Wasser schützen heißt Ernährung sichern

Slow Food Deutschland zum Welttag des Wassers am 22. März 2025

Wasser ist die Grundlage unseres Lebens. Ohne Wasser gibt es keine gesunden Ökosysteme, keine Landwirtschaft und keine Nahrung. Unsere Ernährungssicherheit hängt unmittelbar vom Wasser ab – und davon, wie verantwortungsvoll wir damit umgehen. Nachhaltige Landwirtschaft, der Schutz von Gewässern und die Reduzierung von Schadstoffen sind deshalb entscheidend, um unsere Lebensgrundlagen zu bewahren. Wie die Zukunft des Wassers mit unserer Ernährung zusammenhängt und welche Lösungen es für einen nachhaltigen Umgang gibt, diskutiert Slow Food Deutschland am Weltwassertag, dem 22. März 2025, in einer öffentlichen Online-Veranstaltung mit Expert*innen aus Praxis und Wissenschaft.
 © Anna Waldl, pixabay.com
Wasser bildet die Grundlage für Gesundheit, Wohlstand und Ernährung, und begleitet uns im Alltag, als Quelle von Erfrischung und Genuss. Doch in vielen Regionen der Welt, nicht nur im Globalen Süden, ist der Zugang zu sauberem Wasser nicht selbstverständlich. Wassermangel und -verschmutzung gehören zu den größten Bedrohungen unserer Zeit – mit gravierenden Folgen für Umwelt, Landwirtschaft und Ernährungssicherheit.

„Der Zugang zu gesundem und wohlschmeckendem Trinkwasser sollte für alle Menschen selbstverständlich sein. Doch sauberes Leitungswasser in guter Qualität ist längst nicht überall verfügbar. Die Aufbereitung von Trinkwasser wird immer komplexer, aufwendiger und teurer, mit steigenden Kosten für die Gemeinden, während Konzerne mit abgefülltem Wasser hohe Gewinne einstreichen", so Dr. Rupert Ebner, Vorsitzender von Slow Food Deutschland e.V.

Klimakrise verschärft Wassermangel
Durch den Klimawandel werden Trockenperioden häufiger und intensiver. In Regionen, die ohnehin schon unter Wasserknappheit leiden, verschärft sich die Lage. Flüsse trocknen aus, Böden versalzen und werden unfruchtbar, und ganze Ökosysteme geraten aus dem Gleichgewicht. Das Artensterben nimmt zu, während Wälder, Wiesen und Moore ihre wichtige Rolle als CO2-Speicher oder Wasserfilter nicht mehr erfüllen können. So verstärkt sich der Klimawandel weiter – ein Teufelskreis.

Landwirtschaft unter Druck
Ohne Wasser verdorren die Pflanzen. Besonders betroffen sind Grundnahrungsmittel wie Weizen, Mais oder Reis. Ernteausfälle führen zu steigenden Preisen, Hunger und sozialen Konflikten – vor allem in Ländern, in denen sich die Menschen ohnehin kaum Nahrung leisten können. Hinzu kommt, dass wertvolle Wasserressourcen oft für Exportprodukte genutzt werden, die sehr viel Wasser erfordern, wie beispielsweise Soja, Avocado, Kaffee, Kakao und Rindfleisch. Für die lokale Landwirtschaft bleibt dann zu wenig Wasser übrig, das zudem häufig mit Pestiziden belastet ist. Düngemittel und Pestizide gelangen in Bäche, Seen und Grundwasser und schädigen dort Pflanzen, Tiere und Menschen gleichermaßen. Verschmutztes Wasser macht Menschen krank, insbesondere dort, wo der Zugang zu sauberem Trinkwasser fehlt.

Dr. Rupert Ebner: „Wenn wir in Deutschland wasserintensive Produkte importieren, verschärfen wir die Wasserknappheit in anderen Ländern. Doch damit nicht genug: Indem wir jedes Jahr rund 30 % unserer Lebensmittel verschwenden, werfen wir zugleich auch das Wasser weg, das für ihre Herstellung benötigt wurde. Lebensmittelverschwendung und Wasserverschwendung gehen Hand in Hand – als Symptome eines Ernährungssystems, das keine Zukunft hat."

Wassernutzung nachhaltig gestalten
Mit der Weltbevölkerung wächst nicht nur die Nachfrage nach Lebensmitteln, sondern auch der Bedarf an Wasser. Bereits jetzt erfordert die Landwirtschaft weltweit 72% des Süßwassers, wobei die Bewässerungssysteme oft äußerst ineffizient sind. Schadstoffe aus Landwirtschaft, Industrie und Haushalten belasten zunehmend Flüsse und Meere, vergiften die Nahrungskette und bedrohen Tiere wie Fische und Vögel. Mikroplastik und Giftstoffe landen schließlich auch auf unseren Tellern. Um unsere Lebensgrundlagen zu sichern, braucht es eine nachhaltige Landwirtschaft, die auf Pestizide und Überdüngung verzichtet, und einen verantwortungsbewussteren Umgang mit der Ressource Wasser, sowohl in der Industrie als auch in den Haushalten.

„Sauberes und ausreichendes Wasser ist nicht nur ein Menschenrecht, sondern auch die Grundlage für die Zukunft unseres Planeten. Slow Food Deutschland setzt sich mit verschiedenen Projekten und Kampagnen dafür ein, dass Wasser als das erkannt und wertgeschätzt wird, was es ist: eine lebenswichtige und begrenzte Ressource, ohne die Ernährungssicherheit unmöglich ist – und die wir nur gemeinsam schützen können", betont Dr. Rupert Ebner.

Online-Veranstaltung zum Weltwassertag
Slow Food Deutschland widmet sich 2025 verstärkt dem Thema Wasser und lädt anlässlich des Weltwassertages am Samstag, den 22. März 2025, um 16:00 Uhr zur Online-Veranstaltung ein: Wasser Schützen heißt Ernährung sichern - Impulse für einen nachhaltigen Umgang mit einer lebenswichtigen Ressource.

Wir gehen der Frage nach, wie Wasser als unverzichtbare Ressource für Mensch, Tier und Natur geschützt werden kann. Expert*innen geben Impulse für einen nachhaltigen Umgang mit Wasser in der Landwirtschaft und der Ernährung:
  • Julian Fischer, stv. Geschäftsführer und Programmleiter „Wasserwende" von a tip:tap e. V., stellt das Projekt „Refill" vor und erklärt, warum es viele gute Gründe gibt, Leitungswasser zu trinken;
  • Larissa Walker, Bildungsreferentin vom Weltfriedensdienst e. V., beleuchtet die globale Wasserungleichheit und die Bedeutung von Wasser für die Welternährung;
  • Dr. Anita Idel, Tierärztin und Expertin für Ökologisierung der Landwirtschaft, zeigt am Beispiel der Tierhaltung, warum Bodenbelastung immer auch Wasserbelastung bedeutet und wie die Grundwasserregeneration gefördert werden kann.
Moderation: Dr. Rupert Ebner, Vorsitzender von Slow Food Deutschland. Im Anschluss beantworten die Expert*innen Fragen der Teilnehmenden. Welche Herausforderungen gibt es in der nachhaltigen Nutzung von Wasser, und wie können wir gemeinsam Lösungen finden? Melden Sie sich an und diskutieren Sie mit uns!

Infos und Anmeldung: www.slowfood.de

Kontakt: Slow Food Deutschland e.V. | info@slowfood.de | www.slowfood.de



     
        
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