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GSBS Report 2025: Die wahre Tabelle der Bundesliga

Wer ist wirklich krisenfest?

  • BVB ist Resilienzmeister, Bayern auf Platz 3
  • Mehrheit der Clubs mit nur moderater finanzieller Widerstandsfähigkeit – kein Club erreicht Top-Niveau
  • 72,2 Prozent der Vereine über fünf Jahre hinweg defizitär
  • Hohe Abhängigkeit von einzelnen Einnahmequellen und steigende Kosten begrenzen Flexibilität
© GSBSWährend der sportliche Kampf um die Meisterschaft auf dem Rasen mal wieder frühzeitig entschieden scheint, liefert das neue GSBS-Rating 2025 eine völlig neue Perspektive auf die Hierarchie der Bundesliga. In einer umfassenden Analyse der strukturellen Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit sichert sich Borussia Dortmund den Titel des „Resilienzmeisters". Insgesamt präsentiert sich die Liga im internationalen Vergleich als strukturell solide, bleibt jedoch anfällig für wirtschaftliche Schocks. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle „GSBS Report 2025 – 1. Bundesliga Edition", der erstmals alle 18 Clubs anhand ihrer Nachhaltigkeit und strukturellen Resilienz analysiert. Die Studie kombiniert ESG-Kriterien mit Finanzkennzahlen, Governance-Strukturen sowie Geschäftsmodellen und zeichnet damit ein umfassendes Bild der Zukunftsfähigkeit des deutschen Profifußballs. Sie verdeutlicht jedoch auch, dass die Liga trotz solider Grundlagen strategisch angreifbar bleibt: Hohe Kostenintensität, konzentrierte Einnahmeströme und fehlende Diversifikation prägen das Bild der deutschen Eliteliga.
 
„Nachhaltigkeit ist längst kein ergänzendes Thema mehr, sondern eng mit der finanziellen Resilienz, der operativen Stabilität und der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit professioneller Sportorganisationen verknüpft", sagt Christian Hartmann, CEO von GSBS. „Unser Report bietet eine datengestützte Perspektive darauf, wie Organisationen über reine Leistungskennzahlen hinaus verstehen können, was nachhaltigen Erfolg im Profisport wirklich antreibt". Bereits seit fünf Jahren veröffentlicht GSBS jährlich ein sportartenübergreifendes Nachhaltigkeitsreporting. Bei dem „GSBS Report 2025 – 1. Bundesliga Edition" handelt es sich um den ersten Subreport, der sich ausschließlich auf eine Sportart konzentriert.
 
BVB und Wolfsburg führen – Bayern München auf Platz 3
Das GSBS Rating 2025 basiert auf einer integrierten Analyse der Dimensionen Corporate, Environmental, Social und Governance. Mit einem Gesamtwert von 81 Prozent setzt sich Borussia Dortmund an die Spitze, gefolgt vom VfL Wolfsburg  mit 77 Prozent. Der sportliche Rekordmeister FC Bayern München ist etwas abgeschlagen und belegt mit 70 Prozent den dritten Rang, gleichauf mit dem VfB Stuttgart. Überraschend finden sich vermeintliche Vorzeige-Clubs wie der SC Freiburg (55 Prozent) oder Bayer 04 Leverkusen (58 Prozent) in der unteren Tabellenhälfte wieder, während der 1. FSV Mainz 05 mit 49 Prozent das Schlusslicht bildet.

