Gesellschaft | Green Cities, 13.11.2025
Zukunft gemeinsam gestalten
Wie die Tischlerei Melk zum Zukunftsquartier wird
Evelyn Haselberger, www.unseretischlerei.at, office@unseretischlerei.at
Von seiner Eröffnung im Jahr 1938 wuchs das Areal, bis es im Jahr 2008 mit seinen 4.200 m² tatsächlich zu klein wurde und der Produktionsbetrieb in ein nahegelegenes 10.000 m² großes Areal übersiedelte.
Neben diesen Prototypen für das zukünftige Areal, wird parallel gemeinsam mit Ministerien, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Partner:innen an einem Zukunftskonzept für die Weiterentwicklung des Areals und das Bauen von morgen gearbeitet – ressourcenschonend, zirkulär, gemeinschaftsorientiert.
Mit der „Tischlerei Melk" entsteht mitten in Melk ein multifunktionales, klimaneutrales Stadtquartier, das ganz nach den Prinzipien des New European Bauhaus (NEB) realisiert wird. Es zeigt, wie Leerstand in ländlichen Stadtkernen transformiert und zu einem pulsierenden Ort der Begegnung für eine ganze Region werden kann.

Bereits im Jahr 1937 präsentierte Tischlermeister Fürst seine Vision einer Tischlerei, die viel mehr ist als eine Werkstatt. Mit einer Lehrwerkstatt, Familien- und Mitarbeiterwohnungen, Gemeinschaftsgarten und öffentlicher Sauna, also ein multifunktionales Quartier mit starkem Fokus auf gemeinschaftliches Leben und Arbeiten.
Von seiner Eröffnung im Jahr 1938 wuchs das Areal, bis es im Jahr 2008 mit seinen 4.200 m² tatsächlich zu klein wurde und der Produktionsbetrieb in ein nahegelegenes 10.000 m² großes Areal übersiedelte. Schon im Jahr 2009 wurde die Tischlerei Melk mit der Kulturwerkstatt Melk – einer Bühne für Kleinkunst, Kabarett, Konzerte und Theater – zum „Kultur-Wohnzimmer" der Region, das bis dato bereits von über 150.000 Menschen besucht wurde.
2021 entschied sich Lukas Fürst, das Areal ganz im Sinne der Vision seines Großvaters weiterzuentwickeln und initiierte einen umfassenden partizipativen und ko-kreativen Prozess zur Entwicklung eines neuen, multifunktionalen und nachhaltigen Stadtquartiers nach den Kriterien des New European Bauhaus.
Durch unterschiedliche Projekte, Workshops und Symposien konnten bereits über 1.000 Menschen - von Expert:innen, über Architekt:innen bis hin zu Student:innen und Bürger:innen Melks – in den Prozess involviert werden. Gemeinsam entstand eine Vision einer Kulturwerkstätte, die Handwerk, Wohnen, Bildung, Kultur, Gastronomie sowie Gewerbe und Büros verbindet.
Mit Fokus auf soziale Wirkung und dem Ziel die Menschen durch attraktive und urbane Angebote in der Region zu halten, entstanden seit 2021 bereits vielfältige Nutzungen:
- Der Co-Working-Space WerkDrei der Selbstständige, Kreative und Menschen, die in der Region arbeiten und gleichzeitig in einer gemeinschaftlich getragenen Atmosphäre arbeiten wollen, miteinander verbindet.
- Das FamilienQuartier, ein Zentrum in dem ein umfassendes Beratungs-, Kurs- und Wohlfühlangebot mit besonderem Fokus auf die Unterstützung junger Familien. Ein Gruppenraum und zwei Therapieräume können gemietet werden - niederschwellig, flexibel, tageweise. Damit bietet man vor allem kleineren Initiativen und Ein-Personen-Unternehmen einen professionellen Rahmen ohne Fixkosten.
- Mit dem Projekt KiKo – Kinderkosmos Handwerk bieten wir Workshops für Kinder von 7 – 14 Jahren an, in denen sie spielerisch mit unterschiedlichsten Berufen aus dem Handwerk in Berührung kommen. Lokale Betriebe und pensionierte Handwerker stellen wertvolles Wissen zur Verfügung und geben es an die Jüngsten weiter. Das Interesse an Handwerksberufen ist geweckt und die Fachkräfte von Morgen.
- Das Hostel Dream Factory Melk mit 30 Betten, richtet sich besonders an Radreisende, Pilger:innen und Gruppen. Es schafft leistbaren Zugang zu Melk für junge Menschen, Schulklassen und Pilger.
Neben diesen Prototypen für das zukünftige Areal, wird parallel gemeinsam mit Ministerien, Forschungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Partner:innen an einem Zukunftskonzept für die Weiterentwicklung des Areals und das Bauen von morgen gearbeitet – ressourcenschonend, zirkulär, gemeinschaftsorientiert. Die Tischlerei Melk ist Pilotquartier im Rahmen des New European Bauhaus und damit Teil einer europaweiten Bewegung, die auf Ästhetik, Nachhaltigkeit und Inklusion setzt. Mit seiner visionären Ausrichtung setzt die „Tischlerei Melk" so auch international einen neuen Standard für nachhaltige Stadtentwicklung.
Es wird zu einem lebendigen, integrativen Zentrum, das nicht nur dem ländlichen Raum neue Perspektiven eröffnet, sondern auch als Modell für die Städte von morgen dient – ein zukunftsweisendes Beispiel für eine nachhaltige, bürgernahe Stadtentwicklung im Einklang mit den Zielen des New European Bauhaus.
All diese Aktivitäten verfolgen ein Ziel: einen Beitrag zu leisten für eine gerechtere, lebendigere, nachhaltigere Gesellschaft.
Zusammen wachsen – zusammenwachsen.
Kontakt: Unsere Tischlerei, Evelyn Haselberger | office@unseretischlerei.at | www.unseretischlerei.at
Hinweis: Weitere Best Practices zum Thema Bauen im Bestand, Revitalisierung und Umnutzung von Gebäuden finden Sie in der forum-Ausgabe 01/2026 "Bauen umdenken statt Bauturbo".
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