehraufwand der Recherche wird gescheut, es ist einfacher, zentral bei einem Großlieferanten einzukaufen, statt z.B. nach regionalen Spezialitäten zu suchen. Man arbeitet gern nach dem Scheuklappenprinzip: dem Kunden verkaufen, was man kennt, der wird das vom Fachmann schon akzeptieren.
Ressourcenverwendung und -verschwendung sind gerade auch im Event-Bereich ein Thema - wie kann man kreativ mit dem Thema umgehen, um Verbesserungen zu erzielen?
Da gibt es viele Möglichkeiten, wenn man sich die Mühe macht, quer zu denken und sich von der Vorstellung "viel hilft viel" löst. Z.B. Dekoration: ich kann auf exotische Blumen von weit her verzichten, ohne zu Kunstblumen greifen zu müssen. Wir haben eine Veranstaltung mit Herbstlaub dekoriert, das hinterher der Natur zurückgegeben wurde. Oder Mobiliar: einen Event haben wir mit aus Altholz gebauten Möbeln ausgestattet. Eine andere Alternative sind Eventmöbel auf Altpapierbasis. Auch hier ist das Thema Recherche: nach neuen Lösungen suchen, in Kreisläufen denken.
Was ist neu an Ihrem Ansatz?
Jedem seine Kernkompetenz zu überlassen! Dem Caterer das Essen, dem Dekorateur die Dekoration, usw. Wenn der Caterer Full-Service bietet, sind die aufaddierten Margen zu hoch und das Qualitäts-/Preisverhältnis sinkt. Wir bündeln passgenau die einzelnen Gewerke unter ökonomischen wie ökologischen Aspekten, z.B. indem wir die Logistik optimal und ressourceneffizient ausrichten. Das schafft Transparenz für alle Beteiligten. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist die Wertschätzung der Mitarbeiter: der typische Eventmitarbeiter ist ein "Hamster im Laufrad mit niedrigem Lohn und vielen Überstunden. Wir sorgen für faire Arbeitsbedingungen und Bezahlung.
Ein weiterer Aspekt ist: Begeisterung für das Thema Nachhaltigkeit wecken und Wissen dazu vermitteln. Wenn es gelingt, die Mitarbeiter für das Thema "brennen" zu lassen, überträgt sich das auch auf die Kunden.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema im Magazin "forum Nachhaltig Wirtschaften" 2/2011 mit dem Schwerpunkt Ressourcen und dem Special Ernährung & Landwirtschaft. Das Magazin umfasst 148 Seiten und ist zum Preis von 7,50 ? zzgl. 3,00 ? Porto & Versand (innerhalb Deutschlands) direkt hier zu bestellen. Oder unterstützen Sie uns durch ein forum-Abonnement |
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