Gemeinsam das Netz für heimische Artenvielfalt gestärkt

Grünes Band im Bayerischen Wald

Bei der Abschlussveranstaltung des sechsjährigen Projekts „Quervernetzung Grünes Band" (Bundesprogramm Biologische Vielfalt, Bayerischer Naturschutzfonds) zieht der BUND Bayern (BN) eine überaus positive Bilanz: Im Inneren Bayerischen Wald hat er in Kooperation mit Gemeinden und Akteuren aus Landwirtschaft, Forst und Naturschutz den Biotopverbund und die Artenvielfalt nachhaltig gefördert. 

Waldhufenlandschaft Vorderfirmiansreut © Kilian_Schönberger"Das Projekt war ein großer Erfolg, an der bayerisch-tschechischen Grenze konnten wahre Perlen der Artenvielfalt etabliert werden. Auf mehr als 80 Hektar Fläche wurden artenreiche Lebensräume erhalten oder wiederhergestellt, somit sind wichtige Trittsteinbiotope und Verbindungsachsen entstanden. Dies kommt gefährdeten Arten wie Randring-Perlmuttfalter, Kreuzotter, Knabenkraut oder Silberdistel zugute", resümiert Richard Mergner, Landesvorsitzender des BN. 

Der BN hat das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt geförderte Projekt in zehn Gemeinden im östlichen Landkreis Freyung-Grafenau umgesetzt. Das Projekt wurde durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klima, Naturschutz und nukleare Sicherheit und durch den Bayerischen Naturschutzfonds mit einem Zuschuss von insgesamt rund 2,4 Mio. € gefördert.

Die Vorständin des Bayerischen Naturschutzfonds, Ulrike Strohmeier, erläutert: „Solche Projekte sind enorm wichtig, um das Ziel der Staatsregierung, einen Biotopverbund auf 15 % des Offenlands bis 2030 zu erreichen. Der Bayerische Naturschutzfonds hat das Vorhaben mit rund 398.000 € kofinanziert. So haben wir nicht nur gefährdete Arten gefördert, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der artenreichen Hochlagen-Kulturlandschaft geleistet." Sie würdigt das Projekt „Quervernetzung Grünes Band" als vollen Erfolg und dankt dem BN für sein herausragendes grenzüberschreitendes ökologisches Engagement.

Tobias Windmaißer, BUND-Projektmanager vor Ort: „Die Bandbreite an Aufgaben war enorm. Viele der ehemaligen Offenlandflächen – insbesondere die artenreichsten – lagen seit Jahrzehnten brach und waren stark zugewachsen. Im Rahmen des Projekts konnten wir sie wieder pflegen, also etwa nachgewachsene Fichten entfernen und so für Arten wie Waldbirkenmaus oder Arnika einen Lebensraum schaffen. 

Andere Flächen werden nun von Betrieben bewirtschaftet, die auf ökologische Aspekte ausgerichtet sind". 

Wichtig für die Akzeptanz der Maßnahmen war es, die Öffentlichkeit mit vielen verschiedenen Angeboten zu informieren. So war das Projekt-Team auf der Landesgartenschau 2023 in Freyung präsent, hat den Moor-Erlebnispfad im ‚Mauthler Filz‘ angelegt sowie eine interaktive 360°-Tour entwickelt. Diese vermittelt Natur, Kultur und Geschichte des Grenzgebietes am ehemaligen Eisernen Vorhang. 

Als ebenfalls entscheidend für den Erfolg des Projektes zeigte sich die sehr gute Kooperation mit den Gemeinden, dem Naturpark und Nationalpark Bayerischer Wald sowie mit den Vertreterinnen und Vertretern aus Landwirtschaft und Forst. Auch der Austausch mit Naturschützerinnen und Naturschützern auf der tschechischen Seite der Grenze war relevant. Denn so gelang es, die grenzübergreifenden Biotopverbundachsen dauerhaft zu stärken. 

Um lückenlos an Erfahrungen und Erfolge des Projektes „Quervernetzung Grünes Band" anzuschließen, hat der BN zusammen mit lokalen Partnern ein weiteres Projekt begonnen: Gefördert vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz und kofinanziert durch die Europäische Union, verbessert es den Lebensraum für die Waldbirkenmaus und andere gefährdete Arten wie den Randring-Perlmuttfalter und Hochmoorlaufkäfer. Damit soll auch dem massiven Verlust der biologischen Vielfalt begegnet werden. 

Weiterführende Informationen:
Das Projekt „Quervernetzung Grünes Band" wird von Oktober 2019 bis Dezember 2025 gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit und den Bayerischen Naturschutzfonds.

Hintergrundinformation:
Der BUND Naturschutz (BN), Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND – Friends of the Earth Germany), setzt sich seit 1989 für den Schutz des innerdeutschen Grünen Bandes ein sowie seit den frühen 1990er Jahren für das Grüne Band Bayern-Tschechien. Er hat 2002 ein Grünes Band durch Europa vorgeschlagen und ist damit ein Initiator der Grüne Band Europa Initiative, die sich für Schutz und Entwicklung des über 12.500 Kilometer langen Lebensraumverbundes entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer einsetzt. Das Nationale BUND Kompetenzzentrum Grünes Band ist seit 2004 Regionalkoordinator für den zentraleuropäischen Abschnitt von der Ostsee bis zur Adria. In der paneuropäischen Initiative arbeiten Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen aus 24 Anrainerstaaten zusammen. BN und BUND sind Gründungs- und Vorstandsmitglied des 2014 gegründeten Vereins Grünes Band Europa („European Green Belt Association e.V.") und setzen sich für die Nominierung des Grünen Bandes Europa als UNESCO-Welterbestätte ein. Im Januar 2024 wurde das innerdeutsche Grüne Band bereits in die deutsche Vorschlagsliste für UNESCO Welterbestätten aufgenommen.  

Kontakt: BUND Naturschutz (BN), Tobias Windmaißer | tobias.windmaisser@bund-naturschutz.de | www,bund-naturschutz.de



     
        
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