66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen

Unternehmen sollen Rechenschaft ablegen

EU will Gesetzesvorschlag für mehr Offenlegungspflichten vorlegen

Mit dem "Single Market Act" hat die europäische Generaldirektion für Binnenmarkt angekündigt, bis Jahresende einen Gesetzesvorschlag für nichtfinanzielle Offenlegungspflichten für Unternehmen vorzulegen. Einige Nationalstaaten haben in diese Richtung gehende Berichtspflichten bereits verankert, Deutschland gilt als Nachzügler.

Menschenrechtliche und ökologische Risiken offenlegen: Die EU will einen gesetzlichen Rahmen für Unternehmen der 27 Mitgliedsländer setzen.
Bild: © Gerd Altmann, pixelio
"Wir begrüßen dieses zukunftsweisende Gesetzesvorhaben der Europäischen Kommission", sagt Klaus Milke, Vorstandsvorsitzender von Germanwatch.
"Nachdem es zu nichtfinanziellen Risiken bisher nur freiwillige, nicht vergleichbare Nachhaltigkeitsberichte gab, ist ein solches Regelwerk ein wesentlicher Schritt hin zur notwendigen Verbindlichkeit von grundlegenden Unternehmensstandards. Dafür ist Rechenschaftslegung und Transparenz zentral."

Insbesondere Nichtregierungsorganisationen, darunter auch das europäische Netzwerk für verbindliche Unternehmensverantwortung, die European Coalition for Corporate Justice (ECCJ), hatten sich seit Jahren aktiv für solche Regelungen auf europäischer Ebene eingesetzt.

"Die EU-Kommission muss nun mutig vorangehen und einen klaren Rahmen für die 27 Mitgliedsländer setzen", sagt Cornelia Heydenreich, Referentin für Unternehmensverantwortung bei Germanwatch und Mitglied im Koordinationskreis des deutschen Netzwerkes für Unternehmensverantwortung, CorA-Netzwerk. "Auf der Basis einer europäischen Regelung müsste dann auch Deutschland solche Berichtspflichten einführen. Nachbarländer wie Frankreich, Norwegen oder Schweden zeigen, dass solche Regelungen gesellschaftlich möglich und gewünscht ist."

Bisher sind Unternehmen in Deutschland nicht dazu verpflichtet, Rechenschaft über die Auswirkungen ihrer Aktivitäten auf Menschen und Umwelt abzulegen. Freiwillig veröffentlichte Informationen der Unternehmen sind häufig unvollständig oder sogar irreführend. Der Gesetzesrahmen könnte nun dafür sorgen, dass die Unternehmen vergleichbar über die möglichen menschenrechtlichen und ökologischen Risiken berichten müssen, die mit ihrer Tätigkeit in sogenannten Entwicklungsländern verbunden sind. Auch eine verbesserte externe Überprüfung oder Einbeziehung von Betroffenen könnte festgelegt werden.

"Um wirklich einen Unterschied zu machen, sollte das Gesetzesvorhaben sich dafür aussprechen, dass zum Beispiel börsennotierte Unternehmen innerhalb ihres Lageberichtes über je nach Branche genau zu definierende soziale und ökologische Schlüsselthemen berichten müssen", fügt Heydenreich hinzu.

Hintergrund:
Germanwatch
arbeitet im Bereich Unternehmensverantwortung eng zusammen mit dem CorA-Netzwerk und koordiniert die deutschen Aktivitäten der Kampagne "Rechte für Menschen - Regeln für Unternehmen". Diese ist Teil der European Coalition for Corporate Justice (ECCJ), einem zivilgesellschaftlichen Netzwerk, das aus über 250 Organisationen und Gewerkschaften in 15 europäischen Ländern besteht.

Quelle:



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Zukunft braucht Frieden

forum 02/2026

  • Militär & Märkte
  • Grüner Wasserstoff
  • Moorschutz als Invest
  • ESG loves KI
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
20
MÄR
2026
Erneuerbare - rund um die Uhr (nutzen)
33. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Bayerischer Solar-Initiativen (ABSI)
84524 Neuötting
21
APR
2026
Sustainable Economy Summit
Rückenwind für die Wirtschaft der Zukunft
10117 Berlin
08
JUN
2026
SuperReturn Energy Transition - Ticket discount for forum readers!
Powering progress. Investing in the future of energy.
10789 Berlin
Alle Veranstaltungen...
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Anzeige

Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht

Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol

Gesundheit & Wellness

Krankheit und Gesundheit
Christoph Quarch empfiehlt die Stärkung der Resilienz als Weg zur Reduzierung der Krankenstände
B.A.U.M. Insights
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Intelligenz und Resilienz statt Abhängigkeit

Die Chance der Krise

Sondervermögen: Das 11 Milliarden-Potenzial des Klima- und Transformationsfonds (KTF)

Klimaziele 2030 und 2040 werden deutlich verfehlt

Richtiges Haushalten denkt das Morgen mit

Auftakt mit Strahlkraft - Let's talk about Cotton

3-phasiges Solar- und Speichersystem der nächsten Generation mit integrierter Ersatzstromfunktion

Einfach mal machen

  • SUSTAYNR GmbH
  • NOW Partners Foundation
  • Global Nature Fund (GNF)
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • ZamWirken e.V.
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • circulee GmbH
  • TÜV SÜD Akademie
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • Engagement Global gGmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • WWF Deutschland