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Anzeige, Technik | Energie, 06.05.2025

Solarstrom für die Produktion, Schatten für die Kühe

Nestlé baut Agri-Photovoltaik-Anlage am Werksstandort Biessenhofen

Angrenzend an das Nestlé Nutrition Werk in Biessenhofen hat Nestlé mit dem Bau einer Agri-Photovoltaik-Anlage begonnen. Diese entsteht auf einer landwirtschaftlichen Fläche eines lokalen Landwirts, die künftig auch für die Haltung von Kühen und Kälbern sowie die Heuerzeugung genutzt werden soll. Mit dem über die PV-Anlage erzeugten Strom kann ein relevanter Teil des Werksstromverbrauchs gedeckt werden. Die Solarpaneele dienen zudem als Schattenspender und Unterstand für die Tiere. 

Foto (von links nach rechts): Lorena Keppler, Umweltingenieurin Nestlé Werk Biessenhofen; Stephan Schindele, Head of Management Agri-PV bei BayWa r.e.; Clemens Teyen, Leiter Umwelt- und Energiemanagement Nestlé Werk Biessenhofen; Jörg Schmitt, Environment & Sustainability Manager Standorte Nestlé Deutschland; Gerhard Metz, Landwirt, mit Kuh Marvella; Maria Rita Zinnecker, Landrätin des Landkreises Ostallgäu. © Nestlé DeutschlandNestlé Deutschland will mit dem Bau einer Agri-Photovoltaik (Agri-PV) Anlage am Werksstandort in Biessenhofen (Bayern) ein bedeutendes Zeichen in Sachen Nachhaltigkeit und erneuerbarer Energie setzen. Dabei verbindet Nestlé die Erzeugung von Solarstrom für die eigene Produktion mit einer Weide und Schattenmöglichkeit für Tiere. Nach der Einrichtung der Baustelle wurden Mitte März die ersten Pfosten für die Unterkonstruktion zur Befestigung der Solarmodule im Boden eingebracht. Fertigstellung und Inbetriebnahme sind in der zweiten Jahreshälfte 2025 geplant. 

Die Anlage entsteht auf einer 4,74 Hektar großen Fläche in unmittelbarer Nachbarschaft des Nestlé Nutrition Werks und soll direkt an den Produktionsstandort angeschlossen werden. Mit einer installierten Spitzenleistung von 4,5 Megawatt kann über die PV-Anlage voraussichtlich rund ein Viertel des Werksstromverbrauchs gedeckt werden, was etwa dem Jahres-Stromverbrauch von 2.000 Einfamilienhaushalten entspricht. 

Nestlé investiert rund 3 Millionen Euro in das Projekt, das vom Erneuerbare-Energien-Unternehmen BayWa r.e. mit seiner ausgewiesenen Expertise im Bereich Agri-PV realisiert wird. 

Besonderheit der Anlage ist, dass die Fläche gleichzeitig für die Haltung von Kühen und Kälbern sowie die Heuerzeugung vorgesehen ist. Somit wird die Anlage der neuen DIN SPEC 91434 entsprechen. Diese Zertifizierung legt die Kriterien und Anforderungen an die landwirtschaftliche Hauptnutzung im Bereich Agri-Photovoltaik fest. In Zusammenarbeit mit Landwirt Gerhard Metz hat Nestlé ein hybrides Konzept für die sogenannte „Cow-PV-Anlage" entwickelt, das eine effiziente Kombination von landwirtschaftlicher Nutzung und Stromerzeugung ermöglicht. Dabei investiert Nestlé in den Bau der Agri-PV-Anlage und der Landwirt in den Neubau von Stallgebäuden auf der Fläche. 

„Cow-PV": Solarmodule bieten Schatten und Witterungsschutz für Kühe 
Geplant ist der Bau eines hochmodernen Kuhstalls mit automatisierter Melktechnik direkt neben der PV-Anlage, um insgesamt bis zu 65 Kühen und Jungtieren sowohl Schutz als auch freien Auslauf zu bieten.

