Zertifizierter ESG Reporting Professional. Fit für CSRS & Co. - ESG-Reporting souverän meistern.

Stillstand bei der Kreislaufwirtschaft ist keine Option für Deutschland

WWF zum Circularity Gap Report 2025

Trotz drängender Ressourcenkrisen stagniert der Wandel zur Kreislaufwirtschaft – der neue Circularity Gap Report 2025 zeigt, wie weit die Welt von einem nachhaltigen Umgang mit Materialien entfernt ist und dass die Kreislaufwirtschaft politisch dringend neu ausgerichtet werden muss. 
 Fast 90 Prozent unserer genutzten Materialien enden als Abfall oder Emissionen. © Alex Fu, pexels.com
Der Circularity Gap Report 2025 zeigt eine alarmierend negative Entwicklung: Die globale Kreislaufrate ist auf nur noch 6,9 Prozent gesunken – ein Rückgang um 2,2 Prozentpunkte seit 2015. Fast 90 Prozent unserer genutzten Materialien enden als Abfall oder Emissionen, während der weltweite Materialverbrauch schneller wächst als die globale Bevölkerung.

Rebecca Tauer, WWF-Expertin für Kreislaufwirtschaft, sagt dazu: „Diese Zahlen sind ein Weckruf für die neue Bundesregierung. Im schwarz-roten Koalitionsvertrag fehlen messbare Ziele für die Kreislaufwirtschaft. CDU/CSU und SPD unterschätzen wirtschaftliche Bedeutung der Kreislaufwirtschaft und degradieren die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie zu einer Liste kurzfristiger Maßnahmen. Dabei ist eine funktionierende Kreislaufwirtschaft nicht nur ökologisch notwendig, sondern ein entscheidender Wirtschaftsfaktor: Sie sichert den Standort Deutschland, reduziert gefährliche Importabhängigkeiten und schafft zukunftsfähige Arbeitsplätze.

Die sinkende globale Kreislaufrate zeigt deutlich: Wir stehen an einem Wendepunkt. Deutschland muss jetzt die Weichen für ein zukunftsfähiges Wirtschaftsmodell stellen – mit verbindlichen Ressourcenzielen analog zum Klimaschutzgesetz, wirksamer Förderung zirkulärer Geschäftsmodelle und einer konsequenten Ausrichtung der öffentlichen Beschaffung auf zirkuläre Produkte. Auch der Gap-Report unterstreicht, dass es weltweit an klaren Zielen fehlt, um den nächsten Schritt zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft zu machen.

Nur so können wir den Primärrohstoffverbrauch bis 2045 halbieren und gleichzeitig unsere wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit in einer ressourcenknappen Welt sichern. Die Zeit linearer Wirtschaftsmodelle ist vorbei – die neue Bundesregierung muss die Kreislaufwirtschaft endlich als Kernstück einer zukunftsfähigen Wirtschaftspolitik begreifen."

Hintergrund
Die Circle Economy veröffentlicht zusammen mit Deloitte Group regelmäßig die globale Kennzahl für Kreislaufwirtschaft, die den Zustand der Weltwirtschaft misst. Der Gap-Report ergab 2023, dass die globale Wirtschaft nur zu 7,2 Prozent zirkulär ist, 2020 waren es 8,6 Prozent und 2018 noch 9,1 Prozent. Die Kreislaufwirtschaft ist damit tendenziell rückläufig. Die Initiative bringt sektorübergreifende Interessenvertreter:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Nichtregierungsorganisationen und Regierungen zusammen, um den Jahresbericht zu erarbeiten und zu bewerten. Der WWF unterstützt die Initiative als Partner.

Ebenfalls wurde der "Call to Action for 21st century Global Materials Stewardship" veröffentlicht. Zusammen mit mehr als 20 anderen Organisationen hat der WWF Deutschland den Aufruf unterzeichnet und ruft weitere dazu auf, diesem „Call to Action" beizutreten. Dieser basiert auf dem "Global Resources Outlook 2024" des International Resource Panel und zielt darauf ab, den globalen Ressourcenverbrauch nachhaltiger zu gestalten. Er umfasst vier Kernmissionen: wissenschaftsbasierte Materialverbrauchsziele, Indikatoren für materialeffiziente Wohlstandssicherung, wirtschaftliche Anreize durch Politikreformen und bessere Transparenz durch eine internationale Materialagentur. Laut dem Aufruf könnte die Umstellung auf nachhaltige Materialnutzung das Wachstum der globalen Materialextraktion bis 2060 um etwa 30 Prozent verlangsamen und gleichzeitig die Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren, während wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und Wohlstand gesteigert werden.

Kontakt: WWF, Julian Philipp | julian.philipp@wwf.de | wwf.de



     
        
Cover des aktuellen Hefts

Frau Reiche – es reicht!

forum 03/2026

  • Resilienz
  • Klimafinanzierung
  • Wald
  • Startups
Weiterlesen...
Kaufen...
Abonnieren...
11
SEP
2026
Den Demokratie-Muskel stärken – Zusammen für das Gemeinwohl!
Training mit Christian Felber & Roman Huber
38489 Beetzendorf
11
SEP
2026
Den Demokratie-Muskel stärken
Live-Online-Training in Echtzeit mit Grit Bümann, Roman Huber, Christian Felber
online
22
OKT
2026
csrTAG 2026 – Nachhaltigkeit als Wirtschaftsfaktor
R³essourcen. R³esilienz. R³entabilität. - Ticketverkauf gestartet
A-6236 Alpbach
Alle Veranstaltungen...
Transformation as a Service. Engegie | KI | Cyber | ESG - aus einer Hand | Zum Festpreis.
Anzeige

Der Mittelstand im ESG-Dschungel. Sie müssen nicht alles machen. Sie müssen nur wissen, was.

Sie erhalten einen klaren Fahrplan: was jetzt zu tun ist, was Sie auf dem Schirm behalten sollten und was Sie getrost ignorieren können.

Sport & Freizeit, Reisen

Der Rummelplatz als Kulturgut
Christoph Quarchs Gedanken zur Volksfestzeit
forum goes international! Download the international edition for forum free of charge.
Hier könnte Ihre Werbung stehen! Gerne unterbreiten wir Ihnen ein Angebot

Jetzt auf forum:

Weltnaturschutztag

Zukunft wird gemacht – nicht verwaltet

EEG: Strommarkt sollte viele einbinden, nicht wenige begünstigen

"I want you to act as if our house is on fire. Because it is."

Urlaub machen, wo die Feuerwehr im Dauereinsatz ist?

Neue Hitzewelle: Intakte Natur schützt vor Hitze und Trockenheit

Mit diesen 5 Besonderheiten wird die Tagung zum Event

"Angriff auf die Erneuerbaren Energien"

B.A.U.M. Insights
  • Engagement Global gGmbH
  • Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft e.V. (BNW)
  • Global Nature Fund (GNF)
  • BAUM e.V. - Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften
  • Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
  • Futouris - Tourismus. Gemeinsam. Zukunftsfähig
  • Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG
  • SUSTAYNR GmbH
  • World Future Council. Stimme zukünftiger Generationen
  • NOW Partners Foundation
  • TÜV SÜD Akademie
  • 66 seconds for the future
  • Klimabündnis Ebersberg-München
  • DGNB - Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen
  • ZamWirken e.V.
  • WWF Deutschland
  • Protect the Planet. Gesellschaft für ökologischen Aufbruch gGmbH