Umwelt | Klima, 06.10.2025
Thermische Verwertung
Wie Waste-to-Energy Mikroplastik stoppt
Müllverbrennung wird als Maßnahme für den Klimaschutz unterschätzt. Moderne Waste-to-Energy-Anlagen beseitigen nicht nur Abfall, sie liefern daraus auch Energie. Und sind eine wirksame Waffe im Kampf gegen Mikroplastik: Denn bei den hohen Temperaturen im Ofen hört Kunststoff komplett auf zu existieren.
In Verbrennungsanlagen wird Plastik nicht nur geschmolzen oder zerkleinert, sondern vollständig in seine Bestandteile zerlegt. Übrig bleiben Rauchgase, Wasserdampf und mineralische Asche – kein Mikroplastik. Die Reststoffe lassen sich filtern, speichern und wiederverwerten, sodass nichts in die Umwelt gelangt.Waste-to-Energy ist effiziente Wiederverwertung
Moderne Waste-to-Energy-Werke arbeiten bei 850 bis 1.100 Grad Celsius – so heiß, dass die Kunststoff-Molekülketten vollständig zerfallen. Eine Energiequelle: Bereits aus der herkömmlichen Müllverbrennung erzeugen die Anlagen bis zu 700 kWh Strom und 1.500 kWh Wärme pro Tonne Abfall – genug, um ganze Stadtviertel zu versorgen. Durch den hohen Heizwert von Kunststoff könnte die Energieausbeute noch 2- bis 3-mal höher sein (Berechnungsbasis:
Heizwert Kunststoff: ca. 30 – 40 MJ/kg, Energiewert gemischter Hausmüll: meist
7 – 12 MJ/kg). Ein nachhaltiger Weg aus der Abfall- und Energiekrise – ganz ohne Mikroplastik.
Auch die Verbrennungsreste sind nutzbar
Das bei der thermischen Verwertung entstehende CO2 lässt sich inzwischen effektiv abscheiden und speichern (Carbon Capture, Utilization and Storage, kurz CCUS). Alternativ wird es für die chemische Industrie, den Bau oder die Landwirtschaft aufbereitet. Die CO2-Bepreisung treibt die Entwicklung solcher Technologien zusätzlich voran. Aus der mineralischen Asche werden Metalle zurück in den Rohstoffkreislauf geführt, der Rest kommt überwiegend im Straßen- und Tiefbau zum Einsatz.
Partikelbildung ist natürlicher Vorgang
Bei der Zersetzung von Materialien entstehen immer Partikel – ob Holz, Metall, Stein oder Glas. Das ist unvermeidlich und bekannt. Wie schädlich sie sind, hängt von Größe und Menge ab. Menschen nehmen vor allem natürliche Partikel wie Hausstaub, Hautschuppen, Pollen oder mineralischen Staub auf, die deutlich häufiger vorkommen als Mikroplastik. Trotzdem steht Mikroplastik besonders bei Lebensmitteln im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stellt klar: „Nach dem derzeitigen Stand des Wissens ist es unwahrscheinlich, dass von Mikroplastik in Lebensmitteln gesundheitliche Risiken ausgehen. "
Um bewährte Materialien zu erhalten, muss entstehender Staub konsequent gefiltert und bei der Entsorgung vermieden werden. Bei Kunststoff gelingt das durch Verbrennung in modernen Anlagen, die Mikroplastik zuverlässig eliminieren. Ganz auf Plastik zu verzichten, wäre ein Rückschritt für unsere Zivilisation.
Kontakt: yes or no Media GmbH, Claudia Wörner | redaktion@yes-or-no.de | www.yesorno.de
forum Nachhaltig Wirtschaften heißt jetzt forum future economy
forum 01/2026
- Zukunft bauen
- Frieden kultivieren
- Moor rockt!
Kaufen...
Abonnieren...
29
JAN
2026
JAN
2026
Symposium Bau Innovativ 2026 - Zukunft gestalten, heute handeln!
Das Branchen-Event für alle, die Innovationen mitgestalten wollen.
92339 Beilngries
Das Branchen-Event für alle, die Innovationen mitgestalten wollen.
92339 Beilngries
29
JAN
2026
JAN
2026
VSME (Voluntary Sustainability Reporting Standard for SME)
Gerade jetzt so viel mehr als nur ein ESG-Bericht
Online
Gerade jetzt so viel mehr als nur ein ESG-Bericht
Online
10
FEB
2026
FEB
2026
Anzeige
Professionelle Klimabilanz, einfach selbst gemacht
Einfache Klimabilanzierung und glaubhafte Nachhaltigkeitskommunikation gemäß GHG-Protocol
LOHAS & Ethischer Konsum
"Du sollst konsumieren!"Für Christoph Quarch ist der Black Friday ein schwarzer Tag
Jetzt auf forum:
Davos zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Message to Davos 2026: Time to Rethink Economics
Kommunalwahl: Mehr als 80 Organisationen Münchens fordern eine Stadt für Alle!
Wenn Davos leiser wird – und tiefer
SRH Gesundheit setzt neuen Standard für klimafreundliche Patientenversorgung