Im südlichen Teil der Cow-PV-Fläche sind aufgeständerte Solarpaneele in einer Höhe von 2 Metern vorgesehen, die den ausgewachsenen und hitzeempfindlichen Kühen bei Sonnenschein Schatten spenden und bei Starkregen als Unterstand dienen. Auf der nördlichen Seite beträgt die Höhe der Paneele 1,80 Meter. Dieser Bereich des Solarparks ist für einen „Kuh-Kindergarten" vorgesehen, wo die Kälber und Jungkühe in der Nähe der Muttertiere Platz finden. Damit unterstreicht Nestlé auch ihr Engagement für Tierwohl. 

Insgesamt werden 7.800 Solarmodule auf der Fläche installiert. Der Abstand zwischen den Reihen beträgt 3,30 Meter. Die jährliche Heuproduktion mit Traktor, Mähwerk und Ballenpresse ist dank des Abstandes weiterhin in beiden Abschnitten möglich. Durch die Agri-PV-Anlage bleibt die Nutzung der landwirtschaftlichen Fläche weiterhin fast vollständig erhalten. 

Agri-PV_Feldaufnahme © Nestlé DeutschlandPartnerschaftliche und nachhaltige Projektplanung und -umsetzung 
Jörg Schmitt, Environment & Sustainability Manager für die deutschen Produktionsstandorte von Nestlé: „Die Art der geplanten hybriden Flächennutzung bei der Cow-PV-Anlage zeigt, dass wir die Bedürfnisse von Unternehmen, Tieren und Umwelt in Einklang bringen können. Besonders wichtig ist uns eine enge Abstimmung mit dem Landwirt, den relevanten Behörden und lokalen Interessengruppen, um eine erfolgreiche und nachhaltige Umsetzung dieses Leuchtturmprojekts zu gewährleisten." 

Stephan Schindele, Head of Product Management Agri-PV bei BayWa r.e.: „Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit Nestlé Deutschland dieses wegweisende Agri-PV-Projekt realisieren zu können. Durch das Heben von Synergien zwischen Energiewende und Agrarwende schaffen wir eine erhöhte Klimaresilienz und tragen zur ökologischen Transformation des ländlichen Raums bei. Dieses Projekt zeigt eindrücklich, wie nachhaltige Energie- und Landwirtschaftslösungen Hand in Hand gehen können." 

Landwirt Gerhard Metz mit Kuh Marvella © Nestlé DeutschlandGerhard Metz, Landwirt: „Mir ist das Wohl meiner Tiere besonders wichtig. Kühe brauchen ausreichend Schatten an den zunehmend heißen Tagen, den sie durch die PV-Anlage bekommen können. Dies verbessert nicht nur ihre Lebensqualität, sondern wirkt sich auch positiv auf ihre Gesundheit und Milchleistung aus. Ich freue mich, dass Nestlé die Kombination von Landwirtschaft und erneuerbarer Energie fördert." 

Maria Rita Zinnecker, Landrätin des Landkreises Ostallgäu: „Die geplante Cow-PV-Anlage ist ein vorbildliches Beispiel dafür, wie innovative Lösungen zur nachhaltigen Energiegewinnung und Förderung der regionalen Landwirtschaft beitragen können. Diese Art von Projekten unterstützt sowohl unsere lokalen Klimaziele und stärkt gleichzeitig die lokale Wirtschaft, indem sie Landwirte in die Energiewende integriert. Wir begrüßen solche fortschrittlichen Partnerschaften für die Entwicklung unserer Region."

„Cow-PV"-Anlage unterstützt Elektrifizierung und CO2-Reduktion am Standort 
Im Zuge ihrer Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt Nestlé das Ziel, die Elektrifizierung aller Standorte voranzutreiben und den CO2-Ausstoß zu senken. Bis 2030 will Nestlé alle Treibhausgas-Emissionen weltweit halbieren und bis 2050 Netto-Null Emissionen erreichen. 

Mit Hilfe einer hocheffizienten Wärmepumpe, die seit Juli 2024 das werksinterne Nahwärmenetz eines Herstellungsbereichs versorgt, können sowohl CO2-Emissionen als auch Energiekosten am Standort Biessenhofen reduziert werden. Die entstehende Agri-PV-Anlage unterstützt die Elektrifizierung durch Wärmepumpen nachhaltig. 

