Der Boden wird als Lösungsansatz für den globalen Klimaschutz auf der COP30 weiterhin nicht beachtet werden

Die Böden der Welt speichern 45 % mehr Kohlenstoff als bisher angenommen

Ein neuer Bericht von Save Soil (unterstützt von UNEP, IUCN, WFP und FAO) warnt davor, dass die Bodengesundheit – einer der größten Kohlenstoffspeicher der Welt – in den nationalen Klimaplänen im Vorfeld der COP30 weitgehend unberücksichtigt bleibt.

© Jürgen, pixabay.comDer Bericht mit dem Titel „Solution Instead of Victim: Integrating Soil Health into Nationally Determined Contributions (NDCs) for Climate Change Mitigation” kommt zu folgenden wesentlichen Ergebnissen:
  • Bis zu 27 % der globalen Emissionsreduktionen, die erforderlich sind, um unter 2 °C zu bleiben, könnten durch gesündere Böden erreicht werden.
  • Dennoch wird der Boden in den kommenden Klimaplänen der Länder für die COP30 kaum erwähnt.
  • Die Nationen können bis zu 27 % der Emissionen, die erforderlich sind, um die globale Erwärmung unter 2 °C zu halten, durch den Ausbau der regenerativen Landwirtschaft (Praktiken wie Direktsaat, Zwischenfruchtanbau und Agroforstwirtschaft) ausgleichen.
  • Die Böden der Welt speichern 45 % mehr Kohlenstoff als bisher angenommen und sind damit einer der größten natürlichen Kohlenstoffspeicher der Erde.
  • Durch die Wiederherstellung der Bodengesundheit mittels regenerativer Praktiken können die durch Düngemittel verursachten Emissionen bis 2050 um bis zu 80 % reduziert werden.
  • Nur 1 % des Kohlenstoffs in europäischen Böden entspräche den jährlichen Emissionen von 1 Milliarde Autos.
Trotz dieses immensen Potenzials zeigt der Bericht in einer erstmals durchgeführten Analyse, dass der Boden in den meisten National Determined Contributions (NDC) – den Klimaschutzplänen der Länder, die im Rahmen des Pariser Abkommens vorgelegt werden und vor der COP30-Klimakonferenz nächsten Monat in Belém, Brasilien, eingereicht werden müssen – kaum Beachtung findet. Bislang haben nur 67 Länder (von insgesamt 197) ihre NDCs vorgelegt.

Praveena Sridhar, wissenschaftliche und politische Chefberaterin der Save Soil Bewegung, kommentierte die Situation wie folgt: „Die Welt verfügt über eine um 45 % größere Kohlenstoffbank als erwartet direkt unter ihren Füßen. Trotzdem versäumen es unsere aktuellen Klimaschutzpläne weitgehend, die Bodengesundheit als die wirkungsvolle und kostengünstige Klimamaßnahme zu behandeln, die sie ist.
 
Wir fordern die politischen Entscheidungsträger dringend auf, Maßnahmen zum Schutz des Bodens zu priorisieren, indem sie zum Kohlenstoffgehalt des Bodens einen kompakten Anhang in die Aktualisierungen der NDC aufnehmen und Mischfinanzierungsinstrumente entwickeln, mit denen bestehende Praxis-Ziele in überprüfbare Ergebnisse zur Kohlenstoffbindung umgewandelt werden können."

Über Save Soil
Save Soil ist eine globale Bewegung, die von Conscious Planet ins Leben gerufen wurde, um der raschen Verschlechterung landwirtschaftlicher Böden entgegenzuwirken. In den letzten drei Jahrzehnten hat Save Soil eine ganzheitliche Strategie zur Bodenregenerierung entwickelt und umgesetzt – durch skalierbare, von Landwirt:innen initiierte Projekte, politische Lobbyarbeit und Bewusstseinskampagnen für die Öffentlichkeit.
 
Die Bewegung arbeitet mit Regierungen weltweit zusammen, um Bodenpolitik zu gestalten, und unterstützt über 250.000 Landwirt:innen in Indien beim Übergang zu regenerativen Anbaumethoden, darunter auch baumbasierte Landwirtschaft (Agroforstwirtschaft). Save Soil wird unter anderem vom UN-Umweltprogramm, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), der UN-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung, dem Welternährungsprogramm und der IUCN unterstützt. 

Kontakt: Save Soil Movement | contact.de@consciousplanet.org | consciousplanet.org/en/save-soil/news



     
        
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