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EU-Phosphorindex

Laut einer Studie kam 2024 ein Viertel der EU-Phosphorimporte aus Russland

Die Europäische Union hat im Jahr 2024 Phosphatdünger und Phosphate im Wert von fast einer Milliarde Euro aus Russland importiert, was 25 Prozent der Gesamtimporte ausmachte, so eine Analyse des Umweltunternehmens Ragn-Sells.
 
© Samuel Faber; Pixabay.comLaut der Analyse, die auf Importdaten der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung basiert, haben Unternehmen in EU-Ländern im Jahr 2024 verschiedene Arten von Phosphatdüngern und Phosphaten im Wert von 3,97 Milliarden Euro aus Ländern außerhalb der Union eingekauft. Die Importe aus Russland beliefen sich auf 989 Millionen Euro, was 25 Prozent der Gesamtsumme entspricht.

"Die starke Abhängigkeit von Phosphorimporten zur Deckung des Nahrungsmittelbedarfs macht die EU schwach und verwundbar. Europa muss die Kontrolle über seine Nahrungsmittelversorgung wiedererlangen, indem es damit beginnt, Phosphor aus Abwässern zurückzugewinnen. Der erste Schritt ist dabei die Aufhebung des überholten Verbots, Phosphor aus Abfällen in Tierfutter zu nutzen", so Pär Larshans, Chief Sustainability Officer der Ragn-Sells Group.

Phosphor, einer der wichtigsten Nährstoffe in Mineraldüngern und Tierfutter, ist für die landwirtschaftliche Produktion weltweit von entscheidender Bedeutung. Die einzige aktive Phosphatmine in der EU deckt nur 5 bis 10 Prozent des Bedarfs der europäischen Landwirtschaft, sodass die 27 Länder bei der Nahrungsmittelproduktion stark von Importen abhängig sind. Phosphor wird daher von der EU seit mehr als einem Jahrzehnt als sogenannter kritischer Rohstoff eingestuft.

Trotz der Bemühungen, die russische Kriegswirtschaft zu schwächen, bleibt Russland der Analyse zufolge der zweitwichtigste Partner der EU für Phosphorimporte. Düngemittel sind von den Sanktionen ausgenommen, um Nahrungsmittelknappheit zu vermeiden. Wichtigster Lieferant ist Marokko, das über die größten bekannten Phosphatvorkommen der Welt verfügt und im Jahr 2024 Waren im Wert von mehr als 1,4 Milliarden Euro an EU-Unternehmen verkauft hat.

Klärschlamm, also der Feststoff, der nach der Abwasserreinigung in Kläranlagen zurückbleibt, enthält große Mengen an Phosphor. Dieser Phosphor kann zurückgewonnen und als Dünger in der Landwirtschaft verwendet werden, darf aber nicht an Tiere verfüttert werden. Dieses Verbot wurde in erster Linie eingeführt, um das Risiko einer Verbreitung von BSE (Rinderwahnsinn) über Futtermittel einzudämmen. Allerdings gilt diese Maßnahme angesichts moderner Verfahren als hinfällig. Bei der Verbrennung von Klärschlamm werden potenzielle Krankheitserreger vernichtet, bevor aus der Asche Phosphor gewonnen wird.

Das Verbot hält Unternehmen davon ab, in Europa Anlagen für den großtechnischen Einsatz dieser Technologie zu bauen.

"Solange die Tür für recycelten Phosphor in Futtermitteln verschlossen bleibt, verhindert Europa effektiv zirkuläre Innovation und lokale Investitionen. Durch die einfache Überarbeitung eines veralteten Anhangs in der Futtermittelverordnung könnte die EU eine milliardenschwere grüne Industrie schaffen, den Phosphorkreislauf schließen und ihre Unabhängigkeit und Wettbewerbsfähigkeit stärken", so Larshans.

Unter den EU-Ländern ist Deutschland bei der Umstellung von traditionell abgebautem und importiertem Phosphor auf eine Kreislaufwirtschaft am weitesten vorangekommen. Ein 2017 verabschiedetes Gesetz verpflichtet Kläranlagen, den Großteil des Phosphors aus dem Abwasser zurückzugewinnen. Für die größten Anlagen tritt das Gesetz 2029 in Kraft, kleinere Anlagen folgen 2032.

"Die vorausschauende Gesetzgebung in Deutschland sollte andere Länder inspirieren, diesem Beispiel zu folgen. Solange es jedoch illegal ist, Phosphor aus deutschen Abwässern in der EU in Tierfutter zu verwenden, wird es außerhalb Europas landen - und dort Investitionen und Ernährungssicherheit fördern", so Larshans.

Fakten: EU-Importquellen für Phosphatdünger und Phosphat im Jahr 2024 (Wert in Euro)
  1. Marokko: 1,437 Millionen
  2. Russland: 989 Millionen
  3. Israel: 320 Millionen
  4. Norwegen: 220 Millionen
  5. Ägypten: 144 Millionen
Alle Daten stammen von der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (DG AGRI) der Europäischen Kommission.

Die Analyse umfasst die Kategorien Phosphatdünger, Phosphate und Mehrnährstoffdünger. Letztere sind eine breite Kategorie, die mehrere Produkte auf Phosphorbasis umfasst, insbesondere NPK (Stickstoff-Phosphor-Kalium), DAP (Diammoniumphosphat) und MAP (Monoammoniumphosphat).

Über die Ragn-Sells Group
Das Umweltunternehmen Ragn-Sells wandelt Abfälle in wiederverwendbare Rohstoffe um. Ragn-Sells treibt den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft durch Lösungen voran, die die Umwelt- und Klimaauswirkungen des eigenen Unternehmens und anderer Akteure reduzieren. Ragn-Sells ist eine 1881 gegründete Unternehmensgruppe in Familienbesitz. Das Unternehmen ist in vier Ländern tätig und beschäftigt mehr als 2.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2024 erzielte Ragn-Sells einen Umsatz von 8,8 Milliarden SEK.

Kontakt: Ragn-Sells Group, Pär Larshans | par.larshans@ragnsells.com | www.ragnsells.com



     
        
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