Bei der Stromversorgung in Biessenhofen setzt Nestlé bereits heute auf Strom aus erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarkraft in Kooperation mit dem Schweizer Energie- und Infrastrukturunternehmen BKW sowie dem Partner Axpo. Bis 2025 sollen alle Nestlé-Standorte weltweit mit 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen versorgt werden. 

Bei Nestlé in Deutschland stammen bereits rund 70 Prozent des Stroms aus deutscher Photovoltaik und Windkraft. Mit der neuen PV-Anlage kommt ein relevanter Teil des Stroms dann sogar aus der direkten Nachbarschaft in Biessenhofen. 
 
Weiterführende Informationen rund um Nachhaltigkeit und Klimaschutz bei Nestlé.

AgriPV Drohnenaufnahme © Nestlé DeutschlandÜber das Werk 
Im Nestlé Nutrition Werk in Biessenhofen, das in diesem Jahr 120-jähriges Jubiläum feiert, stellen rund 700 Mitarbeiter:innen Säuglingsmilchnahrung der Marke BEBA, Kulinarik-Produkte der Marke THOMY sowie Trink- und Aufbaunahrung für Menschen mit besonderen Ernährungsbedürfnissen von Nestlé Health Science her. Das Werk produziert nach höchsten Qualitätsstandards, verfügt über ein eigenes Labor, modernste Sprühtrocknungstechnologien und Verpackungstechnik und bildet darüber hinaus im Produktionsbereich für flüssige Produkte bei Nestlé das Kompetenzzentrum für aseptische Abfüllung. Das jährliche Produktionsvolumen umfasst rund 63.000 Tonnen und die Nestlé-Produkte aus dem Allgäu werden in mehr als 80 Ländermärkte exportiert. 

Über BayWa r.e. 
r.e.think energy – wir denken Energie neu – wie sie produziert, gespeichert und am besten genutzt werden kann, um die globale und für die Zukunft unseres Planeten unerlässliche Energiewende umzusetzen. Wir sind ein weltweit führender Entwickler, unabhängiger Stromerzeuger (IPP), Dienstleister und PV-Großhändler mit einem expandierenden Energiehandelsgeschäft. Wir haben über 6 GW Energie ans Netz gebracht und verwalten über 10,5 GW an Anlagen. In Zusammenarbeit mit Unternehmen auf der ganzen Welt bietet BayWa r.e. maßgeschneiderte Lösungen für erneuerbare Energien. Mit unserem Klimabeitragsansatz investieren wir aktiv in interne und externe Initiativen, die sich an allgemein anerkannten Praktiken für den Klimaschutz orientieren und mit den Zielen des Pariser Abkommens übereinstimmen. Sie helfen uns dabei, unsere Nachhaltigkeitsstrategie entscheidend voranzutreiben. Wir gestalten die Zukunft der Energiebranche aktiv mit und setzen uns tagtäglich für ein integratives, auf Gleichberechtigung und Diversität beruhendes Arbeitsumfeld ein. Unsere Anteilseigner sind die BayWa AG, ein 1923 gegründetes, weltweit aktives Unternehmen, das innovative und nachhaltige Lösungen in den Bereichen Landwirtschaft, Baustoffe und Energie anbietet, und Energy Infrastructure Partners (EIP), Marktführer im Bereich Energieinfrastrukturinvestitionen. 

Über Nestlé 
Nestlé Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main hat rund 6.700 Mitarbeiter:innen an 18 Standorten. Hauptsitz von Nestlé ist in Vevey, wo das Unternehmen vor über 150 Jahren in der Schweiz gegründet wurde. Nestlé ist das weltweit größte Unternehmen für Lebensmittel und Getränke mit Standorten in 188 Ländern. 270.000 Mitarbeiter:innen setzen sich täglich auf der ganzen Welt dafür ein, die Lebensqualität zu steigern und zu einer gesünderen, nachhaltigeren Zukunft beizutragen. Nestlé bietet eine große Anzahl an Produkten und Dienstleistungen für Mensch und Tier in allen Lebenslagen an. Dies umfasst über 2.000 Marken von globalen Ikonen wie Nescafé, KitKat oder Maggi bis hin zu Innovationen im Plant Based und Health Science Bereich.

Kontakt: Nestlé Deutschland AG, Isabel Hörnle | isabel.hoernle@de.nestle.com | www.nestle.de/



     
        
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