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Umwelt | Klima, 30.04.2025

Gesundheits- und Sozialwirtschaft muss auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützt werden

Gemeinsamer Appell von Evangelischer Bank und Diakonie Deutschland

Die Gesundheits- und Sozialwirtschaft ist mit fünf Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland ein großer Hebel, um die Treibhausgasneutralität voranzutreiben. Diesen Hebel sollte die künftige Bundesregierung nutzen, indem die Träger sozialer Infrastruktur bei der Wärmewende unterstützt werden, fordern Evangelische Bank und Diakonie Deutschland in einem gemeinsamen Appell. Dazu müsse das bestehende Finanzierungsmodell in der Branche angepasst werden, sodass Investitionen in nachhaltige Projekte – beispielsweise in die energetische Sanierung von Gebäuden durch bessere Wärmedämmung oder den Einbau effizienterer Heizungen – refinanzierbar werden.
 
© Dee Angelo„Die Gesundheits- und Sozialwirtschaft steht aktuell vor einer epochalen Aufgabe", sagt Thomas Katzenmayer, Vorsitzender des Vorstands der Evangelischen Bank. „Denn in einer Welt, die von Klimaänderungen, Ressourcenknappheit und demografischen Verschiebungen geprägt ist, müssen soziale Einrichtungen nicht nur ihre originäre Mission erfüllen, sondern zugleich auch nachhaltiger wirtschaften und in zukunftsfähige Strukturen investieren. Die gegenwärtigen Refinanzierungsmechanismen setzen hier oft die falschen Anreize", kritisiert Katzenmayer. „Die Folge: Nachhaltigkeitsprojekte werden oftmals zurückgestellt, obwohl sie mittel- und langfristig durchaus rentabel sein können." Dieser Zustand sei nicht länger tragbar: „Während man in weiten Teilen der Wirtschaft bereits seit langem die Erfahrung macht, dass Nachhaltigkeit in überschaubarer Zeit zu Kosteneinsparungen, erhöhter Wettbewerbsfähigkeit und einem positiven gesellschaftlichen Impact führt, bleiben diese Chancen der Sozialbranche oft verwehrt."

„Wir begrüßen es, dass in den Koalitionsverhandlungen die Unterstützung von Trägern sozialer Infrastruktur bei der Wärmewende thematisiert wurde. Leider findet sie sich aber nicht im Koalitionsvertrag", sagt Rüdiger Schuch, Präsident der Diakonie Deutschland. „Diese Unterstützung ist aber essenziell, um die deutschen Klimaziele zu erreichen. Angemessene Rahmenbedingungen vorausgesetzt, hat die Gesundheits- und Sozialwirtschaft das Potenzial, Vorreiter in Sachen Klimaschutz zu werden. Doch dafür braucht es eine klare finanzielle Perspektive: Nur wenn sich Investitionen in Nachhaltigkeit auch wirtschaftlich lohnen, können Einrichtungen ihren Beitrag zu einer klimaneutralen und zukunftsfähigen Gesellschaft leisten. Jetzt ist der Moment, um die Weichen für ein neues Finanzierungsmodell zu stellen, das die gesellschaftliche Bedeutung dieser Branche anerkennt und sie zugleich in ihrer wirtschaftlichen Selbstständigkeit stärkt", so Schuch.

Reform der Refinanzierungsmechanismen
Zentraler Teil der Lösung ist nach Ansicht von Evangelischer Bank und Diakonie Deutschland eine grundlegende Reform der Refinanzierungsmechanismen in der Gesundheits- und Sozialwirtschaft. Denn auch wenn etwa der Austausch alter Heizsysteme oder die Installation von Solarpanels langfristig enorme Einsparungen bei den Energiekosten sowie eine Reduktion des CO2-Ausstoßes bringen würde, fehlen sozialen Einrichtungen häufig die Mittel, um die anfallenden Anfangsinvestitionen zu tätigen. Kostenträger können solche Investitionen bisher als „nicht wirtschaftlich" oder „nicht betriebsnotwendig" ablehnen.
 
Vor diesem Hintergrund lautet der Appell an die künftige Bundesregierung, 
  • mehr gezielte Förderprogramme für nachhaltige Investitionen für Träger sozialer Arbeit aufzulegen, 
  • steuerliche Anreize zu schaffen, die nachhaltiges Wirtschaften belohnen, sowie vor allem 
  • die Verankerung des Nachhaltigkeitsziels im Sozialrecht auf den Weg zu bringen.
Auf diese Weise könnten soziale Einrichtungen nicht nur ihre Klimabilanz verbessern, sondern dabei auch wirtschaftlich reüssieren und ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern. All dies ist notwendig, damit eine der wichtigsten Branchen für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zukunftsfähig aufgestellt bleibt.
 
Über die Evangelische Bank 
Die Evangelische Bank ist ein werteorientierter Finanzpartner mit christlichen Wurzeln. Sie gestaltet gemeinsam mit ihren Kunden in Kirche und Diakonie sowie der Gesundheits- und Sozialwirtschaft eine nachhaltig lebenswerte Gesellschaft. Um das zu erreichen, setzt die Bank auf ihr exzellentes Branchen-Know-how und bietet umfassende Finanzlösungen für den kirchlich-diakonischen und sozialen Bereich. Mit einer Bilanzsumme von 8,71 Mrd. Euro gehört die Evangelische Bank zu den größten Kirchenbanken und Genossenschaftsinstituten in Deutschland. 

Über die Diakonie Deutschland
Die Diakonie ist die soziale Arbeit der evangelischen Kirchen. Bundesweit sind mehr als 627.000 hauptamtliche Mitarbeitende in rund 33.000 ambulanten und stationären Diensten der Diakonie wie Pflegeheimen und Krankenhäusern, Beratungsstellen und Sozialstationen mit 1,18 Millionen Betten/Plätzen beschäftigt. Der evangelische Wohlfahrtsverband betreut und unterstützt jährlich mehr als zehn Million Menschen. Etwa 700.000 freiwillig Engagierte sind bundesweit in der Diakonie aktiv.

Kontakt: Evangelische Bank eG, Andreas Köster | andreas.koester@eb.de | www.eb .de



     
        
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