66 seconds for the future - forum zeigt Zukunftsgestalter:innen und Nachhaltigkeitspionier:innen

Unsere Forderungen für eine nachhaltige Landwirtschaft

Rupert Ebner von Slow Food im Gespräch mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, Dr. Rupert Ebner, Vorsitzender von Slow Food Deutschland e.V., sowie Vertreter*innen des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und der Ernährungsräte kamen gestern zu einem konstruktiven Gespräch zusammen. Angemessene Preise für Landwirt*innen, transparente Lieferketten, fairer globaler Handel, Engagement gegen Lebensmittelverschwendung, die wichtige Rolle der Außer-Haus-Verpflegung und der Schutz der Biodiversität gehörten zu den Themen, die beim Treffen intensiv diskutiert wurden.

Dr. Rupert Ebner (Slow Food Deutschland e.V.), Dr. Doris Heberle (Ministerialdirigentin, leitet die Unterabteilung 21 'Ernährung' im BMLEH), Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer, Renate Antonie Krause (EAPN, Europäisches Netzwerk zur Armutsbekämpfung), André Jeroma (Ernährungsräte) - (v.l.n.r.) © BMLEHDr. Ebner erläuterte dabei die Sicht von Slow Food Deutschland auf die Probleme, die aktuell die Landwirtschaft belasten: 
„Obwohl zurzeit die Inflation sinkt, bleiben die Lebensmittelpreise hoch – doch wer davon profitiert sind nicht die Landwirt*innen, sondern der Einzelhandel. Viele kleine und mittlere landwirtschaftliche Betriebe stehen am Rand der Existenz, geben auf oder werden von Konzernen übernommen, die weder ökologisch noch im Sinne des Tierwohls arbeiten. Damit Landwirt*innen eine Zukunft haben und ihre wichtige Rolle für Ernährungssicherheit und Umweltschutz wahrnehmen können, brauchen sie faire Preise und klare politische Regeln. Verträge, die es Handelsketten erlauben, Produkte unter Produktionskosten einzukaufen, dürfen nicht länger zulasten derer gehen, die uns mit Lebensmitteln versorgen." 

Seine Empfehlungen für eine nachhaltige Landwirtschaft gab er dem Minister mit: 
„Faire Preise müssen bei den Erzeuger*innen ankommen – nur so haben unsere Landwirt*innen eine Zukunft. Es kann nicht sein, dass der Handel Gewinne einstreicht, während diejenigen, die uns mit Lebensmitteln versorgen, ums Überleben kämpfen." 

Dr. Ebner bedankte sich im Namen von Slow Food Deutschland für die Gelegenheit zum Gespräch, in der Hoffnung, dass dieses Treffen den Auftakt für einen dauerhaften und konstruktiven Austausch darstelle. Er übergab den ‚Alten Fränkischen Satz‘ an den Bundeslandwirtschaftsminister (s. Foto). Als Passagier der „Arche des Geschmacks" gehört der ‚Alte Fränkische Satz‘ zu einem Projekt der Slow-Food-Stiftung für Biodiversität, das weltweit traditionelle Lebensmittel, alte Nutztierrassen, Kulturpflanzen und überlieferte Zubereitungsarten vor dem Vergessen bewahrt. 

Hintergrund-Informationen: 
  • Anlässlich der Koalitionsverhandlungen hatten 13 Organisationen des Bündnisses #ErnährungswendeAnpacken, darunter Slow Food Deutschland, im März 2025 eine zügige und konsequente Umsetzung ernährungspolitischer Maßnahmen gefordert: 
    www.slowfood.de/aktuelles/2025/ernaehrungswende-jetzt-neue-bundesregierung-muss-handeln
  • Verbände aus Landwirtschaft, Umwelt-, Natur-, Klima-, Verbraucher- und Tierschutz - darunter auch Slow Food Deutschland e.V. - sowie der Entwicklungszusammenarbeit haben mit der Broschüre „Zukunft gestalten" bereits im Jahr 2023 einen Vorschlag für eine ökologischere und gerechte GAP nach 2027 vorgelegt. Das Papier der Verbände-Plattform ("Ziele, Forderungen und Vorschläge für die GAP nach 2027 und Schritte des Übergangs") finden Sie zum Download hier: 
    www.verbaende-plattform.de/stellungnahmen
Slow Food hat sich zum Ziel gesetzt, eine Welt zu schaffen, in der Ernährung auf fairen Beziehungen basiert, die biologische Vielfalt, das Klima und die Gesundheit fördert und es allen Menschen ermöglicht, ein Leben in Würde und Freude zu führen.Als globales Netzwerk mit Millionen von Menschen setzt sich Slow Food für gutes, sauberes und faires Essen für alle ein. Slow Food Deutschland wurde 1992 gegründet und ist mit vielfältigen Projekten, Kampagnen und Veranstaltungen auf lokaler, nationaler sowie europäischer Ebene aktiv. Mit handlungsorientierter Bildungsarbeit stellen wir Ernährungskompetenz auf sichere Beine. Ziel unseres politischen Engagements ist ein sozial und ökologisch verantwortungsvolles Lebensmittelsystem, das Mensch und Tier, Umwelt und Klima schützt.

Kontakt: Slow Food Deutschland e.V., Elisabetta Gaddoni | presse@slowfood.de | www.slowfood.de



     
        
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