Die Analyse zeigt, dass vor allem die Kapitalmarktnähe positive Effekte auf die Strukturen hat: Die am besten bewerteten Governance-Modelle finden sich beim BVB (83 Prozent) und dem SV Werder Bremen (78 Prozent). Während die Profiabteilung des BVB ein börsennotiertes Unternehmen ist, emittiert Werder Bremen Unternehmensanleihen. Derartige Beteiligungen am Kapitalmarkt sind in der gesamten Liga einzigartig. Rund die Hälfte der Vereine erreicht ein mittleres Niveau, knapp 40 Prozent gelten als stark aufgestellt. Nur ein einziger Club erreicht die Kategorie „Top Governance", während kein Verein als strukturell schwach eingestuft wird. Damit ist die Liga insgesamt konsistent organisiert, bleibt jedoch hinter internationalen Spitzenclubs zurück, bei denen Top-Governance deutlich häufiger vorkommt – allerdings bei gleichzeitig größerer Streuung. „Die Bundesliga hat ihre Hausaufgaben gemacht, was Governance angeht", sagt Christian Hartmann. „Aber im internationalen Wettbewerb reicht solide Organisation allein nicht aus, um langfristig vorne mitzuspielen."
 
Finanzielle Resilienz: Über dem Durchschnitt, aber nicht ohne Risiko
Die Bundesliga präsentiert sich im internationalen Vergleich als vergleichsweise stabil. Mit einem durchschnittlichen Financial Resilience Score von 0,47 übertreffen die deutschen Clubs sowohl die europäische Konkurrenz (0,35) als auch die allgemeine Benchmark der Sportindustrie (0,34). Dennoch erreichen lediglich drei Clubs die Kategorie „Resilient", während die Mehrheit (11 von 18 Clubs) als nur „Moderat" eingestuft wird. Ein Club wird sogar als „Fragile" bewertet.
 
Trotz dieser relativen Stabilität sind die wirtschaftlichen Ergebnisse besorgniserregend: 72,2 Prozent der Bundesligisten verzeichneten über einen Fünfjahreszeitraum im Durchschnitt Verluste. Ein wesentlicher Treiber ist die hohe Gesamtkostenbelastung, die bei einigen Clubs bis zu knapp 90 Prozent der Erlöse erreicht. Dabei sind weniger die Gehälter das Problem – die Personalkostenquote liegt homogen zwischen 45 und 60 Prozent –, sondern vielmehr die hohe Kapitalintensität durch Abschreibungen auf Transferwerte, welche die finanzielle Flexibilität einschränkt.
 
Abhängigkeiten als Achillesferse der Liga
Ein zentrales Ergebnis des Reports ist die gefährliche Konzentration der Einnahmen. Im Schnitt entfallen 43,9 Prozent der Gesamterlöse auf die jeweils dominante Einnahmequelle (Medienrechte, Sponsoring oder Spieltag). Da kein einziger Club über ein vollständig diversifiziertes Erlösmodell verfügt, bleibt die Anfälligkeit gegenüber externen Schocks, etwa dem Wegfall eines Hauptsponsors oder sinkenden TV-Geldern, systemisch hoch.
 
Zudem zeigt der Report eine Diskrepanz bei der ökologischen Transformation: Fortschritte bei den Emissionszielen führen bisher nicht zwangsläufig zu einer geringeren operativen Kostenbelastung. Viele Clubs agieren in einem Umfeld hoher operativer Druckpunkte, ohne dass ihre Infrastrukturmodelle bereits eine entsprechende Resilienz aufweisen.
 
Strategische Verzahnung statt isolierter Maßnahmen
Der GSBS Report 2025 macht deutlich, dass punktuelle Optimierungen nicht ausreichen, um zukunftsfähige Geschäftsmodelle im Profifußball zu etablieren. „Unser Ziel ist es, einen objektiven Referenzpunkt für Organisationen zu bieten, die ihre Leistung verstehen und Prioritäten für eine resilientere Zukunft setzen wollen", erklärt Christian Hartmann. „Resilienz entsteht nicht durch einzelne Stellschrauben, sondern durch das Zusammenspiel von Einnahmen, Kosten und Steuerung. Solange diese Balance fehlt, bleibt die Bundesliga stabil, aber strategisch angreifbar."

Die Global Sustainability Benchmark in Sports (GSBS) ist eine globale, unabhängige Non-Profit-Organisation mit dem klaren Ziel, die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts durch die Einführung eines Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung und eine jährliche Leistungsbewertung in der Profisportbranche anzugehen. 


     
        
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