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Sustainable Economy Barometer

Knapp zwei Drittel sehen Nachhaltigkeit als Treiber für den Unternehmenserfolg - Unternehmen investieren stärker in Nachhaltigkeit als 2023

Entgegen der öffentlichen Debatte steht der Großteil der deutschen Wirtschaft weiter hinter den Klimazielen und bewertet die nachhaltige Modernisierung der Wirtschaft als Standortvorteil. Das zeigen die Daten das Sustainable Economy Barometer 2026. Die repräsentative Befragung von privatwirtschaftlichen Entscheidungsträger:innen in Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden wurde heute zum Auftakt des Sustainable Economy Summit in Berlin erstmals vorgestellt (Stichprobe 2.500).

Das Sustainable Economy Barometer zeigt, dass Nachhaltigkeit der Booster ist, den die Wirtschaft braucht, um aus der Krise zu kommen. © Civey„Das Sustainable Economy Barometer zeigt: Nachhaltigkeit ist keine Bürokratie. Sie ist der Booster, den die Wirtschaft braucht, um aus der Krise zu kommen. Die permanente Zieldebatte, ob es mehr oder weniger Klimaschutz braucht, wird von der Mehrheit der Teilnehmenden als wirtschaftsschädlich bewertet und mit einem klaren Appell an die Politik verbunden: Die Wirtschaft fordert verlässliche Rahmenbedingungen", so Prof. Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin der Sustainable Economy gGmbH, bei der Präsentation der Daten.

Nachhaltigkeit wird immer stärker zum Wettbewerbsfaktor
Das heute erschienene Sustainable Economy Barometer 2026 zeichnet ein klares Bild. Knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen (65,1 Prozent) sehen in Nachhaltigkeit die treibende Kraft für einen langfristigen Unternehmenserfolg. Das ist, gegenüber den Umfrageergebnissen 2023, ein Zuwachs von sieben Prozentpunkten. 

Dass der nachhaltigen und klimaneutralen Wirtschaft eine hohe Bedeutung bei der Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland zukommt, bestätigen 56,4 Prozent und damit zehn Prozentpunkte mehr als noch 2023. Besonders gefordert ist hier die Politik: 65,8 Prozent der Befragten bewerten ihre Rolle für das Erreichen einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft als wichtig. Dass ein bloßes Weiter-so nicht die Lösung sein kann, sehen 53,7 Prozent. Sie bestätigen die Ansicht, dass Unternehmen ohne Nachhaltigkeitsstrategie langfristig nicht wettbewerbsfähig sind. Auch hier zeigt sich in den Umfrageergebnissen gegenüber 2023 ein Zuwachs von 5,5 Prozentpunkten. 

Mehr Unternehmensinvestitionen in Erneuerbare Lösungen
Gefragt nach konkreten Maßnahmen für mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen, bestätigt jede:r zweite Teilnehmende bereits Effizienzmaßnahmen, zum Beispiel zur Energieeinsparung, ergriffen zu haben. Mehr als jedes dritte Unternehmen (38,6 Prozent) hat bereits in Erneuerbare investiert (+ 8 Prozentpunkte vgl. mit 2023) sowie Maßnahmen zur Ressourceneffizienz getroffen (37,3 Prozent; + 7 Prozentpunkte vgl. mit 2023). Nachhaltige Mobilitätslösungen setzen bereits 35,6 Prozent der Unternehmen durch und damit sieben Prozentpunkte mehr als noch 2023. 

Wechselhafte Politik bremst Investitionen
Angesprochen auf die Bedeutung der Politik für das Wachstum der nachhaltigen Wirtschaft sieht mehr als die Hälfte der Entscheider:innen (56,6 Prozent) die wiederkehrende Debatte um die Verschiebung des Klimaziels als wirtschaftlich schädlich an. Dass die Wirtschaft sich an diesem Ziel orientiert, zeigt sich an den 64,1 Prozent Zustimmung zu der Aussage, dass die Kontinuität der Klimaziele bis 2045 wichtig oder sehr wichtig für die Planungssicherheit ist. 

Zuletzt war die politische Deregulierung vor allem im Bereich Nachhaltigkeitsberichterstattung aktiv. Nach der Abschwächung des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) sowie der europäischen Sorgfaltspflichten CSRD und CSDDD bestätigten 72,5 Prozent der Befragten, dass die rechtlichen Unsicherheiten rund um Nachhaltigkeitsberichterstattung und Sorgfaltspflichten Investitionsentscheidungen verzögern. 

„Das ist ein klares Statement der Wirtschaft, dass für die Rückschritte bei der CSRD und CSDDD ein teurer Preis gezahlt wurde. Gesetze kurz vor Inkrafttreten empfindlich abzuschwächen, ist kein Befreiungsschlag – zumal in diesem Fall dazu kommt, dass Banken die Daten der Risikoanalyse zunehmend in der Kreditvergabe einfordern, auch beim Mittelstand", so Prof. Dr. Katharina Reuter weiter. 

Klima- und Umweltrisiken werden unterschätzt
Mit Blick auf die Klimarisiken, die der Klimawandel in Form von Hitzewellen, Starkregenereignissen und Verlusten an Biodiversität mit sich bringt, sieht sich die deutsche Wirtschaft bisher nicht mehrheitlich in ihrem Geschäftsmodell bedroht. Rund 42 Prozent schätzen Klima- und Umweltrisiken als eher nicht oder gar nicht relevant für ihr Geschäftsmodell ein. Dass hier eine gefährliche Fehleinschätzung vorliegen könnte, zeigen Expert:innenmeinungen. Denn der Global Risks Report des Weltwirtschaftsforum führt Extremwetter, Biodiversitätsverluste und den Kollaps von Ökosystemen sowie den kritischen Wandel der Erdsysteme als Hauptrisiken der Wirtschaft in den nächsten zehn Jahren auf. 

Politische Instrumente: Abbau klimaschädlicher Subventionen gefordert
Gefragt nach möglichen Lösungen für eine nachhaltige und klimaneutrale Wirtschaft bewertet knapp jede:r zweite Befragte (48,3 Prozent) den Abbau klimaschädlicher Subventionen als wichtigste Maßnahme; gefolgt von einer niedrigeren Besteuerung nachhaltiger Produkte (40,7 Prozent) sowie der steuerlichen Förderung nachhaltiger Maßnahmen für Unternehmen (36,5 Prozent).

„Das Stimmungsbild der Wirtschaft 2026 ist klar. Die Wirtschaft sieht in Nachhaltigkeit einen Wettbewerbsvorteil und fordert von der Politik, dass sie einen passenden Rahmen setzt. Die Wirtschaft ist weiter als die politische Debatte – jetzt muss die Bundesregierung nachziehen", so Reuter abschließend. 
 
 
Das Sustainable Economy Barometer 2026 wurde vom Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag der Sustainable Economy gGmbH durchgeführt. Civey hat für den Sustainable Economy Summit vom 11.3.2026 bis 15.4.2026 privatwirtschaftliche Entscheider:innen in Unternehmen mit über 50 Mitarbeitenden befragt (Stichprobe 2.500). Der statistische Fehler des Gesamtergebnisses beträgt 3,8 Prozentpunkte. Das Barometer erscheint zum zweiten Mal; Vergleichswerte beziehen sich auf die Ersterhebung 2023.

Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW) bringt die Stimme der progressiven Unternehmen direkt ins politische Berlin. Seit der Gründung 1992 setzt sich der BNW e.V. als unabhängiger Unternehmensverband für Umwelt-, Klimaschutz und soziale Nachhaltigkeitsaspekte ein. Mit seinen 700 Mitgliedsunternehmen steht der Verband für mehr als 200.000 Arbeitsplätze; Großunternehmen sowie Mittelstand sind in dem branchenübergreifenden Netzwerk genauso vertreten wie Cleantech-Startups und Social-Entrepreneurs. 

Kontakt: Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V., Joscha Frost | presse@bnw-bundesverband.de | bnw-bundesverband.de



     
        
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