10. Internationaler Cradle to Cradle Congress 2026
Technik | Energie, 27.08.2025

Energiewende auf dem eigenen Balkon

Nachhaltigkeit durch Teilhabe gestalten: TH Köln kooperiert mit Kölner Mehrgenerationenhaus

Die Energiewende erfordert nicht nur gesellschaftliche Akzeptanz, sondern auch aktive Teilhabe. Um das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit Energie zu fördern, kooperiert die TH Köln im Projekt „DIY Energiewende" mit einem Mehrgenerationenhaus in Köln. Dort werden 17 Balkonkraftwerke installiert und partizipative Formate wie Energiespar-Challenges durchgeführt.

Im Projekt „DIY Energiewende„Die Bundesregierung verfolgt das Ziel, Deutschland bis spätestens 2045 treibhausgasneutral zu gestalten. Um dieses Vorhaben zu erreichen, muss eine sektorübergreifende Strategie für die Transformation des Energiesystems verfolgt werden. Diese Strategie kann jedoch nur gelingen, wenn sie von allen gesellschaftlichen Gruppen aktiv mitgetragen und mitgestaltet wird", sagt Projektleiterin Prof. Dr. Valérie Varney vom Cologne Innovation and Transfer Lab der TH Köln.

Im Vorhaben „DIY Energiewende" werden daher Methoden erprobt, die technologischen Fortschritt, partizipative Bildungsformate und multidisziplinäre Forschung miteinander verbinden. So werden 17 Balkonkraftwerke mit entsprechender Messtechnik in den teilnehmenden Haushalten des Mehrgenerationenhauses WAJ in Köln-Neuehrenfeld angebracht. Die Bewohner*innen erzeugen damit selbst Strom und verfolgen in Echtzeit, wie viel Energie sie produzieren, verbrauchen und einsparen. Formate wie hausinterne Energiespar-Challenges sollen zusätzlich die Motivation steigern, vorhandene Energiesparpotenziale auszuschöpfen und konsequent zu nutzen.

Die Visualisierung zeigt, wie ein mit Balkonkraftwerken ausgestattetes Mehrparteienhaus nach der Installation aussehen könnte. © Keivan Akbari/TH Köln

Einbindung der Gesellschaft in die Energiewende durch aktives Mitgestalten
Als Reallabor bietet das Projekt gleichzeitig einen Raum für gemeinsames Lernen und Forschen, wie Projektkoordinatorin Dr. Eva-Maria Grommes erklärt: „Das Vorhaben macht individuelle Zugänge zur Energiewende sichtbar, identifiziert bestehende Herausforderungen und untersucht die sozialen und praktischen Auswirkungen der Balkonsolaranlagen auf die Gemeinschaft. Die Reflexionsformate und niedrigschwellige qualitative Erhebungen des Projektes sollen wertvolle Erkenntnisse liefern, die sich auf andere Fragestellungen mit konkretem Praxisbezug – zum Beispiel wie Menschen an der Energiewende teilhaben können – übertragen lassen."

Darüber hinaus stärke das gemeinschaftliche Energiemonitoring mit den Bewohner*innen sowie die kollaborative Entwicklung von Nachhaltigkeitsstrategien das Bewusstsein für den eigenen Energieverbrauch, fördere den Austausch untereinander und rege zur aktiven Beschäftigung mit dem persönlichen Beitrag zur Energiewende an, so Grommes weiter. „Wir wollen die Teilnehmenden ermutigen, kreative und nachhaltige Lösungen für aktuelle Herausforderungen zu entwickeln und diese in ihr Umfeld weiterzutragen. So soll ein Netzwerk informierter und engagierter Bürger*innen entstehen, das Veränderungen initiiert und unterstützt. Energiewende wird dadurch als gelebte und umsetzbare Praxis vermittelt", sagt Grommes.

