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Ohne 65%-Regelung keine leistbare Heizung

Die Eckpunkte des Gebäudemodernisierungsgesetzes lassen nichts Gutes hoffen

Anlässlich der veröffentlichten Eckpunkte zum Gebäudemodernisierungsgesetz kritisiert Prof. Dr. Katharina Reuter, dass ohne 65-Prozent-Regelung nicht nur die deutschen Klimaziele in noch weitere Ferne rücken – auch Mieter:innen drängt die Reform in die Kostenfalle.

Trotz der massiven Verunsicherung durch die Ankündigung im Koalitionsvertrag das ‚Heizungsgesetz‘ abzuschaffen, hat sich der Wandel zur Wärmepumpe längst vollzogen. © Miriam die Tänzerin, pixabay.com„Die gestern präsentierten Eckpunkte bringen keine Ruhe in den deutschen Heizungskeller. Ein Prozent `grünes Öl oder Gas` ab 2028 und eine Bio-Treppe mit 10% ab 2029 – ohne festgelegten Hochlaufpfad bis 2040 – ersetzt keine 65%-Regelung. Bleiben die Eckpunkte so wie sie sind, wird Deutschland mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz seine Emissionen im Gebäudesektor noch langsamer drücken und die Sektorenziele verfehlen. Gleichzeitig drängt die Bio-Treppe Verbraucher:innen in die Kostenfalle. Beides ist nicht hinnehmbar. Scheitert das Gesetz nicht bereits vor den Verwaltungsgerichten, muss spätestens die nächste Regierung nachbessern - und die Unsicherheit beginnt von vorn. 

Was Schwarz-Rot präsentiert hat, verteidigt das Ewgigestrige. Bereits heute bieten Wärmepumpen eine Betriebskostenersparniss von 41% gegenüber einer Gasheizung. Trotz der massiven Verunsicherung durch die Ankündigung im Koalitionsvertrag das ‚Heizungsgesetz‘ abzuschaffen, hat sich der Wandel zur Wärmepumpe längst vollzogen. Im letzten Jahr wurden 33% weniger Gasheizungen und 74% weniger Ölheizungen abgesetzt. Wärmepumpen haben im gleichen Zeitraum 55% zugelegt und dominieren den Markt neu verbauter Heizungen. 
 

Mit der Grüngasquote läuft die Regierung nicht nur am Markt vorbei. Schon 2024 hat Jens Spahn das Mär vom `Grünen Öl` präsentiert. Das kann als Spinnerei abgetan werden – bei 41,9% Eigenheimquote aber ist es fahrlässig. Beimischungsquoten sind technisch komplex und dürften zu einem Preisanstieg führen. Eigenheimbesitzer:innen können diesem Szenario durch die Investition in eine Wärmepumpe ausweichen – und machen das bereits mehrheitlich wie die Zahlen zeigen. 

Die 58,1% der deutschen Bevölkerung, die zur Miete wohnen, haben diese Wahl nicht. Auf sie dürften im bestehenden Rechtsrahmen deutliche Mehrkosten zukommen – in einer Zeit, in der die Regierung leistbaren Wohnraum besonders fördern will. Der versprochene Schutz der Mieter 'vor überhöhten Nebenkosten durch den Neueinbau unwirtschaftlicher Heizungen' muss im parlamentarischen Verfahren nachgeschärft werden.

Die Eckpunkte des Gebäudemodernisierungsgesetzes lassen nichts Gutes hoffen. Mit dem Wegfall der 65%-Regelung droht Verbraucher:innen die Kostenfalle. Die Hoffnung beruht auf Nachbesserungen im parlamentarischen Verfahren und ansonsten kann man den Bürger:innen nur einen Rat geben: seien Sie schlauer als die Spitzen von CDU und SPD und entscheiden Sie sich weiter für eine Wärmepumpe" so Reuter abschließend.

Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW) bringt die Stimme der progressiven Unternehmen direkt ins politische Berlin. Seit der Gründung 1992 setzt sich der BNW e.V. als unabhängiger Unternehmensverband für Umwelt-, Klimaschutz und soziale Nachhaltigkeitsaspekte ein. Mit seinen 700 Mitgliedsunternehmen steht der Verband für mehr als 200.000 Arbeitsplätze; Großunternehmen sowie Mittelstand sind in dem branchenübergreifenden Netzwerk genauso vertreten wie Cleantech-Startups und Social-Entrepreneurs. 

Kontakt: Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V., Joscha Frost | presse@bnw-bundesverband.de | www.bnw-bundesverband.de/


Quelle: Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)



     
        
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