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Hochwasser-Check 2026 der Deutschen Umwelthilfe

Ein Viertel aller Landkreise hat hohen Hochwasser-Risikograd

  • Karten und Berechnungen zeigen potenziell betroffene Fläche und gefährdete Adressen für alle 400 Landkreise und kreisfreien Städte
  • Hohes Risiko für schwere Schäden bei Jahrhunderthochwasser: Hochwasser-Risikograd auf Landkreisebene zeigt deutlichen Handlungsdruck im gesamten Bundesgebiet
  • Naturbasierter Hochwasserschutz muss in der Fläche umgesetzt werden, um den Landschaftswasserhaushalt und damit den Hochwasserschutz zu stärken
© Christian Wasserfallen; Pexels.comKnapp ein Viertel aller Landkreise in Deutschland besitzt mindestens ein hohes Risiko für schwere Schäden durch ein sogenanntes Jahrhunderthochwasser. Dies zeigt der Hochwasser-Check der Deutschen Umwelthilfe (DUH).

Der Hochwasser-Risikograd ergibt sich aus der bei einem Jahrhunderthochwasser potenziell von Schäden betroffenen Fläche und den aktuell gefährdeten Adressen. Der Ortenaukreis in Baden-Württemberg hat deutschlandweit den höchsten Hochwasser-Risikograd und wäre von einem Jahrhunderthochwasser potenziell besonders stark betroffen. 98 Landkreise besitzen laut Hochwasser-Check einen hohen Risikograd, 184 Kreise haben einen mäßigen Risikograd.

Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Der fünfte Jahrestag der Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal ist auch eine Warnung vor den unvorhersehbaren Folgen der Klimakrise. Die immer häufiger auftretenden extremen Regenfälle können ruhige Flüsse und Bäche in reißende Ströme verwandeln. Wir brauchen dringend flächendeckenden Hochwasserschutz - davon können Menschenleben abhängen. Die seit 2024 angekündigte Novelle des Hochwasserschutzgesetzes muss endlich wiederaufgenommen werden und naturbasierte Lösungen stärken. Auch die EU-Wiederherstellungsverordnung für die Natur dient zur Vorsorge und muss deshalb konsequent umgesetzt werden. Unsere Landschaft gegen die Folgen der Klimakrise zu wappnen, ist eine langfristige Aufgabe und kann nur gemeinsam bewältigt werden. Die Einrichtung der geplanten neuen Gemeinschaftsaufgabe Naturschutz und Klimaanpassung ist dementsprechend mehr als überfällig."

Der Hochwasser-Check offenbart zudem eine wesentliche historisch gewachsene Problematik: Wo in Flussauen gebaut wurde, ist das potenzielle Schadensausmaß besonders hoch, falls technische Schutzsysteme an ihre Grenzen kommen. Erhöhte Risikopotenziale konzentrieren sich vor allem entlang großer, dicht besiedelter Flussläufe wie dem stark ausgebauten Ober- und Niederrhein, sowie in Teilen auch an Donau und Elbe. Zwar sind technische Schutzmaßnahmen wichtig und haben spürbare Effekte auf den Hochwasser-Risikograd. Doch bestehende technische Maßnahmen orientieren sich an bisher vorgekommenen Pegelständen, weniger an jenen, die gegebenenfalls durch die Folgen der Klimakrise auftreten.

Sabrina Schulz, Stellvertretende Bereichsleitung Naturschutz der DUH: „Es ist ein riesiges Problem, dass in Überschwemmungsgebieten immer noch gebaut werden darf. Es dürfen keine neue Gebäude in die Aue gebaut und damit Menschenleben einem Hochwasserrisiko ausgesetzt werden. Flüsse brauchen außerhalb der Ortschaften endlich wieder mehr Raum, damit Hochwasser dort in die Aue ausufern kann, wo es keinen Schaden anrichtet. Wir fordern deshalb eine strenge Durchsetzung des Bauverbots im Überschwemmungsgebiet und eine Priorisierung von naturbasierten Lösungen im Hochwasserschutz. Wir müssen die Schwammfunktion der Landschaft wiederherstellen und im gesamten Einzugsgebiet Wasser in gesunden Wäldern, feuchten Wiesen, kurvigen Bächen und renaturierten Auen zurückhalten."

Hintergrund:
Der Hochwasser-Check 2026 zeigt die betroffenen Flächen auf Landkreisebene und das Ausmaß, wie viele Adressen konkret von einem Jahrhunderthochwasser betroffen sein können. Die vergleichenden Karten legen zudem offen, wie groß das Schadenspotenzial wäre, wenn bestehende Schutzmaßnahmen an ihre Belastungsgrenze kommen und versagen. Der Hochwasser-Check basiert auf Daten des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung.

Ein Jahrhunderthochwasser ist statistisch gesehen einmal alle 100 Jahre zu erwarten, wobei sich diese Werte auf Messreihen in der Vergangenheit beziehen. Durch die Klimakrise und die landschaftlichen Veränderungen des letzten Jahrhunderts treten jene Pegel in Zukunft häufiger auf.

Kontakt: Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Sabrina Schulz | schulz@duh.de | www.duh.de



     
        
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