Technik | Energie, 14.07.2026
Klima-Radtour in Bingen verbindet Wissenschaft, Praxis und Austausch
Konkrete Projekte vom Versuchslabor bis zur Wärmepumpe
Wie können Wissenschaft, private Haushalte und innovative Technologien zum Klimaschutz beitragen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der diesjährigen Klima-Radtour in Bingen. Die rund dreistündige geführte Radtour führte die Teilnehmenden zu verschiedenen Stationen in der Stadt, an denen aktuelle Projekte zu erneuerbaren Energien, effizienter Wärmeversorgung und privater Stromerzeugung vorgestellt wurden. Die Klima-Radtour in Bingen zeigt beispielhaft, wie kommunaler Klimaschutz erfolgreich vermittelt werden kann, wenn er nicht abstrakt erklärt, sondern vor Ort erlebbar gemacht wird.
Die Binger Klimaschutzmanagerin Lisa Christmann betont: „Wichtig war mir als Klimaschutzmanagerin von Anfang an, die Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen und Transparenz zu schaffen. Da die Stationen mehrere Kilometer auseinander lagen, war das Fahrrad als Verkehrsmittel die naheliegende und praktische Wahl. Und das hat wiederum den schönen Nebeneffekt, dass man vielleicht auch mal neue Radwege kennenlernt und das Erlebnis die Motivation zum Radeln auch im Alltag stärkt".Konkrete Projekte im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt der geführten Radtour stand das gemeinsame Erleben konkreter Projekte. 16 Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich direkt bei Fachleuten, Forschenden und engagierten Praktikern über aktuelle Entwicklungen im Bereich erneuerbarer Energien, effizienter Wärmeversorgung und privater Stromerzeugung zu informieren. Die durchweg positive Resonanz bestätigt den Ansatz, Klimaschutz durch praktische Beispiele greifbar zu machen und so die Bereitschaft zur eigenen Umsetzung zu stärken.

Vom Versuchslabor bis zur Wärmepumpe
Ein Programmhöhepunkt war der Besuch der Technischen Hochschule Bingen. In der dortigen Modellfabrik erläuterte Prof. Bernhard Seyfang aktuelle Forschungsansätze zur Abscheidung von CO? aus der Umgebungsluft sowie zur Gewinnung von Wasserstoff aus biogenen Reststoffen. Zudem stellte Daniel Niederhöfer das „Tiny House" vor, das als Versuchslabor für verschiedene Speichertechnologien wie Batterie-, Eis- und Pufferspeicher dient.
Weitere Stationen der Tour waren die private Photovoltaikanlage des Solarbotschafters Lutz Heim, der praxisnahe Einblicke in Betrieb, Wirtschaftlichkeit und typische Herausforderungen von PV-Anlagen sowie Balkon-PV gab, sowie ein Wärmepumpenprojekt in der Binger Innenstadt. Dort stellte Wärmepumpenbotschafter Malte Thomas ein Mehrfamilienhaus mit moderner Wärmepumpentechnik und Schichtenspeicher in Kombination mit Solarthermie vor.
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden fielen durchweg positiv aus, die Kombination aus Radeln und Information kam sehr gut an.
Solarbotschafter Hans Herzog radelte ebenfalls mit – aus Neugierde auf Neues, um die Möglichkeit zu nutzen, mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen und nicht zuletzt auch, um in seiner Rolle als Solarbotschafter Präsenz zu zeigen. „Es ist wichtig, die Bevölkerung bei den neuen Themen mitzunehmen, das Interesse zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", ist Herzog überzeugt.
Weitere Touren geplant
Die Organisatoren ziehen ein positives Fazit: Die Klima-Radtour hat sich seit der Premiere 2021 als fest etabliertes Format bewährt, das Information, Bürgerbeteiligung und Klimaschutz auf anschauliche Weise verbindet. Worauf es bei einem solchen Format ankommt, benennt Klimaschutzmanagerin Christmann: „Gute Kommunikation mit der Bürgerschaft ist entscheidend. Wichtig ist, das Wissen aus der Bürgerschaft zu nutzen, um Beratungskanäle aufzubauen und Engagierte zur Unterstützung bei der Planung einzubinden".
Auch nächstes Jahr wird es in Bingen wieder eine Klima-Radtour geben - thematisch ergänzt um weitere Themen und Projekte, die die Binger Bürger interessieren.
Dieser Beitrag ist Teil der Best Practice-Reihe "Kommunen Machen Klima". Sie erscheint seit 2025 im Rahmen des Kommunalen Klimapakts Rheinland-Pfalz (KKP) und wird gemeinsam von der Energieagentur Rheinland-Pfalz, dem Gemeinde- und Städtebund, dem Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen Rheinland-Pfalz, Ministerien, dem Landkreistag und dem Städtetag getragen.
Kontakt: Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH, Sabine Werle | sabine.werle@energieagentur.rlp.de | www.energieagentur.rlp.de
Quelle: Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
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