Über das Projekt
Es gibt rund 530 Mehrgenerationenhäuser in Deutschland – ein enormes Potenzial für Balkonkraftwerke und partizipative Formate, die Akzeptanz für die Energiewende schaffen können. © Keivan Akbari/TH KölnDas interdisziplinäre und partizipative Vorhaben „DIY Energiewende" wird am Cologne Innovation and Transfer Lab der TH Köln von Prof. Dr. Valérie Varney geleitet und von Dr. Eva-Maria Grommes koordiniert. Projektpartner ist das Mehrgenerationenhaus WAJ in Köln-Neuehrenfeld. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) bis Ende März 2027 mit rund 250.000 Euro gefördert und ist Teil der neuen DBU-Förderinitiative „Transformative Bildung".

„Das Projekt verbindet technische, sozialwissenschaftliche und bildungswissenschaftliche Perspektiven rund um das wichtige Transformationsfeld der Energiewende", sagt DBU-Referentin Melanie Vogelpohl. Entscheidend für die DBU-Förderung sei außerdem die „aktive Einbindung der Bewohnerinnen und Bewohner. Durch die Auseinandersetzung mit der Technologie und das Entwickeln gemeinschaftlicher Handlungsstrategien können eine höhere Akzeptanz etwa für Energiesparmaßnahmen und eine Verhaltensänderung entstehen", so Vogelpohl weiter. Auf diese Weise sei niedrigschwelliger Klimaschutz direkt in der Mitte der Gesellschaft möglich.
 
Die TH Köln zählt zu den innovativsten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften. Sie bietet Studierenden sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland ein inspirierendes Lern-, Arbeits- und Forschungsumfeld in den Sozial-, Kultur-, Gesellschafts-, Ingenieur- und Naturwissenschaften. Zurzeit sind über 21.000 Studierende in etwa 95 Bachelor- und Masterstudiengängen eingeschrieben. Die TH Köln gestaltet Soziale Innovation – mit diesem Anspruch begegnen wir den Herausforderungen der Gesellschaft. Unser interdisziplinäres Denken und Handeln, unsere regionalen, nationalen und internationalen Aktivitäten machen uns in vielen Bereichen zur geschätzten Kooperationspartnerin und Wegbereiterin.

Kontakt: TH Köln, Marcel Hönighausen | pressestelle@th-koeln.de



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Die Natur lebt vom Kreislauf – und wir?

forum 04/2026

  • Kreislaufwirtschaft
  • Biodiversität
  • Bildung
  • Wasserweisheiten
  • Altöl im Kreislauf
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
14
SEP
2026
BMW auf dem Prüfstand
Tut der Konzern genug beim Klimaschutz?
80336 München und online
22
SEP
2026
WindEnergy Hamburg 2026
Connect with the global wind industry
20357 Hamburg
23
NOV
2026
Energie- & Umweltgipfel 2026: Produzierende Industrie
Where Industrial Transformation Creates Competitive Advantage
10623 Berlin
Alle Veranstaltungen...
Energie- & Umweltgipfel 2026
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Klima

Die italienischen Momente im Leben?
Christoph Quarchs Überlegungen zum Hitzesommer
Munich Climate Week 2026
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Regenwald-Konferenz erhält den "Making a Difference" Award 2026 des Jane Goodall Instituts Deutschland

Hitzeschutz muss verbindlicher Bestandteil von Neubau, Sanierung und Instandhaltung von Schulen werden

Zendure auf der IFA 2026

Der Kanzler will den Klimawandel zurückdrängen

Sei kein NPC!

Die Natur lebt vom Kreislauf – und wir?

Immer gut informiert mit forum future economy

Bildung braucht Demokratie. Demokratie braucht Bildung.

B.A.U.M. Insights
  • Zendure DE GmbH
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • SUSTAYNR GmbH
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH
  • Engagement Global gGmbH
  • Global Nature Fund (GNF)
  • WWF Deutschland
  • ZamWirken e.V.
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • NOW Partners Foundation
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • 66 seconds for the future
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH