Technik | Energie, 10.07.2025
"Greenwashing zugunsten klimaschädlicher Erdgasproduzenten"
Deutsche Umwelthilfe zu neuem EU-Gesetz für Wasserstoff
Die EU-Kommission hat in dieser Woche einen Delegierten Rechtsakt
veröffentlicht, wonach auf Erdgasbasis produzierter Wasserstoff als
"kohlenstoffarm" definiert und entsprechend subventioniert werden darf.
Nach Einschätzung der Deutschen Umwelthilfe (DUH) verfehlt das Gesetz
sein Ziel, sicherzustellen, dass der Einsatz von Wasserstoff tatsächlich
zu Emissionsminderungen führt - und öffnet Tür und Tor für
Greenwashing. Die DUH fordert EU-Parlament und EU-Rat auf, dem Gesetz zu
widersprechen.
Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Dieser Rechtsakt ist ein Greenwashing-Instrument und unterschätzt die Klimaauswirkungen von fossilem Wasserstoff auf Erdgasbasis massiv. Insbesondere die Annahmen zu Methan-Emissionen, die bei Produktion und Transport des Erdgases entstehen sind unrealistisch und müssten mindestens verdreifacht werden. Fossile Konzerne auf der ganzen Welt könnten mit dem neuen Gesetz besonders schmutziges Erdgas, das sie nicht in die EU exportieren dürfen, für die Produktion von blauem Wasserstoff verwenden - und diesen dann etikettiert als "kohlenstoffarm" nach Europa verkaufen. Dieser fossile Wasserstoff könnte dann sogar mit Mitteln, die für den Klimaschutz bestimmt sind, subventioniert werden. Das ist ein gefährlicher Fehlanreiz, der Investitionen in fossile Infrastruktur lenkt, die dringend für den Hochlauf von grünem Wasserstoff benötigt werden. Wir appellieren an das Europäische Parlament, dieses Gesetz zu stoppen und fordern von der Bundesregierung, sich im Rat für eine Überarbeitung einzusetzen."
Kontakt: Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Sascha Müller-Kraenner | mueller-kraenner@duh.de | www.duh.de
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