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Botschaft aus Dortmund: "Jetzt erst recht"

BAUM diskutiert Zukunftsbilder für Wirtschaft und Gesellschaft

Auf der großen BAUM-Tagung in Dortmund diskutierten Nachhaltigkeitsengagierte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verbänden, wie die Transformation zu einer sozial-ökologischen Marktwirtschaft gelingen kann. Positive Zukunftsvisionen sind motivierende Leitbilder. Nachhaltigkeit muss in Wirtschaft und Gesellschaft zum neuen Normal werden.
 
(v.l.n.r.) Christian Eichenberger (Vorstandsvorsitzender, Rent.Group), Dr. Daniela Büchel (Mitglied des Vorstands – Human Resources und Nachhaltigkeit, REWE Group), Ulrike Stroh (Senior Consultant for ESG Compliance, Strategy & Transformation, Lufthansa Industry Solutions), Yvonne Zwick (Vorsitzende, BAUM e.V.) © BAUM / Heiko Kalweit
Rund 300 Nachhaltigkeitsengagierte kamen auf Einladung von BAUM am 11./12. November in Dortmund zusammen, um Zukunftsbilder für eine nachhaltige Wirtschaft und Gesellschaft zu diskutieren.

Anreize für eine nachhaltige Wirtschaftspraxis setzen
Am ersten Tag der zweitägigen Veranstaltung diskutierte ein Panel, ausgehend von EU-Regularien und Standardsetzung, wie sich marktbasierte Anreize für eine nachhaltige Wirtschaftspraxis und die Integration ökologischer, gesellschaftlicher und Governance-Risiken in die unternehmerische Gesamtbilanz vorantreiben lassen. Viel Applaus gab es aus dem Publikum für die Forderung von Charlotte Beck (Sprecherin des Beirats Unternehmen von BAUM), Nachhaltigkeit dürfe in Unternehmen keine „Herzensangelegenheit" mehr sein, sondern müsse zu einem gleichberechtigten Thema des Managements werden – nur das sei dem Risiko angemessen.

Die Diskussion machte deutlich: Die EU hat es versäumt, ihre Regulatorik durch pragmatische Hilfestellungen zu begleiten. Unternehmen und Politik sprechen zudem noch keine gemeinsame Sprache, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Hier ist Übersetzungsarbeit notwendig, die Verbände wie BAUM leisten können.

Zielbilder für eine zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik
Am zweiten Veranstaltungstag diskutierten die Teilnehmenden im interaktiven World Café Zielbilder für eine zukunftsorientierte Wirtschaftspolitik und nahmen zielführende Kommunikation von Unternehmen gegenüber Investoren, Kundschaft und Politik in den Blick. Christian Eichenberger (Vorstandsvorsitzender der Rent.Group) betonte, Kreislaufwirtschaftsmodelle könnten durchaus wirtschaftlich sein, wenn sie skalierten. Wichtige Voraussetzung dafür: Courage.

Aus dem Publikum kam die Frage, warum es nicht gelinge, analog zu Unternehmen auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt eine positive Vision zu entwickeln. Darauf entgegnete Dr. Daniela Büchel (Mitglied des Vorstands – Human Resources und Nachhaltigkeit der REWE Group), es gebe bereits gute Ansätze; sie nehme aktuell eine Stimmung von „Jetzt erst recht" wahr. Wichtig sei, dass Europa zusammenstehe.

Moderatorin Tina Teucher und Boris Lebedev, Transformationsbegleiter bei Reinventing Society, demonstrierten in ihrem Impuls die produktive Irritation, die durch Unerwartetes entsteht.

Impuls für eine sozial-ökologische Marktwirtschaft
Bereits vor der Tagung hatte BAUM zum Auftakt eines Diskussionsprozesses ein Impuls-Papier zu einer sozial-ökologischen Marktwirtschaft veröffentlicht. Das Unternehmensnetzwerk entwirft darin die Vision eines zukunftsfähigen Marktdesigns, das die Wirtschaft in Deutschland und Europa stärkt. Am 9. Januar 2026 haben Vertreterinnen und Vertreter von BAUM Gelegenheit, ihre Anliegen Bundesumweltminister Carsten Schneider vorzustellen. Im Anschluss ist die breitere Öffentlichkeit zum Neujahrsempfang von BAUM eingeladen. Hier werden Eindrücke aus dem Gespräch einfließen, und die BAUM-Vorsitzende Yvonne Zwick gibt einen Ausblick auf das kommende Jahr: Das Unternehmensnetzwerk hat „Chancen- und Risikomanagement" zu seinem Schwerpunktthema 2026 gewählt.

Welche Wirtschaft wollen wir?
Die BAUM-Tagung stand unter der Überschrift „Welche Wirtschaft wollen wir?" „Wir wollen eine Wirtschaft, die funktioniert", so die Antwort von Prof. Dr. Jochen Pampel (Sprecher des Kuratoriums Wissenschaft von BAUM). Das Thema Klima sei vor allem ein Gestaltungsproblem, führte er aus. Die Frage, über die es eine Verständigung von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft brauche, sei: „Welches Klima wollen wir?"

Über BAUM
Als Netzwerk setzt sich BAUM e.V. dafür ein, das zentrale Thema voranzubringen: eine lebenswerte Zukunft durch nachhaltiges Wirtschaften. Der 1984 gegründete Verband ist heute mit gut 800 Mitgliedern eine auf Bundes- und europäischer Ebene präsente Stimme nachhaltig wirtschaftender Unternehmen und eine treibende Kraft für die sozial-ökologische Marktwirtschaft. BAUM unterstützt transformationswillige Unternehmen beim Aufbau und bei der Weiterentwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien und vernetzt Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Medien und Verbänden. Aktuelle Leuchtturmprojekte von BAUM sind die Initiative "Wirtschaft pro Klima", das Projekt SDG-Scouts® sowie die jährliche Verleihung des BAUM | Umwelt- und Nachhaltigkeitspreises. Wichtige Arbeitsfelder sind zudem Sustainable Finance, nachhaltige Mobilität sowie Biodiversität & Ökosysteme.

Kontakt: BAUM e.V., Dr. Katrin Wippich | presse@baumev.de | www.baumev.de



     
        
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