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"Blaues Band trifft Grünes Band"

Gemeinsam für die Aufwertung der Werra

Das Kooperationsprojekt "Blaues Band trifft Grünes Band" der Stiftung Naturschutz Thüringen und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) schafft an der Werra eine Verbindung zwischen den beiden überregionalen Biotopverbundsystemen des Blauen und des Grünen Bands. Im thüringischen Wartburgkreis ist jetzt das Teilprojekt im Förderprogramm Auen gestartet. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) unterstützt das Vorhaben im Förderprogramm Auen mit 2,7 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMUKN).
 
© makalu; Pixabay.comBundesumweltminister Carsten Schneider: "Der ehemalige innerdeutsche Grenzstreifen ist nicht nur ein bedeutender Ort der Erinnerungskultur, sondern er verbindet heute auch Menschen, Landschaften und einzigartige natürliche Lebensräume miteinander. Natur überwindet Grenzen, und Naturschutz ist vor allem grenzüberschreitend erfolgreich. Wenn jetzt zudem Grünes und Blaues Band an der Werra miteinander verbunden werden, dann hat das in dieser Region eine ganz besondere Symbolik. Mit diesem Vorhaben können naturnahe Auen und neue Auengewässer entstehen, seltene Tier- und Pflanzenarten sich ansiedeln. Das ist wichtig für die Artenvielfalt und hilft gleichzeitig uns Menschen als Wasserspeicher bei extremer Trockenheit genauso wie bei Überschwemmungen."

BfN-Präsidentin Sabine Riewenherm: "Das 'Grüne Band Deutschlands' entlang des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens ist ein bedeutender Lebensraum, für den sich das Bundesamt für Naturschutz seit mehr als 30 Jahren einsetzt. Mit dem Projekt "Blaues Band trifft Grünes Band" eröffnet sich jetzt die Möglichkeit, den wertvollen Biotopverbund in Richtung des Blauen Bandes Deutschland zu erweitern. Gewässer wie die Werra sind wichtige Wanderkorridore und Lebensräume für fluss- und auentypische Arten."

Eric Oehlmann, Leiter der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS): "An der Werra setzen wir ein weiteres Projekt im Bundesprogramm Blaues Band Deutschland um. Durch den Rückbau der Uferbefestigungen schafft das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser mehr Raum für die natürliche Entwicklung des Flusses - ein Gewinn für die Auenlandschaft und die Freizeitschifffahrt."

Carlotta Schulz, Projektleitung bei der Stiftung Naturschutz Thüringen (SNT): "Direkt flussaufwärts unseres jetzigen Projektgebiets in Richtung Frankenroda haben wir bereits Maßnahmen zur Renaturierung der Werraauen umgesetzt. Der Erfolg war verblüffend: Sind geeignete Lebensräume wie kleine Auengewässer, Hochstauden, Auwälder oder Kiesbänke vorhanden, werden sie schnell besiedelt. Deswegen möchten wir mit dem neuen Projekt weitere Auenlebensräume schaffen sowie Fluss und Aue wieder besser miteinander verbinden.

Hintergrund

Funktion und Zustand von Auen
Naturnahe Auen erfüllen zahlreiche gesellschaftliche Funktionen: Sie beheimaten nicht nur zahlreiche Tiere und Pflanzen, sondern schützen auch vor Hochwasser und filtern Nähr- und Schad¬stoffe aus Boden- und Grundwasser. Gleichzeitig sind sie einer der am meisten gefährdeten Lebensräume. Mit den zunehmend längeren Trockenperioden gewinnen naturnahe Gewässer und Auen weiter an Bedeutung, denn: Immer mehr Auen fehlt die Verbindung zum Gewässer, Auenwälder und Feuchtlebensräume leiden häufiger unter Wassermangel. Der naturferne Ausbau von Gewässern verstärkt diese Entwicklung.

Förderprogramm Auen
Das Teilprojekt "Blaues Band trifft Grünes Band" im Förderprogramm Auen ist das erste Vorhaben an der Werra und in Thüringen, das im Förderprogramm Auen bewilligt wurde. Das Gesamtbudget von 3,2 Millionen Euro steht bis 2030 zur Verfügung, wovon rund 2,7 Millionen Euro das Bundesamt für Naturschutz aus Mitteln des Bundesumweltministeriums bereitstellt. Die Stiftung übernimmt rund 420.000 Euro, die Stadt Treffurt und das Land Thüringen stellen Flächen für das Projekt zur Verfügung. Das Projektgebiet umfasst 27,5 Hektar der Werraauen auf einer Strecke von rund 10 Kilometern in der Gemeinde Treffurt.

Über das Förderprogramm Auen können Landkreise und Kommunen, Naturschutz- und Umweltverbände sowie andere Akteure beim Bundesamt für Naturschutz Fördermittel beantragen, um die Auen entlang der Bundeswasserstraßen als Zentren der biologischen Vielfalt und Achsen des Biotopverbundes naturnah zu entwickeln. Zur Wiederherstellung intakter Flusslandschaften können beispielsweise Auengewässer angelegt, nicht mehr benötigte Entwässerungseinrichtungen entfernt sowie der für die Maßnahmenumsetzung notwendige Grunderwerb und Personal gefördert werden. Das Förderprogramm ist Teil des Bundesprogramms "Blaues Band Deutschland", einer gemeinsamen Initiative von Bundesumwelt- und Bundesverkehrsministerium.

Weiterführende Informationen

Kontakt: Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Nikolai Fichtner | presse@bmukn.bund.de | www.bmukn.bund.de



     
        
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