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Oliver Kirchhof

Transformation braucht Gemeinschaft

GWÖ Rheinland Summit am 23./24. Juni 2026 in Köln

Der Mensch ist ein soziales Wesen und nur in der Gruppe überlebensfähig. Das gilt umso mehr für den Umgang mit gravierenden Veränderungen und den häufig mühevollen Transformationsweg in eine neue, noch unbekannte Zukunft … 

Erste Reihe v.l.n.r. Max Thien von KölnBusiness, Kölner Stadträtin Sandra Schneeloch, KölnBäder Geschäftsführerin Claudia Heckmann © Simon Veith
Das ist unsere aktuell größte Herausforderung als Menschheit: Den Weg in eine sozial gerechte und ökologisch regenerative Zukunft zu finden und erfolgreich zu gehen!

Neben Gemeinschaft braucht es für diese Transformation auch noch einen Plan bzw. eine Systematik, nach der die Transformationsbereiter ihr Handeln ausrichten können.

Außerdem braucht es einen klaren Fokus, was transformiert werden soll. Denn ohne Fokus besteht die Gefahr, dass Handeln zum Aktionismus wird. Dann verpuffen Veränderungsbereitschaft und -energie und es entsteht Frust statt nachhaltigen Lösungen. Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) bietet alle drei Elemente: Fokus, System und Gemeinschaft.

Der Fokus der GWÖ liegt auf der Transformation der Wirtschaft und ihrer Akteure. Dafür ist es auch erforderlich, politische Veränderungen voranzutreiben. Denn die Politik muss die regulatorischen Leitplanken für eine regenerative und gemeinwohl-orientierte Zukunftswirtschaft schaffen. Außerdem braucht eine Gemeinwohl-Wirtschaft gut ausgebildete Führungskräfte und Teammitglieder, die bereits in Ausbildung und Studium das Rüstzeug für das Gemeinwohl-orientierte Wirtschaften erworben haben. Sprich auch Bildungsangebote und -inhalte müssen in Richtung Gemeinwohl-Ökonomie transformiert werden.

Eine Matrix für den Wandel
Mit der Gemeinwohl-Matrix gibt die Gemeinwohl-Ökonomie Unternehmen und Organisationen ein fundiertes und praxiserprobtes Instrumentarium an die Hand, um die Transformation professionell planen und managen zu können. Die Matrix ist jedoch nicht nur die Basis für Gemeinwohl-Zertifizierung und die Vergabe von Punkten. Sie ist ein starkes Tool für eine sozial und ökologisch nachhaltige Strategie- und Organisationsentwicklung. Ab der Matrix 5.2 ist sie jetzt auch mit dem EU Berichtstandard Voluntary Sustainability Reporting Standard for SME (VSME) kompatibel.

Doch GWÖ-Fokus und -Systematik würden ohne Gemeinschaft keine relevante Wirkung entfalten. Das hat die GWÖ bereits seit ihrer Gründung 2010 verstanden und sehr früh Regionalgruppen und Unternehmensnetzwerke etabliert, in denen sich GWÖ-Überzeugte und -Interessierte treffen, austauschen und gegenseitig inspirieren. Vor allem sich immer wieder motivieren, weiterzumachen und den nächsten Schritt zu gehen. Dies hat die Gemeinwohl-Akteur*innen dazu bewegt, ein weiteres Energie-spendendes und -generierendes Format ins Leben zu rufen: Die GWÖ Summits.

Die Gipfel im Netzwerk
Ziel der GWÖ Summits ist es, Akteur*innen aus Gemeinwohl-Unternehmen die Möglichkeit zu Austausch, Inspiration und gemeinsamem Energietanken zu bieten. Außerdem haben Interessierte dort die Möglichkeit, die GWÖ, ihre Ziele und Methoden sowie ihre Akteure kennenzulernen. Auf diese Weise können sie sich besser entscheiden, in welcher Form sie die GWÖ-Transformationsangebote für sich nutzen wollen.

Stefan Möller von der GLS Bank © Simon VeithGWÖ Summits gibt es bereits seit mehreren Jahren in Österreich (im GWÖ Mutterland fand das letzte 360° Good Economy Forum 16./17. März 2026 in Wien statt), in Bayern (Tage des guten Wirtschaftens), in Baden-Württemberg (GWÖ-Summit im Ländle), in NRW (GWÖ Rheinland Summit. Dieser findet in diesem Jahr am 23./24. Juni 2026 in Köln statt. 

Die Summits sollen helfen, die ökologische und soziale Nachhaltigkeitstransformation zu unterstützen und voranzubringen. In Phasen der Transformation fühlen sich sehr viele Menschen (auch Politiker*innen und Wirtschaftslenker*innen) überfordert und ihre psychologische Sicherheit ist beschädigt. Doch gerade psychologische Sicherheit und das Vertrauen, die Veränderungen meistern zu können, brauchen Menschen, um nicht in Schockstarre zu verfallen oder der Gefahr durch Verdrängung (vermeintlich) zu entfliehen.

Um psychologische Sicherheit zu empfinden, müssen sich Menschen bewusst werden, dass sie mit ihren Kompetenzen in der Lage sind, die anstehenden Veränderungen anzugehen. Das braucht Vorhersehbarkeit und Planbarkeit der nächsten Schritte sowie die Möglichkeit, Einfluss nehmen zu können und damit ein gewisses Maß an Kontrolle zu haben. Genau hier setzen die GWÖ Summits an. 

Der GWÖ Rheinland Summit 
Bei den GWÖ Rheinland Summits 2024 und 2025 haben Vertreter*innen aus Unternehmen wie VAUDE, WEtell, Shift, KölnBäder, elobau, Viva con Agua und viele mehr berichtet, wie sie die Transformation in ihrer Organisation vorantreiben. Und damit den Summit Teilnehmer*innen die Sicherheit gegeben, dass und wie genau die Transformation möglich ist. In Workshops wurde die Brücke zu den eigenen Kompetenzen und Gestaltungsmöglichkeiten geschlagen. 

Beim Rheinland Summit 2026 werden u.a. Vertreter*innen von Unternehmen wie der FC St. Pauli und der memo AG (Bürobedarf) sowie das Wuppertal Institut aufzeigen, was Transformation braucht und wie sie gelingt. Außerdem wird GWÖ-Mitbegründer Christian Felber aus 15 Jahren GWÖ Transformation berichten. Staatssekretär a.D. Sven Giegold wird erläutern, welche Rahmenbedingungen die Politik setzen muss und bereits gesetzt hat. Wirtschaftsförderungen aus dem Rheinland werden aufzeigen, über welchen Förderprogramme die Transformationsaktivitäten von Organisationen unterstützt werden.

Das gallische Dorf
v.l.n.r. Simon Veith, Viva von Agua Geschäftsführer Mario Klütsch © Simon VeithGWÖ- Summits bieten die Möglichkeit, sich eine neue Community aufzubauen. Denn wer sich als Pionier*in auf die Transformationsreise begibt, fühlt sich häufig allein und isoliert im Wirtschafts-Mainstream, der noch auf permanentes Wachstum und Gewinnmaximierung ausgerichtet ist und dafür die Ausbeutung von Mensch und Natur sowie die Schädigung unseres Lebensraums billigend in Kauf nimmt. Daher ist es gerade zum Beginn der Transformation so wichtig, das eigene „gallische Dorf" aus Gleichgesinnten zu finden. Gemeinschaft hilft, weiterzumachen und auch schwierige Hindernisse zu überwinden.

Der Zaubertrank für die Zukunft lautet: Gemeinschaft suchen, Inspiration und Kraft tanken und unermüdlich voranschreiten!

Kontakt: Gemeinwohl Ökonomie Rheinland e.V., Oliver Kirchhof | oliver.kirchhof@ecogood.org | germany.econgood.org



     
        
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