Umwelt | Ressourcen, 01.06.2026
Nähen als Systemkritik
Wie HiloImpact Kreislaufwirtschaft in Gemeinschaft übersetzt
Nähen, Flicken, Upcyclen — und dabei Kreislaufwirtschaft wirklich erfahrbar machen: HiloImpact bringt seit 2025 Menschen im Großraum München in Werkstätten und Firmenräumen zusammen. Das Münchner Initiative verbindet Bildung, Gemeinschaft und ökologisches Handeln zu einem niedrigschwelligen Zugang zur Circular Economy — und zeigt, dass Systemwandel auch mit Nadel und Faden beginnen kann.
Wer ein Kleidungsstück repariert, statt es wegzuwerfen, trifft eine kleine Entscheidung mit großer Bedeutung. Lorena Maldonado und Maylene Baligod haben daraus ein Konzept gemacht: HiloImpact, gegründet Ende 2025 in München, bringt Menschen in Werkstätten, Wohnzimmern und Firmenräumen zusammen — rund ums Nähen, Flicken und Upcyclen von Textilien.Der Name verbindet „Hilo", das spanische Wort für Faden, mit Impact. Das ist programmatisch: Es geht nicht um Handarbeit als Hobby, sondern um die Frage, wie Kreislaufprinzipien im Alltag wirklich verankert werden — nicht als Zertifikat, sondern als gelebte Praxis.
Drei Säulen, ein ZielHiloImpact arbeitet entlang dreier Linien: Bildung, Vernetzung und Advocacy. Im Bildungsbereich bietet die Initiative Workshops für Einsteiger:innen, Kinder und Unternehmen an — von der Grundschneiderei bis zur kreativen Upcycling-Session. Angeboten wird auf Englisch, Deutsch, Spanisch und Tagalog, was die interkulturelle Verankerung des Projekts widerspiegelt.
Im Bereich Vernetzung baut HiloImpact ein Ökosystem aus Makers, Organisationen, lokalen Unternehmen und kommunalen Akteuren auf. Dazu gehören Kooperationen mit Circular Munich, Teamwerk Aschheim, Mikrofarm Gräfelfing und weiteren Partnern im Großraum München.
Der Advocacy-Ansatz reicht von Freiwilligenprojekten bis hin zu Citizen-Outreach-Formaten: HiloImpact will nicht nur Werkzeuge weitergeben, sondern eine kulturelle Verschiebung anstoßen — weg von Fast Fashion, hin zu Reparatur und Wiederverwendung als gesellschaftlicher Norm.
Textilien als Zugang zur Kreislaufwirtschaft
Was das Projekt auszeichnet, ist seine Zugänglichkeit. Die Kreislaufwirtschaft wird in vielen Kontexten abstrakt verhandelt — als Regulierungsrahmen, als Unternehmensberichtspflicht, als politisches Ziel. HiloImpact setzt an einer anderen Stelle an: am konkreten Kleidungsstück, an der eigenen Nadel, an der Erfahrung, etwas Kaputtes wieder nutzbar zu machen. Das ist kein Widerspruch zur systemischen Ebene — es ist deren Grundlage.Für Firmen bietet HiloImpact maßgeschneiderte Team-Events an, bei denen Nachhaltigkeitsprinzipien nicht vorgetragen, sondern praktisch erfahrbar gemacht werden. Das Format eignet sich für Unternehmen, die CSR nicht als Kommunikationsaufgabe, sondern als Kulturarbeit verstehen.
Regionale Förderung mit strategischer Perspektive
HiloImpact wird von ZamWirken e.V. gefördert — einem Netzwerk für gemeinwohlorientiertes Unternehmertum im Münchner Osten. ZamWirken unterstützt Gründer:innen und Sozialunternehmen, die gesellschaftliche Wirkung mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit verbinden. Dass HiloImpact in dieses Förderprogramm aufgenommen wurde, ist kein Zufall: Das Potenzial des Ansatzes liegt gerade darin, dass er Gemeinschaft, Bildung und ökologisches Handeln nicht nebeneinander stellt, sondern miteinander verknüpft.
Kontakt und Angebote
HiloImpact ist erreichbar über welcome@hilo-impact.com und unter www.hilo-impact.com. Workshops finden regelmäßig in München-Untergiesing und in der Teamwerk Werkstatt in Aschheim statt. Team-Events und maßgeschneiderte Formate können über die Website angefragt werden.
Kontakt ZamWirken e.V.
info@zamwirken.de | Unverbindliches Erstgespräch vereinbaren: www.zamwirken.de
Quelle: ZamWirken e.V.
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